Fahrbericht: Seat Ateca
Dieser Spanier fordert den Tiguan heraus

SUVs bleiben im Trend. Diesem Boom will Seat nicht länger tatenlos zusehen. Spät kontern die Spanier mit dem Ateca – und fahren gut damit. Über 5.000 Kunden bestellten, bevor der Wagen überhaupt beim Händler steht.
  • 1

Streng genommen ist der Ateca kein Spanier sondern ein Tscheche. Seat lässt sein erstes SUV nämlich bei der Konzernschwester Skoda in Tschechien bauen. Dem Kunden dürfte dies letztlich egal sein. Die Qualität stimmt hier ebenso. Vielmehr freut er sich, dass die sportlich-spanische Marke überhaupt ein SUV im Programm hat. Lange genug hat es ja gedauert.

Wie gut diese Autogattung zu Seat passt, zeigt allein schon die Anzahl der Vorabbestellungen, denn erst am 2. Juli rollen die ersten Ateca zum Händler. Nie zuvor in der Firmengeschichte von Seat Deutschland haben mehr als 5.000 Kunden bereits „blind“ bestellt, das heißt, gekauft, ohne den Wagen auch nur einen Meter bewegt zu haben.

Das zeugt von viel Vertrauen in den Hersteller, einerseits. Und, mittlerweile weiß fast ein jeder: Seat bedient sich aus dem technischen Baukastensystem des Volkswagen-Konzerns. Mit anderen Worten: In jedem Ateca fährt auch ein Stück Golf oder Polo mit.

Optisch zeigt sich der stolze Spanier betont kantig, ganz nach Art des Hauses, und erinnert in der Linienführung an den Léon. Als Besonderheit ließen sich die Designer LED-Tagfahrleuchten einfallen, die auch gleichzeitig die Funktion des Blinkers übernehmen. Und als sogenanntes „Welcome-Light“, schickt ein Lichtspot unter dem Außenspiegel Signatur und Namen des Autos auf den Straßenbelag, sobald man die Türen entriegelt hat.

Mit 4,36 Metern ist der Ateca – der Name entstammt einer spanischen Stadt – so groß wie die erste Tiguan-Generation und will vor allem der asiatischen und französischen Konkurrenz Paroli bieten. „Wir zielen hauptsächlich auf den Nissan Qashqai“, sagt Ulrich Selzer, bei Seat zuständig für den weltweiten Vertrieb. Ein Grund auch, warum der Preis des kompakten Spaniers bei 19.990 Euro beginnt.

Die Basis allerdings werden sich die wenigsten Kunden leisten. Karge Kassenmodelle sind unbeliebt. Schon bei den Vorbestellungen kristallisierte sich heraus, dass 70 Prozent der Kunden zur besten Version „Xcellence“ griff.

Motto: Wenn schon, denn schon. Erwähnt sei der Einstiegs-Ateca dennoch, der erst zum Jahresende verfügbar ist. Unter seiner Haube werkelt ein kleiner Dreizylinder-Benziner mit 115 PS, den Seat Entwicklungschef Matthias Rabe ohne flaues Gefühl im Magen freigegeben hat. „Der kleine TSI ist mit dem Ateca in keiner Weise überfordert“, so Rabe.

Dennoch, die beste Empfehlung für den Ateca lautet: 1.4 TSI mit 110 kW/150 PS zum Preis von 24.700 Euro. Der Vierzylinder-Turbobenziner passt hervorragend, entwickelt sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter sogar genauso früh (1.500/min) wie der gleichkräftige, aber wesentlich teurere 1,6-Liter-Diesel (ab 26.210 Euro) und läuft insgesamt ruhiger und geschmeidiger als der Selbstzünder. Und der Normverbrauch liegt mit 5,3 Liter nur unwesentlich (0,1 Liter) über dem des Dreizylinders.

Eher für Viel- und Langstreckenfahrer gedacht ist das Diesel-Topmodell 2.0 TDI mit entweder 150 oder gar 190 PS, das sich preislich (ab 27.560 Euro) allerdings schon recht weit von der Basis entfernt. Allradantrieb und das Doppelkupplungsgetriebe kosten nochmals 1.700 Euro beziehungsweise 1.800 Euro extra.

Es überrascht nicht, wie präzise, locker und leicht sich der Ateca bewegen lässt. Denn die technische Grundlage bildet die MQB-A1-Plattform von VW und bei der Entwicklung wurde besonderen Wert auf Leichtbau und Agilität gelegt. „Kein Wettbewerber im Vergleich fährt sich handlicher“, versichert Chefentwickler Rabe. Sehr angenehm ist zudem das niedrige Geräuschniveau.

Seite 1:

Dieser Spanier fordert den Tiguan heraus

Seite 2:

Sehr guter Kofferraum

Kommentare zu " Fahrbericht: Seat Ateca: Dieser Spanier fordert den Tiguan heraus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ralph, Rainer,Harald, Marc, Hubert ,enrico, Lothar.....
    hier kann man noch kommentieren, auf gehts......

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%