Fahrbericht: Triumph Tiger Sport
Sanfter Streicheln mit geschärften Krallen

Triumph hat seine Reiseenduro Tiger Sport gründlich überarbeitet und dabei sowohl ihre sportlichen Talente weiterentwickelt. Und auch wenn es wie ein Gegensatz klingt: Der Fahrkomfort ist nun ebenfalls stark verbessert.
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Man schrieb 2007, als Triumph seine Reiseenduro Tiger 955 zur Tiger 1050 weiterentwickelte. Deren noch rudimentär vorhandene Offroad-Fähigkeiten wurden weitestgehend gekappt, der Straßeneinsatz stand klar im Vordergrund. Die Tiger – seinerzeit gab es die Tiger 800 und ihre große Schwester Tiger 1200 Explorer noch nicht – war im Grunde schon damals das, was heute „Sports Adventure Bike“ heißt und von BMWs neuer S 1000 XR und von Ducatis Multistrada 1200 S höchst erfolgreich verkörpert wird.

Im Zuge der Umstellung auf die neue Euro 4-Emissionsnorm erhält sie nun nach dem ersten im Jahr 2013 das zweite Update und zeigt nun deutlicher denn je, welch feines Motorrad fürs gepflegte Angasen sie auch auf längeren Touren ist.

Wer befürchtet hat, dass die verschärften Emissionsnormen Euro 4 Motorräder zahn- und charakterlos werden lassen, bekommt mit der Tiger Sport ein perfektes Beispiel dafür, dass exakt das Gegenteil zutreffend ist: Nie war ihr Dreizylinder-Reihenmotor leistungsfähiger und zugleich angenehmer zu fahren, und nie war der kehlige Sound des Triple animierender.

Er entstammt einer neuen Auspuffanlage, die als Highlight einen Endschalldämpfer mit einer Oberfläche aus gebürstetem Edelstahl aufweist. Zentrales Element der Motor-Überarbeitung ist die Implantation eines Ride-by-Wire-Systems; Gasbefehle werden also nicht mehr per Kabel, sondern elektrisch an die Drosselklappen übermittelt.

Das passiert dermaßen fein, dass man ohne Übertreibung von sanfter, wahlweise aber auch angenehm direkter Gasannahme sprechen kann. Die 93 kW/126 PS, die nun bei knapp 9.500 U/min. zur Verfügung stehen, reichen dicke, um auf Land- und Bergstraßen, aber auch der unlimitierten Autobahn stets mit den Ton angeben zu können.

Das liegt daran, dass im mittleren Bereich zwischen 5.000 und 7.000 Touren nicht nur 4 bis 6 Prozent mehr Leistung, sondern auch zudem 4 Prozent mehr Drehmoment zur Verfügung stehen. Angesichts dessen fallen die 2 Kilogramm Mehrgewicht, vor allem der komfortorientierteren Ausstattung geschuldet, überhaupt nicht ins Gewicht.

Dieses ist, für sich betrachtet, mit 241 Kilogramm, für die Fahrzeugkategorie nicht gering. Störend macht es sich aber nicht bemerkbar, weil die Tiger Sport gut austariert ist und ihre Pfunde sich jenseits des Schritttempos auf ein absolut angenehmes Maß zu reduzieren scheinen.

Wer's wissen will, wird beim Gasgeben mit wildem Fauchen und rabiater Beschleunigung belohnt, denn der Dreizylinder, der mit demjenigen im sportlichen Nakedbike Speed Triple weitgehend identisch ist, dreht blitzschnell bis in den fünfstelligen Bereich.

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Kommentare zu " Fahrbericht: Triumph Tiger Sport : Sanfter Streicheln mit geschärften Krallen"

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  • Marc H., was gibt es neues von Merkel?

    Ralph, komm erzähl uns was von der Muse und dem Fuhrpark und dem Gold.......:)

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