Fahrbericht Honda VFR 800F
Update für den Dauerbrenner

Die Honda VFR gehört mit ihrem V4-Motor zu den Klassikern im Programm der Japaner. Seit 1986 ist sie im Angebot. Jetzt hat Honda die sechste Generation vorgestellt und dabei einiges verbessert.
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Sie ist rot und sieht, auf den ersten Blick zumindest, aus wie immer: Ein elegantes, unaufgeregt designtes Motorrad, uni lackiert, sportlich-elegant. Wie immer, seit ihre erste Version im Jahr 1986 erschienen ist, wird die Honda VFR 800F von einem Vierzylinder-V-Motor angetrieben; seit 1998 beträgt der Hubraum 781 Kubikzentimeter, ursprünglich waren es 748 ccm gewesen. Und wie immer klingt dieser V4 einfach wunderbar: verhalten-muskulös im Leerlauf, so ungefähr wie Usain Bolt beim Spazierengehen. Obenraus, wenn alle sechzehn Ventile arbeiten, meint man die Trompeten von Jericho zu hören. Die VFR ist fraglos eine der großen Konstanten im Honda-Modellprogramm. Jetzt kommt ihre sechste Modellgeneration auf die Straßen Europas.

Als einziges Motorrad weltweit besitzt das VFR-Triebwerk seit 2002 eine variable Ventilsteuerung; unterhalb von 6.500 Umdrehungen sind jeweils ein Einlass- und ein Auslassventil pro Zylinder stillgelegt. Erst ab dieser Grenz-Drehzahl versetzen die beiden Nockenwellen sämtliche sechzehn Ventile in Bewegung. Damit wollte Honda seinerzeit die Vorteile von Zwei- und Vierventilmotoren verschmelzen: drehmomentstark unteren und mittleren Drehzahlbereich und leistungsstark bei höheren Drehzahlen. Die jahrelange Feinarbeit an diesem System wird nun durch ein tadelloses Laufverhalten des faszinierenden Triebwerks belohnt; der früher deutlich spürbare Ruck beim Umschalten von Zwei- auf Vierventilbetrieb konnte eliminiert werden.

Die gebotenen 78 kW/106 PS stellen eine harmonische Motorisierung des Tourensportlers dar; die Elastizität des V4 ist sehr ausgeprägt, der Durchzug gut, wenn auch nicht überragend. Im Vierventilbetrieb jubelt der Motor dann geradezu. Wer es nicht allzu wild treibt, wird nach der jüngsten Triebwerksüberarbeitung mit Minimalverbräuchen von knapp über fünf Litern Super belohnt, bei artgerechtem Einsatz kommen aber eher sechs Liter zusammen. Wobei die gebotene Dynamik dann schon beachtlich ist.

Schon seit jeher zeichnet sich die VFR durch hohe Fahrstabilität aus; ihr Fahrwerk ist eher auf Stabilität als Agilität ausgelegt. Das ist auch weiterhin so – und passt ausgezeichnet zu diesem feinen Motorrad mit den guten Manieren. Extrem enge Kurven mag sie weniger, etwas weitere Bogen bei höherem Tempo gehen dagegen mit wenig Einsatz des Fahrers sehr angenehm von der Hand. Dass die VFR bei hohem Autobahntempo wie das legendäre Brett auf der Straße liegt, haben wir nicht anders erwartet. Wie sich die Stabilität mit den lieferbaren Seitenkoffern sowie dem in zwei Größen erhältlichen Topcase darstellt, konnten wir bei ersten Fahrten nicht ausprobieren; wir erwarten aber gesittete Manieren und eine Geschwindigkeitsempfehlung von maximal 130 km/h, wie das bei Honda üblich ist.

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