Festplatte unter der Motorhaube
Mehr Speicher für Technik im Auto

Festplatten in Fahrzeugen ermöglichen dreidimensionale Darstellungen auf den Navigationsgeräten. Der weltweit führende Anbieter Toshiba verkauft die Geräte meist auf seinem Heimatmarkt. In Europa und Amerika hingegen haben bislang CDs und DVDs ausgereicht. Das ändert sich jetzt.

MÜNCHEN. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Kassetten das einzige Speichermedium im Auto waren. Schon seit Jahren nutzen Autofahrer CDs und DVDs, um Musik abzuspielen und die Daten für ihr Navigationsgerät zu laden. Jetzt steht der nächste Schritt an: In die Autos der Oberklasse werden Festplatten eingebaut. Damit lassen sich noch wesentlich größere Datenmengen speichern.

„Im nächsten Jahr werden fast alle namhaften europäischen Autohersteller Festplatten in ihren Fahrzeugen anbieten“, sagt Boris Hafner vom japanischen Elektronikkonzern Toshiba. Das japanische Unternehmen ist der weltweit führende Anbieter von Festplatten für die Autoindustrie. Acht von zehn Exemplaren in Fahrzeugen weltweit stammen aus den Fabriken der Asiaten.

Bislang verkauft Toshiba die Geräte zum größten Teil an die Autobauer auf dem Heimatmarkt. Denn die digitalen Straßenkarten in Japan benötigen mehr Speicherplatz als in anderen Ländern. Japaner nutzen schon heute aufwendige dreidimensionale Darstellungen der Umgebung, um sich zu orientieren.

In Europa und Amerika hingegen haben bislang CDs und DVDs ausgereicht, um die Daten zu speichern. Das ändert sich nun: „Wir arbeiten an einer neuen Infotainment-Generation“, sagt eine Sprecherin des Autoherstellers Audi. Diese Neuentwicklung werde mit Festplatten im Auto arbeiten, weil die Datenmengen zu groß werden. Bislang werden die Navigationssysteme von Audi noch mit DVDs gefüttert. „Die Systeme der Zukunft werden dreidimensional und fotorealistisch arbeiten“, heißt es bei der VW-Tochter.

Die Festplattensysteme hätten zudem den Vorteil, weitere Daten aufnehmen zu können, zum Beispiel Musikformate wie MP3. Zunächst werden die neuen Geräte aber den Fahrzeugen der Oberklasse wie dem A8, dem Q7 oder dem A6 vorbehalten sein. Denn die Festplatten machen die Wagen teurer.

Das liegt unter anderem daran, dass in Autos nicht einfach gewöhnliche Festplatten eingebaut werden können. Die Speicher für Autos unterscheiden sich deutlich von denen, die in Computern genutzt werden. Die Konstrukteure mussten beispielsweise die Geschwindigkeit reduzieren, mit der sich der Datenträger im Inneren des Geräts dreht. Zudem ist die Platte nicht so dicht beschrieben wie üblich. Der Grund dafür: Die Geräte müssen stoßfest sein und glühende Hitze genauso wie klirrende Kälte aushalten können. Das geht auf Kosten der Leistungsfähigkeit. Dafür sind die Festplatten der höchsten Güteklasse aber auch auf Temperaturen zwischen minus 30 und plus 85 Grad ausgerichtet. Da würde jeder Rechner im Büro in die Knie gehen.

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