Fahrbericht: Opel Corsa
Der etwas andere Adam

Nach acht Jahren wird es Zeit für die fünfte Generation des Corsa. Opel wollte seinen Bestseller in jeder Beziehung an die Spitze des Kleinwagen-Segments führen. Ist das gelungen? Eine erste Ausfahrt gibt Aufschluss.
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Der Corsa ist für Opel ein echter Bestseller und damit neben dem Astra das wichtigste Modell im Programm der Rüsselsheimer. Kein Wunder, dass die ab Dezember im Handel erhältliche fünfte Generation des Kleinwagens mit Spannung erwartet wird. Der Basispreis von 11.980 Euro (51 kW/70 PS) ist keine Überraschung. Und das deutlich ans Adam-Design angelehnte Outfit ist zwar völlig neu, schlägt aber keinesfalls über die Stränge.

Allerdings müssten die Opel-Verantwortlichen eigentlich ein wenig genervt sein: Seit Wochen wird nachgefragt, ob der Corsa E denn gar kein rundum neues Auto sei. Schließlich ist die Bodengruppe ja die gleiche wie beim Vorgänger, und beide weisen exakt 2,51 Meter Radstand aus. Doch was sagt eine Bodengruppe schon über den Fortschrittsgehalt eines Fahrzeugs aus?

Wer Andreas Zipser, dem Corsa-Chefingenieur zuhört, merkt sehr schnell, dass der Rüsselsheimer Kleinwagen schon als Neuentwicklung durchgehen darf. Er schwärmt vom renovierten Fahrwerk, das neu konstruierte Achsen, einen verstärkten Hilfsrahmen sowie geänderte Radaufhängungen enthält. Auch die Servolenkung wurde neu konstruiert. Die Techniker verpassten ihr eine neue Geometrie und veränderten die Konfiguration der Zahnstange, was einen besseren Geradeauslauf sowie mehr Komfort bewirken soll.

Zweifellos punktet der Opel mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Beim Basismodell ist der monetäre Unterschied zum Hauptwettbewerber ja noch überschaubar: Wer einen Polo möchte, muss 620 Euro mehr ausgeben, bekommt mit 60 PS allerdings zehn Pferdchen weniger. Wer sich aber in der 100 PS-Klasse umsieht, muss bei Volkswagen rund zweieinhalbtausend Euro mehr auf den Tisch legen – im preissensiblen Kleinwagen-Segment durchaus eine Stange Geld. Auf übliches High-Tech, wie beispielsweise intelligente Assistenzsysteme, muss man bei Opel in dieser Liga ab sofort nicht mehr verzichten.

So gibt es neuerdings Einparkautomatik (580 Euro) und ein 700 Euro teures Paket mit einer ganzen Reihe von Annehmlichkeiten wie Kollisionswarner, Spurhalte-Alarm sowie kamerabasierter Verkehrszeichen-Erkennung. Auch Xenonlicht ist nun erhältlich (ab 750 Euro). Autonomes Bremsen sowie ein aktiver Tempomat bleiben dem Technik-Fan jedoch zunächst verwehrt.

Dafür gibt es ein beheizbares Lenkrad plus beheizbare Frontscheibe; diese Zutaten und darüber hinaus Parksensoren samt Tempomat wandern zum Paketpreis von 510 Euro an Bord – auch heute noch nicht selbstverständlich in dieser Auto-Kategorie. Erstmals neues Terrain betritt der Corsa bei der Navigation: Wer eine Straßenkarte auf dem großen TFT-Monitor abbilden möchte, muss das System mit seinem Smartphone verbinden und eine 50 Euro kostende App herunterladen.

Die dafür erforderliche Hardware hört auf den Namen IntelliLink und kostet 950 Euro (Basisline) respektive 300 Euro extra für die höheren Linien. Darin inbegriffen sind neben dem Display eine Bluetooth-Freisprechanlage, die Konnektivität verschiedener Handy-Applikationen, darunter auch Internet-Radio, sowie ein klassisches Radio mit umfangreichen Funktionen.

Opel hat zum Auftakt die beiden Versionen mit den neuen Benzinern zur Verfügung gestellt. Da wäre der Einliter-Dreizylinder mit Direkteinspritzung und Turboaufladung. Das Downsizing-Triebwerk wartet mit ordentlichen 85 kW/115 PS auf und bietet eine ansehnliche spezifische Leistung. Der Hersteller verspricht einen Spritkonsum von unter fünf Litern (114 g CO2/km), was für die Performance in Ordnung geht.

Immerhin beißt der Voll-Alumotor mit 170 Nm Drehmoment, die über einen breiten Bereich von 1.800 bis 4.500 Touren abrufbar sind. So kann der 1.0 recht schaltfaul gefahren werden. Drehzahl-Freunde mögen sich aber ruhig eingeladen fühlen, das Fahrpedal mal näher ans Bodenblech zu drücken.

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