Fahrbericht: Toyota Aygo
Faszination mit Faktor X

Der lässt sich kein X für ein U vormachen: Mit dem neuen Aygo bricht Toyota aus dem Einerlei der Kleinstwagenwelt aus und setzt im Bruderstreit mit Peugeot 108 oder Citroen C1 vor allem auf Farbe und Flair.
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DüsseldorfNein, das große X haben sie ihm nicht ohne Grund ins Gesicht geschnitten. Wenn David Terai das Design des neuen Toyota Aygo beschreibt, dann spricht der Chief Engineer gern von der harten Schale, die vor lauter Kraft von innen aufbricht. Die einen erinnert das an ein Frühstücksei, das ein bisschen zu lange gekocht wurde.

Doch die Japaner sehen das als Symbol dafür, dass der Aygo die Grenzen seiner Klasse sprengen möchte, wenn er im Juli zu kaum veränderten Preisen um 10.000 Euro in den Handel kommt. „Es hat schließlich niemand gesagt, dass man nicht auch auf einen Kleinstwagen stolz sein und damit seinen Spaß haben kann“, behauptet Terai und tritt mit dem Aygo den Beweis an.

Dabei setzt er vor allem auf den Faktor X – nicht nur beim Design. X steht auch für X-Change und meint das bunte Farbkonzept des Kleinstwagens, das die Kunden individuell konfigurieren können. Wenn sie wollen sogar noch Jahre nach dem Kauf. Denn zehn Anbauteile der Karosserie und ein knappes Dutzend Konsolen im Innenraum lassen sich problemlos austauschen und in vielen Farben kombinieren.

„So, wie man heute sein Mobiltelefon mit immer neuen Hüllen individualisiert, hat man dann auch einen einzigartigen Aygo“, freut sich Terai. Und bei über einer Million denkbaren Kombinationen kann man diese Einzigartigkeit sogar ziemlich wörtlich nehmen.

Das X taucht beim Aygo aber noch öfter auf – zum Beispiel beim neuen Infotainment-System „x-Touch“, das den Megatrend zur Connectivity aufnimmt: Mit dem Mobiltelefon gekoppelt, bringt es eine Online-Navigation auf den Touchscreen, holt Internetradio ins Auto und pflegt die Kontakte bei Twitter oder Facebook. Und zumindest in dieser Klasse ist auch die angeschlossene Rückfahrkamera noch etwas Besonderes.

Faktor X für Aussehen, Ambiente und Ausstattung machen aus dem Aygo tatsächlich ein innovatives Auto - na ja, zumindest für einen eher konservativen japanischen Hersteller. Und über das viele Hartplastik und die dünnen Sitzpolster kann man angesichts der bunten Konsolen und des unverändert niedrigen Preises auch leichter hinweg sehen. Aber gemessen zum Beispiel am Heckmotor-Konzept des neuen Twingo ist auch der neue Aygo unter dem Blech ein eher konventioneller Kleinstwagen, der sich von seinem Vorgänger obendrein kaum unterscheidet.

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