Die Antriebstechnik sei in der Regel die gleiche wie bei Pedelecs mit starrem Rahmen, sagt von Rauch. Der Motor steckt je nach Modell in der Nabe von Vorder- oder Hinterrad, seltener ist er an der Tretkurbel angebaut. Der E-Antrieb schaltet sich dazu, wenn der Fahrer in die Pedale tritt, und wieder aus, sobald er sich rollen lässt oder schneller als 25 km/h fahren will.

Um Gewicht und Preis der Falt-Pedelecs nicht unnötig in die Höhe zu treiben, verwenden die Hersteller für diese Räder laut von Rauch recht kleine Antriebsbatterien: "Das geht natürlich zulasten der Reichweite." Die hänge aber noch von anderen Faktoren ab, zum Beispiel vom Fahrergewicht, von der eingestellten Intensität der elektrischen Tretunterstützung und der Qualität des Akkus. "Aber zwischen 20 und 50 Kilometer müssten bei jedem Modell mindestens drin sein, bevor die Batterie wieder aufgeladen werden muss."
Pedelecs und E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h oder 45 km/h müssen sich im Straßenverkehr pflichtversichern, in dem sie sich ein Versicherungskennzeichen kaufen. Damit ist der Schaden an fremdem Eigentum abgedeckt.
Wer jedoch einen erweiterten Versicherungsschutz für sein Pedelec sucht, wird bei einer Elektro-Kasko fündig. Sie deckt Schäden ab wie bei einer Teilkasko beim Auto, auf die Fahrer keinen Einfluss hat. Eingeschlossen sind Brand, Explosion, Hagel oder Sturm. Darüber hinaus ist das Fahrrad bei Diebstahl und Unfällen mit Tieren versichert. Die Versicherung gilt sowohl für das E-Bike als auch für den Akku. Die Selbstbeteiligung liegt je nach Versicherungs-Anbieter zwischen 150 Euro und 500 Euro.
Mit einer speziellen Kasko-Erweiterung kann sich der Radler zusätzlich gegen eine Fehlbedienung des Akkus versichern. Das ist bei einer Tiefentladung der Fall. Sie kann bei niedrigen Temperaturen vorkommen, wenn die Batterie nicht regelmäßig eine volle Ladung erhält. Sie greift auch bei einer Überladung der Batterie sowie bei Beschädigungen oder Zerstörung. Ein Ersatzakku kann zwischen 500 Euro und 1.000 Euro kosten.
In jedem Fall dürfen Fahrräder mit Elektromotor ab 25 km/h Höchstgeschwindigkeit nur mit einem gültigen Versicherungskennzeichen unterwegs sein. Seit 1. März 2013 ist dieses Kennzeichen grün.
Die so genannten großen S-Pedelecs, mit einer Motorleistung von bis zu 500 Watt, sind bis zu 45 km/h schnell. Sie gelten als Kleinkraftrad.
Für sie muss, wie bei Mofas und Mopeds, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschlossen werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, um Schäden, die anderen Personen im Straßenverkehr zugefügt werden, abzusichern.
Die kleineren Pedelecs, mit 250 Watt Motorleistung, gelten als Fahrräder. Wegen der Begrenzung der Anfahrhilfe auf 6 km/h bleiben solche Pedelecs zulassungsfrei und benötigen kein Versicherungskennzeichen und keine Fahrerlaubnis. Allerdings ist ein Mindestalter von 15 Jahren und eine Mofa-Prüfbescheinigung oder ein Führerschein (z. B. Klasse B).
Wer sich ein kleines Pedelec kauft, sollte bei seiner privaten Haftpflichtversicherung nachfragen, welche Schäden diese abdeckt und gegebenenfalls den Versicherungsschutz erweitern, rät der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Eine Helmpflicht besteht bei den kleineren Pedelecs zwar nicht, zur eigenen Sicherheit ist es trotzdem ratsam, einen Helm zu tragen.
Der ADAC rät auch sdeshalb zu einem qualitativ hochwertigen Helm, weil 2012 insgesamt 406 Radfahrer in Deutschland tödlich verunglückten.
Und mit 54 Prozent werden die Schädel von Radfahrern bei Unfällen überproportional häufig in Mitleidenschaft gezogen. Bei Motorradfahrern (26 %), Pkw-/Lkw-Insassen (32 %) und Fußgängern (42 %) ist dies teilweise deutlich seltener der Fall.
Bei den (großen) S-Pedelcs gilt Helmpflicht, weil sie in den Augen des Gesetzgebers Kleinkrafträde entsprechen. Problem: Mit einem schwereren Mofa- oder Motorradhelm kann/will man nicht Fahrrad fahren – die klassischen Fahrradhelme schützten aber nur bei Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Noch gibt es für die schnelleren E-Räder kaum geeignete Schutzhelme.
Auch gegen Diebstahl lassen sich Pedelecs versichern. Für die S-Pedelecs muss dazu eine Kaskoversicherung abgeschlossen werden. Schäden, die beispielsweise durch Brand, Explosion oder Hagel am Pedelec entstehen, lassen sich ebenfalls versichern. Die kleinen Pedelecs können genau wie Fahrräder über die Hausratversicherung gegen Diebstahl versichert werden.
Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Lust auf Fahrradausflüge und damit unvermeidlich auch die Zahl der Fahrraddiebstähle. Damit stellt sich für die Opfer auch die Frage nach dem Versicherungsschutz. Die Versicherungen fragen wiederum, wo der Diebstahl stattfand: Wird das Fahrrad aus einem verschlossenen Schuppen oder Keller entwendet, zahlt die Hausratversicherung.
Soll das Diebstahlsrisiko auch in einem Gemeinschaftskeller oder generell außerhalb geschlossener Räume versichert sein, verlangen die Versicherer einen Aufschlag. Damit ist dann die Erstattung für ein Raddiebstahl zwischen sechs und 22 Uhr gesichert, allerdings begrenzt auf maximal zwei Prozent der Hausrat-Versicherungssumme.
Manche Versicherungen bieten gegen einen weiteren Zuschlag einen 24-Stunden-Schutz für häufig nachtaktive Radler an. Für besonders wertvolle Räder, deren Wert die Zwei-Prozent-Regelung der Hausratversicherung übersteigt, haben die Versicherer spezielle Fahrradversicherungen im Programm, die auch Reparaturkosten abdecken.
Bei Falt-Pedelecs in unteren Preisklassen dürfen Verbraucher vom Akku nicht viel erwarten. Weitere Abstriche müssen dem VCD-Fachmann zufolge bei der Falttechnik oder auch der Motorsteuerung gemacht werden. "Einfache Modelle sind nur mit einem Bewegungssensor ausgestattet: Registriert der eine Tretbewegung, gibt der Motor je nach gewählter Leistungsstufe Vollgas."
Die Folge sei ein spürbarer Ruck beim Anfahren. Bei kostspieligeren Modellen sorge dagegen ein Kraftsensor für eine sanfte Leistungsentfaltung. "Mit dieser Technik geht es bei Falträdern ungefähr bei 2.000 Euro los."
Falt-Pedelecs sollten - wie alle anderen Fahrräder mit und ohne Motor auch - möglichst keine Discount-Ware sein, betont von Rauch. Vom Blindkauf im Internet rät er ab: "Da ist die Gefahr, eine Enttäuschung zu erleben, ziemlich groß." Probefahren gehöre zum Pflichtprogramm. "Am besten testen Kunden gleich mehrere Modelle", empfiehlt von Rauch. "Denn bei den kompakten E-Rädern mit langer Lenkstange und kleinen Laufrädern ist das Fahrgefühl sehr speziell und womöglich nicht jedermanns Sache."
"Ein billiges Falt-Pedelec kann schnell ein fauler Kompromiss sein, der wenig taugt", warnt auch Fahrradexperte Fehlau und nennt zur Orientierung eine Faustregel: Bei vergleichbarer Qualität seien elektrische Falträder ungefähr ein Drittel teurer als herkömmliche Pedelecs mit starrem Rahmen.