Fahrpräsentation Jaguar F-Type
Raubkatze im neuen Revier

Porsche wird das neue Raubtier im Roadster-Revier nicht unbedingt beklatschen. Der Jaguar F-Type drängt sich als rassiger Zweisitzer exakt zwischen Boxster und Carrera Cabrio. Und fährt preislich in die passende Lücke.
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Pamplona / SpanienLange hat es gedauert, exakt Jahrzehnte, bis Jaguar sich wieder an den Kern seiner Marke erinnert hat: Sportwagen. Zur Modellfamilie hat ab 1961 der wohl berühmteste Roadster der Welt, der E-Type gehört. Ein Auto, das es dauerhaft ins "Museum of Modern Art" in New York geschafft hat, ein Traumwagen für die anglophile Männerwelt. Das Zeug dazu hätte auch dessen Enkel, der Jaguar F-Type. Seine Silhouette ist klassisch, sein Design puristisch und seine Proportionen perfekt; ein Blickfang, egal, aus welchem Winkel er sich dem Betrachter stellt.

Es lässt sich den Verantwortlichen eigentlich nicht hoch genug anrechnen, in der heutigen Zeit noch einen Sportwagen solchen Kalibers auf die Räder zu stellen. Schließlich bestreitet das Segment weltweit gerade einmal 0,1 Prozent der jährlichen Neuzulassungen. "Aber der Image-Schub, die Strahlkraft auf die Marke ist ungleich höher", sagt Jaguars Produktmanager Steve de Ploey.

Doch nicht nur die rassige Optik des F-Type löst Begehrlichkeit aus, sondern auch all das, was Jaguars jüngster Spross technisch zu bieten hat. So verfügt das Modell über den steifsten Roadster-Rohbau, der jemals bei den Briten vom Band lief. Die Karosserie besteht komplett aus Aluminium, was zusammen mit anderen Leichtbaumaßnahmen für ein Gewicht des F-Type von nur 1 597 Kilo sorgt.

Ein geringes Gewicht ist vor allem der Fahrdynamik zuträglich. Und hier will Jaguar nicht nur sich selbst übertreffen, sondern auch den Besten im Segment Paroli bieten. Gute Voraussetzungen bringt hier eine ausgewogene Gewichtsverteilung auf beide Achsen mit sich. Im F-Type gelang das Optimum: 50 zu 50. In Verbindung mit der direkten hydraulischen Lenkung und einem modernen Fahrwerk lässt sich der F-Type in der Tat mustergültig ums Eck treiben.

Ein kurzer Ausflug auf die abgesperrte Rennstrecke in Navarra im Norden Spaniens bestätigte diesen Eindruck. Präzise lenkt der F-Type ein, bleibt lange neutral und tendiert erst im Grenzbereich mit dem Hintern sanft nach außen zu driften. Jederzeit gut beherrschbar, ohne "snapping", wie Chefingenieur Mike Cross das zickige Schwänzeln mit dem Heck nennt. "Keinen Jaguar haben wir länger auf dem Nürburgring gemartert als den F-Type", sagt Cross.

Gentlemen, start your engines! Drei Motoren stehen für den Roadster zur Auswahl. Den Einstieg bildet ein neu entwickelter Dreiliter-Kompressor-V6 mit 250 kW/340 PS. Als erste Wahl für erste Probefahrt käme der Pilot schnell zu der Überzeugung: Mehr Motor braucht kein Mensch. Er bietet kernigen Klang, knackige Beschleunigung, genügend Elastizität und auf dem Papier einen maßvollen Durst von neun Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer Wegstrecke.

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  • Jaguar E Nachfolger? Sieht aus wie einer der üblichen Sportwagen von BMW, Mazda, Mercedes o.ä.

    SO sollte imho ein neuer E-Nachfolger aussehen:

    http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/limitierte-kleinserie-lyonheart-erschafft-den-e-type-neu/7321286.html

    Der Lionheart wäre der würdige Nachfolger einer Legende, nicht so eine Zeitgeist-Kiste.

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