Fiat Panda Cross
Korrekte Sparkiste

David Groenewold ist ein Mann, der viele Geschichten erzählen kann. Schließlich lebt er davon. Der Vorstand der Odeon Film AG produziert Filme und müsste eigentlich längst auf der Suche nach einem neuen Stoff sein: die dräuende Umweltkatastrophe und ihre Verursacher. Und die Testfahrt, die er für das Weekend Journal macht, könnte der Beginn einer Recherche dazu sein.

David Groenewold ist ein Mann, der viele Geschichten erzählen kann. Schließlich lebt er davon. Der Vorstand der Odeon Film AG produziert Filme und müsste eigentlich längst auf der Suche nach einem neuen Stoff sein: die dräuende Umweltkatastrophe und ihre Verursacher. Und die Testfahrt, die er für das Weekend Journal macht, könnte der Beginn einer Recherche dazu sein. Denn der Fiat Panda Cross ist das, was politisch korrekt in diesen Tagen wohl das „Gute-Gewissen-Auto“ genannt würde. Ein SUV zwar, aber ein gezähmter, mit ganzen 70 PS ausgestatteter hochbeiniger Kerl, der jeden Messwert wohl unterbietet. Groenewold steuert die nebligen Höhen des Feldbergs im Taunus an. „Wahnsinnig agil, man sitzt unglaublich hoch“, sind die erste Worte, die ihm nach nur wenigen Fahrkilometern mit dem Fiat Panda Cross einfallen.

Mit Leichtigkeit nimmt der kleinste Geländewagen auf dem europäischen Kontinent eine Kurve nach der nächsten hinauf zum höchsten Berg Hessens. Klar. Zwischendurch darf auch schon einmal geschnauft werden. Schließlich ist der Selbstzünder mit seinen 70 PS kein Rennpferd. Eben höchstens ein umweltfreundliches Rennpony. Groenewold stört das nicht. Der Chef der Odeon Film AG ist Kleinteiliges in seinem Autoleben gewöhnt. „Privat bin ich seit 15 Jahren mit einem alten Mini unterwegs. Ein Auto, von dem ich mich nie trennen werde“, betont er.

Den Panda Cross würde er trotzdem nicht achtlos von der automobilen Besetzungscouch komplimentieren. „In dem Auto hat man den Überblick, und es kommt überaus geräumig daher. Und ein Verbrauch von rund sieben Litern ist für einen SUV mehr als o.k.“, sagt er. Wohl wahr, in diesen Zeiten allzumal. Und dann verabschiedet sich Groenewold gleich noch von einem gängigem Vorurteil. „Der Panda Cross ist absolut kein Billigauto“, stellt er fest. Und somit für Recherche und Filmauftritt durchaus geeignet.

Das Outdoor-Kostüm des Panda Cross hat für eine solche Karriere was zu bieten. Bullige Stoßfänger mit integrierten Nebelscheinwerfern oder die farbig abgesetzte „Bauchbinde“. Gegenüber dem 4 000 Euro preiswerteren Serienmodell gibt es obendrauf: vier Airbags, CD-Radio und eine Scheinwerfer-Waschanlage. Das „Herzstück“ ist das Allradsystem mit seiner variablen Kraftverteilung. Beim Serienmodell 4x4 sorgt die Visco-Kupplung dafür, dass das Drehmoment je nach Fahrsituation auf Vorder- und Hinterachse verteilt wird.

Im „Cross“ haben die Fiat-Ingenieure noch einmal in ihre Technikschublade gegriffen und dem Highend-Gelände-Panda eine elektronische Differenzialsperre mit auf den Weg gegeben. Die wird auf Knopfdruck aktiviert und bremst bei zu viel Schlupf das entsprechende Rad ab. Dessen Drehmoment bekommt dann das Rad auf derselben Achse ab. Diese Allradtechnik soll beim Anfahren auf Schnee, Schlamm oder Eis ihre segensreiche Wirkung entfalten. Von derlei Wetterunbilden ist während der Testfahrt nichts zu erkennen. Auch am fast 900 Meter hohen Feldberg hat der Winter, der ein Frühling ist, seine Spuren hinterlassen. Schnee ist Mangelware oder bestenfalls in kleinen Häufchen zu entdecken.

Groenewold stört es nicht. Er schrubbt weiter die Kurven zum Berg hinauf und lobt die Straßenlage seines etwas mehr als eine Tonne schweren Testwagens. Am Gipfel des Feldberges angekommen, wird ihm der Blick auf die Bankenmetropole Frankfurt im wahrsten Sinne des Wortes vernebelt. Also nichts wie weg, denkt sich Gronewold und startet zur Talfahrt. Auf dem Weg dahin kommt dem Tester Alltagsphilosophisches in den Sinn. „Alle wollen nach oben, aber keiner will den Weg dorthin gehen“, sagt er. Auf Groenewold trifft diese Feststellung nicht zu, denn er hat seine berufliche Karriere offenbar im Griff. Nach seinem Studium an der London School of Economics and Political Sciences und der European Business School in Oestrich-Winkel machte er Station bei der Investment-Bank Merrill Lynch und bei der Talk-Master-Legende David Letterman.

Danach widmete sich der Volkswirt voll und ganz seiner Leidenschaft für den Film – oder genauer gesagt dem Produzieren von Filmen. Mit seinen Geldern wurden zum Beispiele Kino- und Fernsehfilme wie „Vom Suchen und Finden der Liebe“, „Die Patriarchin“ oder das „Wunder von Lengede“ finanziert. „Hinter der Filmproduktion steckt viel harte Arbeit, obwohl alles Glamourös aussieht“, räsoniert der Tester über das Wohl und Wehe seiner Profession.

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