Fahrbericht KTM 1050 Adventure Für das kleinere Abenteuer

KTM rundet seine Adventure-Baureihe ab: Unterhalb der 1190er wird jetzt die 1050 Adventure platziert. Sie kann auch auf 48 PS gedrosselt werden und A2-Führerscheinbesitzer anlocken. Der Erstkontakt viel freudvoll aus.
  • Ulf Böhringer
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  • Spotpress
Neben zahlreichen Vorzügen hat die 1050 Adventure von der größeren Schwester allerdings auch einige Unarten übernommen Quelle: KTM

Neben zahlreichen Vorzügen hat die 1050 Adventure von der größeren Schwester allerdings auch einige Unarten übernommen

„Nur“ 70 kW/95 PS lassen befürchten, dass der Fahrspaß leiden könnte; immerhin bietet KTMs Basismodell der Adventure-Baureihe, die 1190er, volle 110 kW/150 PS. Doch weit gefehlt: Dank der sehr geschickt vorgenommenen Triebwerksverkleinerung auf 1.050 Kubikzentimeter ergibt sich bei der kleinen Adventure eine ausgesprochene Büffel-Charakteristik. Bis zu ihrem Zenit bei 6.200 Umdrehungen liegt die Motorleistung auf gleicher Höhe wie beim nominell um ein Drittel stärkeren Schwestermodell. Insbesondere auf kurvenreichem Terrain wie beispielsweise Gran Canaria kann sich die KTM 1050 Adventure so hervorragend in Szene setzen.

Das nicht zuletzt auch deshalb, weil sie fünf Kilogramm leichter geworden ist: Etwas schmalere Räder und der Verzicht auf allerlei Ausstattungsdetails sind die Ursachen dafür. Gefühlt ist die 1050er aber sogar wesentlich leichter geworden, was nicht zuletzt daran liegt, dass die schmaleren Reifen vorne wie hinten das Handling in Kurven vereinfachen. Der Fahrspaß leidet unter dem Hubraum- und Leistungsminus also keineswegs, eher im Gegenteil. Das liegt auch am gegenüber der 1190 etwas breiteren Lenker, der die Sitzposition positiv beeinflusst.

Jetzt kann der Sommer kommen
Comeback der Yamaha VMax
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In die Vollen gehen die Motorrad-Hersteller per Definition bei den üppig motorisierten Power Nakeds und Power Cruisern. Zur Saison 2015 erwartet die Fans dieser Motorradgattungen ein wahres Feuerwerk an spannenden Neuheiten, die jeweils für heftige Belebung innerhalb ihres Segments sorgen werden.

So präsentiert Yamaha zum 30. Geburtstag der kultigen VMax zum nahezu identischen Preis von 2010, nämlich 22.495 Euro, die VMax Carbon, bei der die Tankabdeckung sowie beide Radabdeckungen und die beiden Seitendeckel aus dem Kohlefaser-Werkstoff gefertigt sind ... 

Yamaha VMax
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Selbst wenn man 200 PS-Motorrädern ablehnend gegenüberstehen sollte: Dass Yamahas VMax, 1985 erstmals präsentiert und auch damals schon 145 PS stark, ein absolutes Kultbike ist, wird niemand ernsthaft bestreiten.
Nach 20 Jahren Produktionszeit war die VMax 2006 eingestellt worden, doch 2008 kam das Nachfolgemodell: Größer (1.679 statt 1-198 ccm Hubraum), stärker (147 kW/200 PS), rundum besser und damit auch von so manchem (Fahrwerks-)Makel befreit. Zunächst waren lediglich 1.500 Stück für Europa vorgesehen, der Preis wurde auf 19.750 Euro festgesetzt. Ab 2010 kostete sie dann 22.995 Euro und war für jeden zu haben, der genug Selbstbewusstsein besaß, sich mit diesem Powerbike sehen zu lassen ...

Yamaha VMax
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Zum 30. Geburtstag der VMax kommt sie nun als Carbon-Verson zurück. Äußeres Merkmal außer dem Kohelnstoff: Hochgezogener Slip-on-Schalldämpfer von Akrapovic.

Das bisherige Normalmodell wird durch eine um rund 3.000 Euro preisreduzierte Variante ersetzt, die in Matt Grey gehalten ist und sich laut Yamaha besonders gut dafür eignet, vom Besitzer individuell modifiziert zu werden. Sie kostet 19.495 Euro und ist ebenfalls ab April 2015 im Handel. Beide Varianten zählen zu Yamahas mittlerweile vier Modelle umfassenden Sport Heritage-Linie, mit der man insbesondere Kunden ansprechen will, die an das Serienmotorrad individuell Hand anlegen möchten.

Victory Gunner
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An markigen Namen mangelt es bei Victory selten. Die Amerikaner stellten auf der Kölner Motorradmesse Intermot ihre Idee eines Urban Cruisers vor. Gunner nennt sich die Neuheit, die mit einer Sitzhöhe von nur 635 Millimetern, mittig platzierten Fußrasten und dem Drag-Style-Lenker einfaches Handling im Stadtgewühl verspricht, sich aber dank des 1,7-Liter-Motors mit 139 Newtonmetern Drehmoment aber natürlich auch auf der Landstraße mächtig ins Zeug legt. 

Victory Gunner
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Neu sind die Leichtmetall-Gussräder mit 24 Speichen. Mit ihrem auf das Wesentliche beschränkten Auftritt sieht Victory in der Gunner auch eine gute Basis für individuelle Umbauten. In den Handel kam das neue Modell bereits Ende 2014.

Aprilia Tuono V4 1100
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Noch eine neue, nackte Power-Kanone: die Aprilia Tuono V4 1100. Pizza-Experten aufgepasst: Der Name mag zwar nach dem italiensichen Wort für „Thunfisch“ (Tonno) klingen, steht aber genau genommen für „Donner“. Für ebendiesen sollen mächtige 129 kW/175 PS sorgen. 120 Nm Drehmoment lassen ebenfalls aufhorchen wie nur 203 kg Ballast vollgetankt.  

BMW R 1200 R
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Auch von BMW kommt eine neue Power Naked, die mit Spannung erwartet wurde: die R 1200 R ist das vorerst letzte R-Modell, bei dem der neue, luft-wassergekühlte Boxer bislang noch nicht verwendet wurde.

Als absolut überzeugend empfanden wir die Fahrwerksabstimmung an Front und Heck, auch die Bremsanlage mit dem etwas einfacheren Zweikreis-ABS funktioniert tadellos. Zusammen mit der bestens dosierbaren Gasannahme des druckvollen V2-Motors ergibt sich eine überzeugend leichte Fahrbarkeit; dass man wegen des schmaleren Drehzahlbandes öfter schalten muss, als dies bei der weit höher drehenden 1190er der Fall ist, ist dank des leichtgängigen und präzise arbeitenden Getriebes kein Nachteil.

Neben zahlreichen Vorzügen hat die 1050 Adventure von der größeren Schwester allerdings auch einige Unarten übernommen: Das ungünstig geformte Windschild sorgt trotz seiner Verstellmöglichkeit bei Fahrern fast aller Staturen für unangenehme Turbulenzen am Helm, der Bordcomputer ist unpraktisch zu bedienen und seine Anzeigen sind schwer ablesbar. Das KTM-eigene Gepäcksystem überzeugt zwar durch großes Volumen, ist aber optisch arg aufdringlich, da es die Fahrzeugbreite immens wachsen lässt. Immerhin: KTM bietet gegen Mehrpreis ein kleineres Windschild wie auch eine größere Scheibe an. Wie gut diese Alternativen funktionieren, konnten wir während der ersten Ausfahrt jedoch nicht erkunden.

Mit 12.695 Euro liegt die KTM 1050 Adventure um 1.300 Euro unter dem Basispreis der deutlich stärkeren Schwester Quelle: KTM

Mit 12.695 Euro liegt die KTM 1050 Adventure um 1.300 Euro unter dem Basispreis der deutlich stärkeren Schwester

Mit 12.695 Euro liegt die KTM 1050 Adventure um 1.300 Euro unter dem Basispreis der deutlich stärkeren Schwester. Sie muss, um diesen Preis zu erreichen, auf allerlei Ausstattungsdetails verzichten: Der Hauptständer fehlt und die Bordsteckdose ebenfalls. Die schönen Speichenräder mussten relativ gewöhnlichen Leichtmetall-Gussrädern weichen, die Federelemente sind geringer dimensioniert und nicht so vielfältig einstellbar, das ABS ist ebenfalls einfacher gehalten. Zwar ist kein einziges dieser Details von dramatischer Wichtigkeit, in Summe wird ihr fehlen aber doch als Manko empfunden. Einige dieser Dinge lassen sich beim Händler gegen Zuzahlung nachrüsten, so dass die Funktion punktuell verbessert werden kann.

Freilich ist es so, dass kaum eine 1190 Adventure zum Listenpreis von 13.995 Euro aus dem Laden rollt; fast alle Käufer bestellen das 1.550 Euro kostende Elektronik-Paket mit einstellbarem Fahrwerk, Reifendruckkontrolle, Hauptständer sowie Kurven-ABS samt Integralbremssystem dazu, womit sich der Preisabstand in der Praxis dann doch vergrößert.

So dürfte der Hauptkonkurrent der 1050er-KTM eher die Suzuki V-Strom 1000 sein, der sie sowohl preis- wie leistungsmäßig ebenbürtig ist. An die Beratungsqualität der KTM-Händler stellt die 1050 Adventure dennoch große Anforderungen: Ihr Nutzen erschließt sich nicht beim Blick aufs Datenblatt, ihre Vorteile müssen überzeugend erklärt werden. Nicht zuletzt deshalb, weil der KTM-Slogan „Ready to Race“ ja suggeriert, dass nur viel (Leistung) auch viel (Fahrspaß) bringt.

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