Fahrzeuge können nicht nur vorne blenden
Neue Technik für Auto-Scheinwerfer

Autofahrer sind auf dem Weg in strahlende Zeiten. Denn auch Jahre nach der Einführung von Xenon-Scheinwerfern und der Rückkehr des Kurvenlichtes ist die Entwicklung der Fahrzeugbeleuchtung noch lange nicht ausgereizt.

HB STUTTGART/INGOLSTADT. Autofahrer sind auf dem Weg in strahlende Zeiten. Denn auch Jahre nach der Einführung von Xenon-Scheinwerfern und der Rückkehr des Kurvenlichtes ist die Entwicklung der Fahrzeugbeleuchtung noch lange nicht ausgereizt.

Vielmehr werden neue Technologien dafür sorgen, dass Autofahrer bei Dunkelheit künftig noch besser sehen und gesehen werden. Einen weiteren Schritt in diese Richtung markiert das "Intelligent Light System", das Mercedes nach Angaben von Sprecher Norbert Giesen in diesem Sommer in der E-Klasse einführen wird. Geplant sei, "den Lichtkegel individuell der jeweiligen Verkehrssituation anzupassen", erklärt Entwickler Uwe Konstanzer. Deshalb wird es nicht nur konventionelles Fernlicht, sondern auch ein Landstraßen- und Autobahnlicht auf Basis des Abblendlichts geben. Außerdem hat Mercedes ein besonders breit verteiltes Licht für Nebel entwickelt, den Schwenkbereich des Kurvenlichts erweitert und die Nebelscheinwerfer um die Funktion Abbiegelicht ergänzt.

Damit Autofahrer die Vorzüge ihrer Scheinwerfer richtig nutzen, hat BMW vergangenen Herbst den so genannten Fernlichtassistenten eingeführt. Er wird nach Angaben des Unternehmens für 130 Euro in der 5er-, 6er- und 7er-Baureihe angeboten. Gesteuert von einer Kamera auf der Rückseite des Innenspiegels schaltet er immer dann das Fernlicht an, wenn es die Verkehrssituation erlaubt und erfordert. "Sobald die Kamera ein vorausfahrendes oder entgegenkommendes Fahrzeug registriert, schaltet sie automatisch auf Abblendlicht um", sagt BMW-Sprecher Frank Schlöder.

Weil Autos nicht nur vorne blenden können, arbeitet zum Beispiel Audi an einer intelligenten Heckleuchte. Ihre Leuchtstärke soll sich laut Stefan Berlitz, der in Ingolstadt die Vorentwicklung der Lichttechnik leitet, mit Sensoren der Umgebungshelligkeit, möglichem Niederschlag und der Verschmutzung der Reflektoren anpassen. "Damit der Hintermann den Wagen bei strahlendem Sonnenschein besser sehen kann, wären die Leuchten dann sehr viel heller", erklärt Berlitz. Nachts an der Ampel würden sie dagegen etwas gedimmt.

Während die meisten Innovationen in der Lichttechnik vor allem bei Dunkelheit wirken, zeichnen sich jetzt auch am Tag Neuerungen ab. In vielen EU-Ländern gilt bereits eine Lichtpflicht bei Tag. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) in Bergisch-Gladbach (Nordrhein-Westfahlen) stellt in einer Studie eine deutliche Verringerung der Unfallzahlen in Aussicht und empfiehlt deshalb auch für Deutschland die Tagesbeleuchtung. Experten rechnen daher schon in naher Zukunft mit einer entsprechenden gesetzlichen Regelung.

Das konventionelle Abblendlicht sei dafür jedoch nicht die beste Lösung, sagt Audi-Sprecher Jochen Grüten. "Denn die Halogenscheinwerfer können zu Verwechslungen mit Motorradfahrern führen." Außerdem steigt mit ihnen nach laut Experten der Spritverbrauch. Deshalb setze Audi auf ein spezielles Tagfahrlicht auf Basis von Leuchtdioden, die nur einen Bruchteil der Energie benötigen und zudem unverwechselbar sind.

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