Fahrbericht Citroën C4
Drei Zylinder für den Vierer

Die Franzosen frischen das Motorenprogramm für den C4 auf. Weniger Hubraum, geringerer Verbrauch und trotzdem Fahrspaß dank Turbopower. So soll der Anti-Golf von Citroën dem deutschen Bestseller Paroli bieten.
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Die Hackordnung auf dem automobilen Golfplatz gleicht der in der Bundesliga. Stammvater Golf trotz gelegentlicher Schwächen ähnlich souverän wie die Münchner Bayern. Dahinter Opel Astra und Ford Focus in ewiger Lauerstellung. Zum dichten Mittelfeld mit ordentlichem Mittelmaß zählt in den Augen der Kundschaft sicher auch der Citroën C4, so eine Art Hannover 96 auf Rädern. Keine Chance auf die Championsleague, aber auch kein Abstiegskandidat. An diesem Schicksal wird sicher auch die Frischzellen-Kur des Franzosen nicht ändern können.

Rein äußerlich hat sich wenig getan beim Fünftürer mit dem Doppelwinkel. Die neu gestalteten Scheinwerfer in Verbindung mit dem LED-Tagfahrlicht lassen den sonst recht konservativ anmutenden C4 eine Spur kecker auf die Straße blicken. Auch die ebenfalls veränderten Heckleuchten zeugen dank ihrer 3-D-Anmutung von einem zeitgemäßen Auftritt.

Dazu neue Sitze, neue Farben, neues Navi, neue Alu-Räder. Kleinigkeiten allesamt, die aber in Summe gelungen sind. Dennoch bleibt der C4 ein unauffälliger Geselle, nach dem man sich vom Bürgersteig aus nicht umdreht, der keine Design-Preise abräumen wird und in der Nachbarschaft nicht für neidisches Getuschel sorgt. Kein Außenseiter also wie frühere Citroën-Modelle. Diese Rolle ist inzwischen den DS-Modellen zugeteilt, die durchweg frecher und mutiger geformt sind. Auch vom C4 gibt es so ein Derivat.

Das Update des kompakten Elsässers (er wird bei Mülhausen gebaut) dient vor allem der Vielfalt im Motorraum. Alle angebotenen Triebwerke erfüllen jetzt die ab 1. September geltende EU-6-Abgasnorm und wurden im Schnitt rund 25 Prozent sparsamer als bisher. Das gilt auch für die beiden neuen kleinen Motoren, mit denen sich der Golf-Rivale jetzt aus dem Regals des Mutterkonzerns Peugeot bedienen darf.

Die ab 23.540 Euro erhältliche Version mit 1,6-Liter-Turbodiesel bietet trotz geschrumpftem Kolbenspielraum erfreuliche Durchzugskraft und zählt mit seinem Normverbrauch von 3,8 Litern auf 100 Kilometer zu den genügsamen Fortbewegungsmitteln. Noch interessanter vielleicht der Dreizylinder-Turbobenziner, der mit nur 1,2 Litern Hubraum und 96 kW/130 PS zu den modernsten seiner Art  gehört.

Beim Druck auf den Startknopf in der Mittelkonsole meldet sich das kleine Herz sanft und unauffällig. Kein Schnattern wie bei manch anderen Dreizylindern. Einer Ausgleichswelle sei Dank. Der Turbo setzt früh ein, will somit den Nachteil des kleinen Hubraums wettmachen. Der Kraftspender gehört zu den schnellsten seiner Spezies, 240.000 Umdrehungen pro Minute schafft das Schaufelrad.

Es geht durch den bergigen Teil der Provence, in dem die Sonne versucht, die Überreste der letzten Schneefälle wegzuschmelzen. Die hartnäckigen eisigen Relikte in schattigen Kurven können dem C4 nichts anhaben. Das ESP ist fein abgestimmt, hält den munteren Franzosen in der Spur.

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Die Zeit des Schaukelns ist vorbei

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