Test + Technik

Das können Sie knicken

« 2 / 3 »

Starke Arme gefragt

Eine Einschränkung für reisende Radler gibt es: Fliegen mit Pedelec im Gepäck ist generell nicht möglich. "Die Batterie gilt als Gefahrgut, daher dürfen Pedelecs nicht an Bord von Passagiermaschinen - das ist weltweit Standard", sagt Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.

E-Bikes im Test

Falt-Pedelecs sind aber nicht nur eine Überlegung wert, um Radfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kombinieren. "Einige Menschen würden gerne die Vorzüge eines Pedelecs genießen, haben aber zu Hause keinen Platz, um ein konventionelles E-Rad vor Witterung und Dieben geschützt abzustellen", sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) in Göttingen. "Ein faltbares Modell können sie durchs Treppenhaus tragen und in der Wohnung verstauen."

Jedoch braucht man dazu schon starke Arme. "Beim Gewicht müssen Kunden kompromissbereit sein, denn Falt-Pedelecs wiegen im Schnitt etwa sieben Kilogramm mehr als Modelle ohne Motor", gibt von Rauch zu bedenken. Die meisten Exemplare in der VCD-Datenbank bringen zwischen 20 und 23 Kilogramm auf die Waage, etwa ein Drittel ist geringfügig leichter.

Da kann es helfen, wenn die Batterie abnehmbar ist, gibt Gunnar Fehlau zu bedenken: "Denn drei Kilo Akku in der einen Hand und 17 Kilo Fahrrad in der anderen tragen sich besser als 20 Kilo an einem Arm." Außerdem lassen sich abnehmbare Akkus bequemer aufladen.

Die wichtigsten Tipps zur Fahrrad-Wartung

  • Gutes Werkzeug, gute Arbeit

    Fahrräder sind in den vergangenen Jahren viel besser, aber damit auch komplexer geworden, sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). "Richtigen Laien würde ich nur empfehlen, die Kette zu ölen und die Luft aufzupumpen." Neben Schrauberwissen sind meist auch spezielle Werkzeuge für die Reparatur nötig. "Ohne einen präzisen Drehmomentschlüssel geht zum Beispiel bei modernen Rädern nichts."

  • Prüfstellen

    Die wichtigsten Prüfstellen bei der Wartung sind Räder, Bremsen, Licht und Schaltung. Die Bremsen müssen gut greifen, Felgenflanken und Bremsscheiben ausreichend dick sein.

    Bei der Lichtanlage können die Kabel brüchig und die Lampengläser trüb werden oder die Kontakte oxidieren.

    Die Gänge der Schaltung müssen sauber einrasten, die Kette sollte geschmeidig laufen. Außerdem sollte nichts klappern, Rost oder Schmutz sind ebenfalls schlecht.

  • Risse?

    Für technikaffine Radler haben Fahrrad-Experten Tipps für die systematische Wartung. Nach gründlicher Reinigung steht erst einmal die Suche nach Rissen, Verformungen oder anderen Auffälligkeiten am Fahrrad an.

    Danach am besten prüfen, ob alle Schrauben fest sitzen. Bei Bedarf wird vorsichtig nachgezogen.

    Anschließend die Beleuchtung testen: Sitzen die Stecker des Lichtkabels an den Leuchten und am Dynamo fest? Sind alle Reflektoren an ihrem Platz und intakt?

  • Räder

    Der optimale Reifendruck steht auf der Reifenflanke. Ist er zu niedrig, erhöht das den Verschleiß des Materials. Oft vernachlässigt wird das seitliche Karkassengewebe. Die Karkasse ist das tragende Gerüst im Gummireifen. Werden die Reifen mit zu wenig Luftdruck gefahren, besteht die Gefahr, dass das Gewebe aufreißt. Wenn die Reifenflanke Längsrisse hat, ist Vorsicht geboten - dann droht der Reifen zu platzen.

  • Kette

    Besonderes Augenmerk gilt der Kette. Sie muss von grobem Schmutz befreit und mit Kettenöl oder -fließfett von innen an den Laschen geschmiert werden. Am Antrieb verschleißen auch Ritzel und Kettenblätter. Ihr Austausch ist nur etwas für geübte Schrauber.

  • Bremse

    Den Zustand von Bremsbelägen können auch Laien beurteilen: Sind die Querrillen der Bremsklötze nicht mehr deutlich zu erkennen, müssen die Klötze erneuert werden. Eine durchgebremste Felge bleibt dagegen oft unbemerkt. Durch den Druck im Reifen kann sich eine verschlissene Felgenflanke so weit nach außen wölben, dass die Bremse schleift oder bricht.

    Bremszüge gehören zu den besonders sensiblen Fahrradbauteilen. Werden die Bremsinnenzüge beim Einbauen nicht gut gefettet, können sie an der Außenhülle stark reiben. Dann nutzen sich die Drahtzüge schnell ab, können reißen - und die Bremse fällt plötzlich aus.

  • Schaltung

    Außenhüllen und Seilzüge der Schaltung sollten wie die der Bremsen ohne Knicke und Beschädigungen verlaufen. Die Drehgriffe oder Schalthebel müssen sich leicht betätigen lassen.

  • Lager

    Außerdem muss das Steuerlager in der Lenkgabel - auch Steuersatz genannt - einwandfrei funktionieren. Das lässt sich folgendermaßen testen: Die vordere Handbremse anziehen und das Rad vor und zurück bewegen. Wenn das Lager lose ist, ist ein deutliches Ruckeln im Lenker zu spüren. Dann sollte das Lager nachjustiert werden - am besten vom Profi.

  • Hilfe zur Selbsthilfe

    Wer sich diese handwerklichen Arbeiten nicht komplett zutraut, kann in eine Selbsthilfewerkstatt fahren. Dort können Radler eigenständig an ihrem Fahrrad schrauben. Das nötige Werkzeug wird gestellt - und ein paar Tipps vom Fachpersonal gibt es in der Regel noch dazu, wenn Laien bei der Reparatur an die Grenzen ihrer Fähigkeiten geraten.

Die Auswahl an Falt-Pedelecs ist bereits recht groß und wird nach Einschätzung von VCD-Mitarbeiter von Rauch noch weiter wachsen. Allein in der E-Rad-Datenbank des VCD sind rund 30 Modelle von einem guten Dutzend Marken in einer Preisspanne zwischen 1.000 und 2.600 Euro gelistet. Und es gibt noch mehr. Bekannte Fahrradhersteller mit Falt-Pedelecs im Programm sind Falter, Flyer, Hercules, Riese und Müller oder Winora. In der Regel bieten sie 20-Zoll-Modelle an, seltener sind 18-Zoll-Falter mit E-Motor.

  • Die aktuellen Top-Themen
Probleme beim Beifahrer-Airbag: Daimler ruft neue A-Klasse in die Werkstätten

Daimler ruft neue A-Klasse in die Werkstätten

Hoffnungsträger auf Abwegen: Bei Daimlers neue A-Klasse gibt es Probleme mit dem Beifahrer-Airbag. Bei einem Unfall öffnet er sich unter Umständen nicht korrekt. Allein in Deutschland sind Tausende Fahrzeuge betroffen.

Raritäten auf zwei Rädern: Von diesen Bikes träumen Fahrrad-Fans

Von diesen Bikes träumen Fahrrad-Fans

Es geht immer ein bisschen teurer und luxuriöser: Diese Regel der Auto-Veredler stellen echte Fahrrad-Experten auf den Kopf. Bei ihren exklusivsten Kreationen heißt es: Leichter, minimalistischer, - und teurer.

Renault Twin Run: Wie der Twingo zum Kraftzwerg wird

Wie der Twingo zum Kraftzwerg wird

Das Formel-1-Rennen von Monaco hatte sich Renault für die Präsentation seines Twin Run ausgesucht, der an die erfolgreichen Motorsport-Einsätze mit dem R5 Turbo vor drei Jahrzehnten erinnern soll.