Fahrbericht Nissan Qashqai
Zungenbrecher mit Potential

Kombi, SUV oder doch Van? Der Nissan Qashqai passt in keine Schublade. Mit einem ähnlichen Konzept, frischem Design und einem hochwertigen Innenraum will die zweite Generation an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen.
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MadridEs war ein großes Wagnis, das Nissan im Jahr 2007 einging: Statt eines klassischen Kompaktwagens sollte ein straßenorientiertes SUV in der so wichtigen Golf-Klasse auf Kundenfang gehen. Höhere Sitzposition, kein Gelände-Fokus und der Preis eines Kompaktwagens – mit diesem Rezept wollten die Japaner etwa 700.000 Fahrzeuge absetzen. Wie konnte man ihn einordnen? Kombi? Oder doch SUV? Oder doch lieber Van? Der komplizierte Name „Qashqai“ machte diesen Plan zunächst nicht einfacher. Doch er ging auf.

Die angepeilte Marke von 100.000 Qashqais pro Jahr übertrafen die Japaner locker. In den sieben Jahren seiner Bauzeit fanden weltweit zwei Millionen Qashqai einen Käufer – 1,5 Millionen davon alleine in Europa. Damit avancierte der Qashqai schnell zum wichtigsten Nissan-Modell auf dem alten Kontinent.

Bei so einem erfolgreichen Konzept erscheint es logisch, dass Nissan bei der zweiten Generation, die wieder im britischen Sunderland gefertigt wird, auf Evolution statt Revolution setzt. Am Grundprinzip wurde nichts geändert, am Design aber schon. Kamen die ersten Modelle ab 2007 noch so unscheinbar wie die sprichwörtliche graue Maus daher, wirkt der Qashqai Nummer zwei mit seinen LED-Lichtern und Sicken geradezu dynamisch. Und vor allem: Er ist als Nissan erkennbar. Die Zeiten, in denen jeder Nissan komplett anders aussah, sind vorbei. Jetzt prägen die V-förmige Spange im Kühlergrill und die LED-Tagfahrlichter in „Bumerang“-Optik das neue Markengesicht, das auch schon den Cityflitzer Note ziert.

Zu dem dynamischen Auftritt tragen auch die neuen Außenmaße – 4,7 Zentimeter länger, 2 Zentimeter breiter und 1,5 Zentimeter flacher – bei, sie lassen den neuen Qashqai deutlich stämmiger auf dem Asphalt stehen. Und zudem wird klar, wohin die Reise geht: Noch weiter weg vom Gelände, dafür besser auf der Straße.

In Kurven ist die Seitenneigung angenehm gering, das Fahrwerk vermittelt in fast jeder Situation Souveränität. Nur bei Querfugen und Schlaglöchern poltert es ab und zu aus der Federung. Die größte Neuheit beim Fahrwerk werden allerdings die wenigsten Fahrer bemerkten – gerade weil das System so unauffällig arbeitet. Die serienmäßige „Chassis Control“ vermindert durch gezielte Bremseingriffe an einzelnen Rädern das Aufschaukeln nach Bodenwellen und erhöht die Stabilität in Kurven. Wer jetzt an die abrupten Bremseingriffe der ersten ESP-Systeme denkt, liegt falsch.

Auch andere Systeme haben die Nissan-Ingenieure auffällig unauffällig versteckt. Das Radar für den Kollisionswarner zum Beispiel liegt unsichtbar hinter der Stoßstange – und nicht in extra Aussparungen in Stoßfänger oder Kühlergrill. Auch die Around-View-Kameras in den Außenspiegeln fallen kaum auf. Hielt sich der Vorgänger noch mit elektronischen Helfern zurück, kommen hier ein Notbrems-, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie einer für die Verkehrszeichenerkennung zum Einsatz. Sinnvoll sind alle diese Systeme, aber eines werden die meisten Fahrer im Alltag wohl abschalten: Der Spurhalteassistent piepst sehr früh, selbst wenn die Linie noch nicht einmal berührt wird. Das Abschalten im Bordcomputer geht über die logisch angeordneten Lenkradtasten zum Glück sehr einfach.

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Der Qashqai+2 ist Geschichte

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