Fahrbericht Jaguar F-Type Coupé Kein schnurrendes Kätzchen

Jaguar hat sich mit seinen eleganten Limousinen zur am schnellsten wachsenden Premiummarke entwickelt. Die neueste Raubkatze lässt aber fast jedes britische Understatement vermissen: das F-Type Coupé.
2 Kommentare
Das F-Type R Coupé ist das schärfste Modell, das Jaguar dezeit zu bieten hat. Am 12. April kommt der 550 PS starke Sportwagen in den Handel. Quelle: Jaguar

Das F-Type R Coupé ist das schärfste Modell, das Jaguar dezeit zu bieten hat. Am 12. April kommt der 550 PS starke Sportwagen in den Handel.

(Foto: Jaguar)

NürburgringNach Jahren der Krise geht es bei Jaguar wieder aufwärts – und das in großen Sprüngen. Im vergangenen Jahr haben die Briten mit indischem Eigentümer 30 Prozent mehr Autos in Deutschland verkauft, wenn auch auf deutlich geringerem Niveau als die deutschen Premium-Hersteller. Weltweit war es gar ein Plus von 42 Prozent. Jaguar ist im Kommen.

Getragen wurde dieses Wachstum von bestehenden Modellen wie dem Coupé XK oder den Limousinen XF und XJ – teilweise noch mit Kombi-, Allrad- oder Sportablegern. Die große Limousine XJ – selbst in der Kurz-Version stolze 5,12 Meter lang – erlebte im fünften Jahr ihrer Bauzeit so etwas wie einen zweiten Frühling: Noch nie wurden so viele XJ verkauft wie 2013.

Doch was Jaguar am 12. April zu den Händlern rollt, hat mit den elegant gezeichneten Limousinen und den sanft schnurrenden Motoren unter der Haube mit dem Raubkatzen-Logo auf den ersten Blick wenig gemeinsam: das F-Type Coupé. Bereits das Cabrio hatte im vergangenen Jahr die etablierte Sportwagen-Szene durcheinander gewirbelt. In England oder den USA fand der reinrassige Roadster mehr Käufer als der Porsche 911 Carrera. Und mit dem Coupé will Jaguar jetzt den „definitiven Sportwagen“ geschaffen haben.

Auf für Jaguar geradezu kompakten 4,47 Metern hat Chefdesigner Ian Callum eine bildhübsche Karosserie geschaffen, die das Zeug zum modernen Klassiker hat. Die Front ist bereits vom Cabrio bekannt, die sanft abfallende Dachlinie, die in der Seitenansicht stark an den klassischen E-Type erinnert, mündet in einem kurzen, knackigen Heck. Die kompakten Überhänge und die weit ausgestellten Radhäuser lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass hier kein zahmer Stubentiger, sondern eine echte Raubkatze steht.

300 km/h Topspeed – abgeregelt

Doch bei der Gestaltung des hübschen Alu-Kleids haben nicht nur die Designer, sondern auch jede Menge Techniker mitgesprochen. Anstatt „nur“ das Stoffdach des Cabrios durch eine massivere Konstruktion zu ersetzen, haben die Ingenieure das komplette Seitenteil umgestaltet: Von der A-Säule um den Türrahmen bis hin zum Heck wird ein in einem Bauteil gepresstes Aluminium-Stück verbaut. Das erhöht die Verwindungssteifigkeit des Coupés im Vergleich zum Cabrio nicht um die üblichen 20 bis 30, sondern gleich um 80 Prozent.

Ein Dach für die Raubkatze
Jaguar F-Type Coupe - Festes Dach und starker Motor
1 von 7

Der Jaguar F-Type kommt im Frühjahr auch als Coupé zum Preis von mindestens 67.000 Euro auf den deutschen Markt. Premiere hat der geschlossene Modellbruder des vor sechs Monaten eingeführten Cabriolets nun auf der Los Angeles Auto Show gefeiert. Neben dem festen Dach, das auch für eine neue Profillinie sorgt, gibt es einen neuen Top-Motor mit 405 kW/550 PS.

Das Coupé feierte parallel in Tokio Premiere
2 von 7

Während das Cabrio naturgemäß etwas spielerischer auftritt, gibt das Coupé mit seiner leichteren und steiferen Karosserie den kompromisslosen Sportler. Unterstrichen wird das durch die ebenfalls auf der Messe gezeigte, besonders sportliche R-Version. Auch dort kommt der aus dem offenen F-Type bekannte 5,0-Liter-V8-Kompressorbenziner zum Einsatz, der nun aber 405 kW/550 PS statt 364 kW/495 PS leistet.

Zeitgleich zur Messe in Los Angeles wurde das neue F-Type-Modell auch auf der zeitlich nahezu parallel laufen Motor Show in Tokyo gezeigt.

Das Heck ist eigenständig gestaltet
3 von 7

Die Beschleunigung von null auf 100 km/h soll in Kombination mit der serienmäßigen Achtgangautomatik in 4,2 Sekunden abgeschlossen sein, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 300 km/h angegeben. Für den bisher spurtstärksten Jaguar werden mindestens 103.700 Euro fällig.

Der Zweisitzer erhält einen besonders starken V8
4 von 7

Weil beim Coupé das knapp geschnittene Stoffverdeck durch ein komplett eigenständig geschnittenes Stahldach ersetzt wird, verfügt das Coupé über ein anderes Profil als der Roadster.

mid Los Angeles USA; Schwalbach - Die Dachlinie des Jaguar F-Type Coupé geht nahtlos in das Stummelheck über, die geschwungene Linienführung mit breit
5 von 7

Wo letzterer in einem langen, horizontalen Kofferraumdeckel endet, gibt es beim Coupé eine fließende Linie zwischen dem höchsten Punkt des Daches und dem ausfahrbaren Spoiler am Heck.

So entsteht ein Laderaum mit immerhin 407 Liter Fassungsvermögen bei dachhoher Beladung.

mid Los Angeles USA; Schwalbach - Für das Jaguar F-Type Coupé stehen drei Motorisierungen mit Leistungen zwischen 250 kW 340 PS und 405 kW 550 PS zur
6 von 7

Ergänzt wird das Motorenprogramm durch den aus dem Cabrio bekannten 3,0-Liter-V6-Kompressormotor. Er steht wahlweise mit 250 kW/340 PS oder 280 kW/380 PS zur Verfügung.

Die Verbrauchswerte konnten gegenüber dem schwereren Cabrio leicht gesenkt werden und liegen bei 8,8 beziehungsweise 9,1 Litern. Der neue V8-Motor benötigt 11,1 Liter.

mid Los Angeles USA; Schwalbach - Das neue F-Type Coupé hat Jaguar jetzt in Los Angeles vorgestellt. Der Marktstart in Deutschland zum Preis ab 67 000
7 von 7

Die Dachlinie des Jaguar F-Type Coupé geht nahtlos in das Stummelheck über, die geschwungene Linienführung mit breit ausgestellten hinteren Radkästen entspricht dem Cabrio.

Der Marktstart in Deutschland zum Preis ab 67 000 Euro ist im kommenden Frühjahr geplant.

Die gewonnene Steifigkeit braucht es auch, wenn man zu dem V8-Topmodell greift. Der F-Type R genannte 5-Liter-Kompressor ist im Vergleich zum Cabrio, wo er V8 S heißt, um 55 auf nun 550 PS erstarkt. Damit schießt der V8 das 1,6 Tonnen schwere Coupé in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h – so schnell spurtet derzeit kein anderer Jaguar. Erst bei 300 Stundenkilometer endet der Vortrieb – in einer elektronischen Mauer, sonst wäre noch mehr drin.

Ob der V8 jetzt ein „R“ oder ein „V8 S“ im Kühlergrill trägt, scheint auf den ersten Blick vernachlässigbar. Doch abgesehen von ein paar Spoliern macht es beim Fahrwerk einen großen Unterschied: Das adaptive Fahrwerk des „R“ prüft bis zu 500 Mal pro Sekunde die Dämpferraten und stellt diese neu ein, zudem sind vorne und hinten straffere Federn verbaut. Zusätzlich hilft noch ein elektronisch steuerbares Differenzial an der Hinterachse, die bis zu 680 Newtonmeter Drehmoment am Kurvenausgang sicher auf die Straße zu bringen.

Mit der sanf abfallenden Dachlinie und den kurzen Überhängen erinnert das F-Type Coupé an den legendären E-Type. Quelle: Jaguar

Mit der sanf abfallenden Dachlinie und den kurzen Überhängen erinnert das F-Type Coupé an den legendären E-Type.

(Foto: Jaguar)
Ein Sound wie ein nahendes Gewitter
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

2 Kommentare zu "Fahrbericht Jaguar F-Type Coupé: Kein schnurrendes Kätzchen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das ist der schönste unvernünftige Newcommer der letzten Jahre. Dank Tata dürfen die Designer von Jaguar endlich schöne Autos bauen.

  • M.E. kein würdiger Nachfolger des Jaguar E.
    So etwas sieht so aus:
    http://www.lyonheart.com/
    Zeitlos elegant, der Lionheart K!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%