Fahrbericht Renault Alaskan
Lastesel mit guten Genen

Die Nachfrage nach Pick-ups steigt und auch Renault will zukünftig seine Nutzfahrzeug-Kundschaft mit einem eigenen Modell zufrieden stellen können. Statt einer teuren Neuentwicklung greifen die Franzosen aber auf eine bewährte Basis zurück.
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LjubljanaPick-ups mit offener Ladefläche und viel Bodenfreiheit mögen für Präriefarmer und Landschaftsgärtner das Non-plus-Ultra sein, muss man damit allerdings in die City, sind sie vor allem eins: sperrig und unhandlich. Trotzdem erfreuen sich die robusten Lastesel immer größerer Beliebtheit, allein in Deutschland ist der Absatz in den vergangenen acht Jahren von gut fünfeinhalbtausend auf über 21.000 Einheiten gestiegen. Das Angebot wächst mit: Ab November wartet für mindestens 36.900 Euro auch der Renault Alaskan beim Händler.

Zwar ist der Franzose ganz frisch ins hiesige Renault-Portfolio eingezogen, doch wirklich neu ist der Pick-up nicht: Zum einen rollt er schon seit gut einem Jahr über südamerikanische Straßen – zum anderen ist er nicht viel mehr als ein verkleideter Nissan Navara. Abgesehen von wenigen optischen Änderungen an Front und Heck haben die Franzosen den Lastesel eins zu eins von ihrem japanischen Allianzpartner übernommen. Vor allem im Innenraum hat Renault gar nicht erst versucht, den Anschein zu erwecken, der Alaskan sei ein eigenständiges Auto.

Während Mercedes bei der ebenfalls auf dem Nissan aufbauenden X-Klasse das gesamte Cockpit ausgetauscht und seine eigene Inneneinrichtung eingebaut hat, übernimmt Renault vom Kombiinstrument bis zum Sitzheizungsschalter, vom Touchscreen-Navi bis zum Fensterheber alles vom Navara. Das heißt: Auch der Alaskan hat kein längsverstellbares Lenkrad und ist was Optik und Haptik angeht eher auf Robustheit denn auf Lifestyle ausgelegt.

Den Kunden wird’s nicht stören, denn die Basics passen: Das Platzangebot in dem ausschließlich als Doppelkabine mit vier Türen erhältlichen Alaskan ist gut, die Sitzposition einwandfrei und das Gestühl auch auf längerer Strecke nicht unbequem. Dazu kommen zahlreiche Ablagen: Im Handschuhfach, in den Türtaschen, unter der Mittelarmlehne, auf dem Armaturenbrett und nicht zuletzt unter den Rücksitzen lässt sich allerlei Klein- und nicht ganz so kleiner Kram verstauen.

Serienmäßig fährt der Pick-up immer mit Alurädern, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und Tempomat vor – Extras, die der gut 5.000 Euro günstigere Nissan nur gegen Aufpreis an Bord hat. Ab der zweiten Stufe kommen das etwas fummelige Navigationssystem mit 7-Zoll-Touchscreen, eine Klimaautomatik und die Einparkhilfe hinten dazu.

Letztere ist auf jeden Fall empfehlenswert, noch besser ist die in der höchsten Ausstattung neben Voll-LED-Scheinwerfern und Sitzheizung serienmäßige 360-Grad-Ansicht: Die kann zwar den Wendekreis von deutlich über zwölf Metern auch nicht verkleinern, aber zumindest das Rangieren mit dem 5,40-Meter-Schiff merklich vereinfachen.

Wer sich für die Basis-Version entscheidet, wählt damit zugleich die schwächere von zwei verfügbaren Motorisierungen: Nur der einfach aufgeladene 2,3-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 120 kW/163 PS fährt in der Einstiegs-Ausstattung (und ohne Option auf ein Upgrade) vor.

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