Fahrbericht Mini John Cooper Works Coupé: Teurer Giftzwerg

Fahrbericht Mini John Cooper Works Coupé
Teurer Giftzwerg

Ein Mini fährt sich wie ein Gokart, das im vergangenen Jahr eingeführte Coupé erst recht. Die John Cooper Works-Version setzt noch einen drauf: Mit 211 PS verspricht der Mini nicht nur Quer-, sondern auch Längsdynamik.
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HannoverBescheidenheit ist seine Sache nicht. Er kracht mit Form und wilder Straßenmode in jedes Auge. Jeder Quadratzentimeter Provokation, von den riesig wirkenden 17-Zöllern bis zu den beiden Streifen, die sich rot auf weißen Bug und Heck und weiß auf dem roten Dach breitmachen. Das Dach selbst erinnert mit seinem weit über das Heckfenster reichenden Spoiler an das Basecap auf dem Kopf eines Skateboarders – mit dem Schirm nach hinten. Das Mini John Cooper Works Coupé reizt seinen Fahrer und alle anderen aber nicht nur im Stand.

Einmal in Fahrt, erweisen nur BMW-Fahrer dem Kleinen einigen Respekt. Sie wissen offenbar eher als die Fahrer anderer Marken, was der Mini aus dem BMW-Stall in Großbritannien so alles kann. Andere wollen es allzu gern lernen. Sie wollen erleben, ob der so „geht“ wie er aussieht. Sie suchen die Kraftprobe. Das Coupé braucht im fünften Gang gut fünf Sekunden von 80 auf 100 km/h. Da können nicht allzu viele mithalten, und die sind alle deutlich teurer als das John Cooper Works Coupé für nicht eben bescheidene 31.500 Euro in der Basisversion, die man nur noch um ein paar schmückende Elemente wie die 17-Zoll-Leichtmetallräder Mini Yours Twin Blade Spoke aufmotzen kann.

Auch in Kurven haben die meisten das Nachsehen, in engen Kurven mehr noch als in langgezogenen. Der Kleine mit seinem mit 2,47 Meter bei einer Gesamtlänge von 3,76 Meter relativ langen Radstand zeigt gerade in Spitzkehren seine seelische Verwandtschaft mit einem Gokart: Es geht unglaublich viel, mit ausgeschaltetem ESP auch mal so viel, dass das Heck stramm mitlenkt.

Der Radstand kann das Gewicht auf der Vorderachse allerdings nicht ausgleichen. Bei Vollbremsungen aus hohen Geschwindigkeiten kann der nur rund 1.200 Kilogramm schwere Kleine schon mal zum Giftzwerg werden und so stark schwänzeln, dass dem Menschen am Sport-Lederlenkrad Hören und Sehen vergeht. Vielleicht steckt unter der großen, hochschwingenden Heckklappe deswegen ein 240 Liter großer Kofferraum, dass man zum Ausgleich genug auf die Hinterachse laden kann, nur beschränkt durch die maximale Zuladung von 290 Kilogramm.

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