Fahrbericht: Peugeot Metropolis 400 RX-R
Drei Räder, die sich fast lenken wie zwei

Seit vier Jahren versucht Peugeot, mit seinem Dreirad-Roller dem Piaggio-Bestseller Konkurrenz zu machen. Um den Abstand zu verringern, wurde der Metropolis im Detail kräftig überarbeitet.

Vor vier Jahren, im März 2013, kam der Peugeot Metropolis erstmals auf die Straße. Damit betraten die Franzosen gleich doppeltes Scooter-Neuland: Nie zuvor gab es bei ihnen eine Fahrwerkskonstruktion mit drei Rädern, und erstmals setzten sie den neuen Motor LFE 400i, den bis dato größten Zweirad-Antrieb aus der französischen Entwicklungsabteilung ein.

Drumherum strickten die Gallier eine äußerst moderne Hülle mit LED-Leisten und LED-Tagfahrlicht sowie einem markanten Kühlergrill, der die Nähe zur Automobil-Abteilung optisch dokumentiert. Wie ein moderner PKW strotzt auch der Peugeot-Scooter vor innovativen Ausstattungsdetails, die vom schlüssellosen Smart Key über eine elektrisch betätigte Feststellbremse bis zum kompletten Cockpit mit Reifendruckkontrollsystem reichen.

Es hätte ein richtiger Verkaufs-Knaller werden können, wenn nicht schon 2006 die Italiener mit ihrem Piaggio mp3 etwas schneller gewesen wären und dank einer Gesetzeslücke, die das Fahren dieser Roller-Gattung nur mit dem Pkw-Führerschein erlaubte, den Dreirad-Markt seitdem beherrschen. Selbst in Mutterland Frankreich, wo sich der mp3 letztes Jahr mehr als 6.000 Mal verkaufte, hinkt der Metropolis mit 1.500 Einheiten hinterher, in den anderen europäischen Ländern sieht es nicht anders aus.

Das könnte sich aber nun vielleicht ändern. Der 2017er-Metropolis ist kaum wiederzuerkennen. Zwar besaß er schon bisher eine ausgezeichnete Stabilität, bei schnellen Fahrbahnwechseln agierte er aber recht träge und verlangte reichlich Lenkhilfe und Körpereinsatz des Fahrers, um ihn in Schräglage zu bringen.

Jetzt aber reagiert der Dreiradler fast so wie einen herkömmlichen Scooter mit zwei Rädern. Lenkbefehle werden wesentlich direkter umgesetzt, der Metropolis offeriert eine bisher nicht gekannte Agilität. Um das zu erreichen, haben die Techniker tief in die Trickkiste gegriffen und dem Dreiradler mit verschiedenen Kniffen Beine gemacht.

Die bekannte Fahrwerkskonstruktion aus Stahlrohrrahmen, zwei Dreieckslenkern mit horizontalem Federbein vorn sowie Triebsatzschwinge und zwei Federbeinen hinten besteht weiterhin. Der Rohrrahmen kommt in der Front durch einige Modifikationen, die kaum auffallen, um etwa 50 Prozent steifer daher. Der entscheidende Eingriff  sind die auf 13 Zoll vergrößerten Vorderräder, die mit schmaleren Michelin-Reifen in der Dimension 110/70-13 bestückt sind. Zudem finden weichere Federn in den Dämpfern Verwendung. Die Anpassungen zeigen die erwünschte Wirkung.

Denn auch beim Antrieb haben die Ingenieure Hand angelegt. Allein schon wegen der seit 1. Januar geltenden Abgasnorm Euro 4 war dies nötig geworden. Eingriffe in den 399-Kubik-Einzylinder-Viertaktmotor wie z.B. eine neue Nockenwelle mit geringerer Reibung, eine neu abgestimmte Einspritzanlage von Dell’Orto und ein neuer Katalysator mit Sauerstoffsensor verringern nicht nur die Emissionen, die Franzosen glauben, damit auch den Benzinverbrauch reduziert zu haben.

Der soll laut Prüfzyklus bei 3,9 Litern auf 100 km liegen. Die Verbrauchsanzeige im Cockpit wies bei den ersten Testfahrten allerdings 4,9 Liter für 100 Kilometer aus – immer noch ein guter Wert.

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Drei Räder, die sich fast lenken wie zwei

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Bremsweg um ein Fünftel verkürzt

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