Fahrbericht: Elektrorad Klever X Raw
Ein echt dynamisches Designstück

Mit diesem Rad macht man Eindruck. Optisch sorgt die X-Serie der jungen E-Bike-Marke Klever für bewundernde Blicke, in Sachen Beschleunigung beim Ampelstart für Staunen. Kein billiges Vergnügen, natürlich.
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Schon die Rahmenform ist besonders. Wie eine rautenförmige Schleife zieht sich das Aluminiumgerippe vom Steuerrohr bis zur Achse der Hinterradnabe. Loopframe nennen die Designer das Gebilde, aus dem die Aufnahme für die Sattelstütze ergonomisch perfekt an der richtigen Stelle ragt. Allein aufgrund dieser besonderen Linienführung sticht das gemeinsam mit dem Darmstädter Designbüro „Artefakt“ konzipierte Elektrorad Klever X Raw heraus.

Und auch die Integration des abnehmbaren Akkus weit hinten zwischen Unter- und Oberrohr ist gelungen. Das stimmige Gesamtbild wird von einer schlank ausgeführten Gabel, den im Vorbau und Rahmen verlegten Zügen sowie einem langen Radstand unterstrichen. Dazu hat Klever dem Bike 27,5-Zoll-Räder mit extrabreiten Reifen (27,5 x 2,4 Zoll) von Schwalbe verordnet. Die sind i-Tüpfelchen, die das Rad erst richtig wirken lassen.

Das optische Versprechen hält das Klever X Raw, in diesem Fall eine mit Schutzblechen, leuchtstarkem LED-Scheinwerfer und Hecklicht sowie Seitenständer leicht aufgemöbelte Version der puristischen Baureihe, auf jedem Meter ein. Für einen hammerharten Antritt sorgt der extrem leise laufende Hinterradnabenmotor mit einer maximalen Leistung von 250 Watt.

Die Steuerung erfolgt über einen Drehmomentsensor im Ausfallende und einen Trittfrequenzsensor an der Tretkurbel. Einerlei welcher der Grad der Unterstützung gewählt wird, vom Start weg geht es bei den ersten Tritten auf die Pedale erstmals mit Speed los.

Je nach Modus – zur Wahl stehen High, Medium, Low und Ultralow sowie eine Turbotaste für kurzfristiges Boosten und eine Schiebehilfe -  muss dann mehr oder weniger stark getreten werden, um mit Tempo vorwärts zu kommen.

Als ziemlich ideal im urbanen Bereich, dem vorgesehenen Haupteinsatzgebiet des Klever X, erweist sich erwartungsgemäß die Mediumeinstellung. Dann soll die Reichweite des vollgeladenen Akkus (Ladezeit sechs Stunden) mit einer Kapazität von 360 Kilowattstunden (Upgrades bis 570 Kilowattstunden sind möglich) etwa 50 Kilometer betragen.

Wird dauerhaft die maximale Kraft des bis Tempo 25 unterstützenden Biactron-Motors abgerufen, reduziert sich die Reichweite auf 40 Kilometer, bis zu 90 Kilometer sind es hingegen, wenn die geringste Unterstützung gewählt wird. Alles durchaus realistische Angaben, wie wir während der Testtage feststellen konnten.

Kleber ist ein 2011 gegründeter Ableger vom taiwanesischen Unternehmen Kymco, einem Hersteller von Motorrollern und Leichtkrafträdern. Der Hersteller, dessen europäische Zentrale in Köln beheimatet ist, hat bei der puristischen Raw-Version sogar auf eine Schaltung verzichtet.

Doch Singlespeed hat hier nichts mit Verzicht zu tun. Ob auf flachem Terrain oder auch an leichten Steigungsstrecken, die Kraft des E-Motors sorgt überaus geschmeidig für Entlastung der Beinmuskeln. Und auch bei der Unterstützungsgrenze von Tempo 25 gibt es keinen abrupten Leistungsabfall, sondern einen weichen Übergang.

Lediglich wenn es richtig steil bergan geht, fehlt die Möglichkeit, über eine Schaltung einen kleineren Gang einzulegen. Die Wahl der Unterstützungsstärke erfolgt über ein an der linken Lenkerseite angebrachten Bedieneinheit samt Fahrcomputer mit gut ablesbarem Display und Gummitasten.

Angezeigt werden unter anderem gefahrene Kilometer, verbleibende Reichweite, Tempo und Unterstützungsmodus. Zudem kann über Bluetooth das Handy gekoppelt werden, so dass Anrufe angezeigt werden.

Gebremst wird mit hydraulischen Scheibenbremsen (Tektro Gemini), die für gute Verzögerung sorgen. Der wird übrigens mit einem im Rahmen verborgenen Schloss am Rad gesichert. Ist die Sicherung aktiv, ist auch der Motor elektronisch blockiert und ein akustisches Warnsignal scharf gestellt.

Dennoch sollte zusätzlich ein gutes Schloss bei jeder Fahrt dabei sein. Denn so auffällig und schick wie das 3.300 Euro teure Klever X Raw gestylt ist, sollte es doppelt und dreifach gesichert sein, wenn der Besitzer es beim  Einkaufen oder dem Besuch im Café abstellt.

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