Fahrbericht: Lexus RX
Gleiten auf hohem Niveau

Anders als in den USA spielt Lexus in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle. Mehr Beachtung soll die vierte Generation des RX finden. Das neue SUV polarisiert nicht nur durch sein Design.
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Man kann nicht behaupten, dass Deutschland zu den Parademärkten von Lexus zählt. Genau genommen führt Toyotas Edeltochter hier ein Nischendasein. Ganz anders sieht die Sache in den USA aus. Hier brummt das Geschäft. Über die Hälfte aller gebauten Lexus-Modelle wird nach Nordamerika verkauft. Dort sieht man übrigens bereits ein SUV herumfahren, das zu uns erst Anfang nächsten Jahres kommt: den neuen RX. Diese Lexus-Baureihe gibt es schon seit 1998. Kein Modell hat die Marke mehr geprägt. Über 2,2 Millionen RX rollten bislang von den Bändern.

Ob Generation Nummer vier an der Erfolgskurve nahtlos anknüpft, wird die Zukunft zeigen. Denn im Design ist der neue RX radikaler als alle Vorgänger zusammen. Besonders die Front mit dem riesigen Doppel-Trapez-Kühler, intern Diabolo-Grill genannt, ist ein Fall für Individualisten. „Wir wollen eigenständiger sein, bewusst polarisieren, sonst kommt niemand zur Marke“, verteidigt Alain Uyttenhoven, Vorstand Lexus Europa, den mutigen optischen Auftritt. Chef-Designer Gen Ikeda spricht beim neuen RX gar von „mitreißender Kraft“. Nun, denn.

Dass der RX auch unter der Haube hält, was sein Äußeres verspricht, dafür soll eine Systemleistung von 313 PS sorgen. Zustande kommt diese durch einen Hybridantrieb (daher der Buchstabe „h“ hinter der Typenbezeichnung). Der Hybrid besteht aus einem 3,5 Liter großen V6-Benziner im Verbund mit zwei E-Maschinen (eine vorne, eine hinten). Alle drei Antriebe harmonieren bestens miteinander und unterstreichen deutlich, dass kein anderer Autohersteller so viel Erfahrung mit der Hybrid-Technik hat wie Lexus, respektive Toyota.

Die Elektromotoren helfen beim Beschleunigen (Boost-Effekt), generieren Strom beim Gaswegnehmen und Bremsen und können den RX sogar einige Kilometer alleine antreiben – leise und emissionsfrei. Bei zurückhaltender Fahrweise, und dazu animiert der Hybrid-RX schnell, bringt sich der V6-Benziner nahezu unmerklich ins Spiel. Alles läuft sehr geschmeidig ab.

Die Elektronik bestimmt das Geschehen, abhängig davon, welcher Fahrmodus (Normal, Eco, Sport) zuvor gewählt wurde. Als Normverbrauch gibt Lexus 5,2 Liter an. Jeder weiß, dass dies im realen Verkehr kaum zu schaffen ist. Unser Bordcomputer zeigte, bei nicht immer gestreicheltem Gaspedal, 8,9 Liter an. Ein dennoch respektabler Wert für ein Benzin-SUV von 4,89 Meter Länge und zwei Tonnen Gewicht.

Einen Dieselmotor nimmt Lexus für den RX nach wie vor nicht ins Programm. Für Europa wäre die Stückzahl zu gering, als dass es sich lohnen würde. Und die Amerikaner mögen keinen Diesel. Im Umfeld des VW-Abgasskandals sogar weniger denn je. Wem der Hybridantrieb nicht so recht behagt, aber den RX trotzdem cool findet, kann das Modell auch als 200t fahren.

Dann treibt den Lexus ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 238 PS an, der eine insgesamt überzeugende Vorstellung ablieferte. Zumal die Kraft über eine konventionelle, man kann fast sagen, aufmerksame Sechsgangautomatik an die Räder geschickt wird und besser reagiert als das stufenlose agierende Planetengetriebe. Allerdings sollte man beim 200t auch die Bereitschaft mitbringen, einige Liter mehr zu tanken. Ein einstelliger Wert ist hier kaum zu schaffen.

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Vorne sitzt man perfekt

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