Fiat unter Beschuss
Umweltverband prangert Abgaswerte an

Erst VW, dann Renault, jetzt Fiat: Die Deutsche Umwelthilfe wirft zahlreichen Autobauern ein Überschreiten der Abgaswerte vor. Geständig ist aber weiter nur Volkswagen – zumindest gegenüber US-Behörden.

BerlinDie Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat nach deutschen und französischen Herstellern nun auch dem italienischen Autohersteller Fiat erhöhte Abgaswerte vorgeworfen. Das Geländemodell Fiat 500X habe bei Tests im Auftrag des Verbandes bis zu 22-mal mehr Stickoxide (NOX) ausgestoßen als EU-Grenzwerte erlaubten, teilte die DUH am Dienstag in Berlin mit.

Bei allen auf dem Rollenprüfstand ausgeführten Tests mit betriebswarmen Motor seien die Grenzwerte überschritten worden. Lediglich im kalten Zustand und mit spezieller Konditionierung seien Werte in der Nähe der Diesel-Euro-6-Norm ermittelt worden. Überraschend sei aber, dass der warme Motor mehr Abgase ausgestoßen habe, da normalerweise dann die Werte niedriger seien. Nach Auffassung der DUH verstößt Fiat damit gegen die Zulassungsvorschriften der EU. Fiat wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Die DUH hatte bereits bei anderen Herstellern wie BMW, Daimler und Opel ähnliche, angebliche Verstöße angeprangert. Die Hersteller bestreiten aber, gegen Vorschriften verstoßen zu haben. Lediglich Volkswagen hatte nach Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA eingeräumt, eine spezielle Software eingesetzt zu haben, die auf Prüfständen zu niedrigeren Abgaswerten führte als im Alltagsbetrieb.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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