Fahrbericht: Ford Focus RS : Auf diese Spaß-Maschine haben wir gewartet

Fahrbericht: Ford Focus RS
Auf diese Spaß-Maschine haben wir gewartet

Die Ford RS-Modelle gehören zur Marke wie die Schnörkelschrift in das blaue Emblem. Nun hat ein weiterer Focus RS das Licht der Welt erblickt. Wir waren mit dem pfeilschnellen Kompakten unterwegs. Und schwer beeindruckt.
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Keine Ford-Kompaktklasse ohne RS (Rallye-Sport)-Modell: Seit dem 1968 debütierten Escort MK1, volkstümlich auch Hundeknochen genannt wegen der Front-Optik, führt der Hersteller für leistungshungrige Interessenten der unteren Mitteklasse ein Topmodell mit mächtig Dampf unter der Haube. Je nach Epoche war die RS-Ausgabe mal betont innovativ – der RS1600 hatte schon Anfang der 1970er-Jahre Vierventiltechnik an Bord –, mal einfach nur ein ambitionierter Golf GTI-Gegner oder auch mal ein echter Hammer wie der 220 PS starke Escort RS Cosworth 4x4 aus dem Jahr 1992, unter dessen Blech mehr Sierra als Escort steckt.

Der jüngste Kompakt-RS, basierend auf dem überarbeiteten Focus der dritten Generation ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Hammer: Er startet nämlich ab ziemlich erschwinglichen 40.000 Euro und spielt mit 257 kW/350 PS dennoch in der Leistungsoberliga seines Segments, wo sich Hochkaräter wie Mercedes A45 AMG, BMW M2 oder Audi RS3 für deutlich teurere Kurse tummeln. Vom Frontantrieb des vorigen RS hat sich Ford verabschiedet, so dass keine Lenkradakrobatik mehr nötig wird, um den Boliden mit voller Last zu beschleunigen. Binnen 4,7 Sekunden soll Landstraßen-Tempo anliegen.

Die Schmach der Motorenfans über den Verlust eines Zylinders (der Vorläufer war ein Fünfender) dürfte sich nach den ersten Metern Fahrt ziemlich schnell auflösen. Immerhin – richtiges Downsizing muss die Benzin-im-Blut-Fraktion nicht verkraften, denn mit 2,3 Litern schenkt der neue RS noch verhältnismäßig üppig ein. Der Blick fällt nach dem Einsteigen sofort auf die Zusatzinstrumente mit Öltemperatur und Ladedruckanzeige – herrlich.

Solche Gimmicks erinnern bei aller Elektronik noch daran, dass unter den Verkleidungen im Motorraum prinzipiell noch die gleiche Technik steckt wie in längst vergangenen Tagen, als viele Leute samstags noch schraubend unter ihrem Auto lagen. Sorgen über etwaige Ausfälle mechanischer Komponenten muss man sich heute auch bei einem Kaliber wie dem RS nicht mehr machen.

Hier haben die Ingenieure ein Alltagsauto im Renntrimm auf die Räder gestellt, der dicke Dachspoiler gehört zusammen mit dem Diffusor und den beiden Ofenrohren einfach dazu, da muss man jetzt durch – ob man es nun obszön findet oder nicht. Umso frappierender ist es, wie unaufgeregt sich der 4x4 in Bewegung setzt. Die Kupplung rückt leichtgängig ein, der Schalthebel flutscht geradezu geschmeidig durch die Gassen. Das Fahrwerk gibt zwar straffe Rückmeldung, ist aber niemals brutal zu den Insassen.

Das ist die eine Seite. Per Knopfruck wird der Focus straffer (elektronische Dämpfer), sein E-Gas spitzer und der Sound bedrohlicher. Jetzt spürt man sogar beim Lupfen des rechten Pedals, dass die Drosselklappe blitzschnell schließen muss und man Abgasgegendruck erzeugt, denn jedes Mal löst die Gaswegnahme ein kurzes Bremsmoment aus.

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Bei gemächlicher Gangart auch mal unter acht Liter

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