Fahrbericht: Kia Picanto
Der macht was her, der Kleine

Die dritte Generation des Picanto ist nicht nur richtig schick geworden, sondern fährt sich auch eine Klasse besser wie zuvor. Wenn es der größere Motor und viel Ausstattung sein soll, wird es aber auch schnell teuer.

Unverändert kurz und knapp tritt der neue Kia Picanto an. Die ab 1. April erhältliche dritte Generation des Kleinstwagens streckt sich wie zuvor auf eine Länge von 3,60 Metern und hält so genügend Längenabstand zum nächstgrößeren Modell im Kia-Portfolio, dem kürzlich ebenfalls neu aufgelegten Kleinwagen Rio. Der nur noch als Fünftürer angebotene Picanto kostet in Verbindung mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder (49 kW/67 PS) ab 9.990 Euro. Der 1,2-Liter-Vierzylinder (62 kW/84 PS) steht mit zusätzlich besserer Ausstattung ab 11.890 Euro in der Preisliste.

Schick sieht der Kleine aus. Das Fahrzeug nimmt unter anderem mit der typischen „Tigernasenfront“ Anleihen beim neuen Rio und es steht durch die verkürzten vorderen und hinteren Überhänge nun satter auf der Straße. Fährt er noch in der Ausstattungsvariante GT-Line (ab 14.990 Euro) vor, ist der Picanto sogar ein richtiger Hingucker. Große Luftöffnungen in der Front, LED-Tagfahr- und Rückleuchten, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Seitenschweller sowie ein Heckdiffusor mit Doppelrohrauspuff machen was her.

Sitzt man im Fahrzeug, vergisst man schnell, dass man in einem Kleinstwagen unterwegs ist. Das liegt zum einem am guten Platzangebot. Zumindest auf den vorderen Sitzen geht es kommod zu. Die Sitze sind zudem bequem. Leider lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe und nicht auch noch in der Tiefe verstellen.

Im Fond ist das Raumgefühl natürlich nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv eingeschränkter. Das Kofferraumvolumen ist dafür deutlich gewachsen, es fasst nun je nach Stellung der asymmetrisch im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne zwischen 255 und 1.010 Liter. Beim Umlegen der Rücksitzlehnen entsteht keine Stufe, die Ladefläche ist eben.

Gefallen hat uns auch der Fahrkomfort des automobilen Winzlings. Der Picanto überzeugt mit einem ausgewogenen Fahrwerk. Bodenunebenheiten werden vergleichsweise gut weggebügelt, der „Hoppeleffekt“ fällt sehr gering aus.

So schick beziehungsweise sportiv sich der Picanto zumindest in der GT-Line auch präsentiert – die Motoren sind ganz klassentypisch eher Hausmannskost und sprechen die Vernunft der Käufer an. Zum Marktstart stehen die zwei bereits aus dem Vorgänger vertrauten Sauger-Aggregate, ein Dreizylinder mit 49 kW/67 PS und ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 62 kW/84 PS, zur Wahl. Muskeln lassen sich mit den überarbeiteten Triebwerken nicht zeigen, man trainiert höchstens die eigenen im Schaltarm, um die Triebwerke in Drehmomentlaune zu halten.

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