Ford Focus: Ein neuer Spieler auf dem „Golf“-Platz

Ford Focus
Ein neuer Spieler auf dem „Golf“-Platz

Die Kompaktklasse in Deutschland ist fest in der Hand des VW Golf. Doch der Kuchen ist so groß, dass er für viele Mitbewerber reicht. Ein üppiges Stück davon will sich Ford sichern und schickt im März die dritte Generation des Focus ins Rennen.
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Der neueste Wettbewerber im sogenannten "Golf"-Segment, also der kompakten Mittelklasse, kostet mindestens 17.850 Euro und startet zunächst nur als Fünftürer. Noch vor den Sommerferien soll es aber auch wieder einen Kombi und eine Limousine mit Stufenheck geben. Das Format hat sich gegenüber dem Vorgänger kaum verändert. So ist der Focus um zwei Zentimeter auf 4,36 Meter gewachsen und ein paar Millimeter flacher und schmaler geworden. Dafür wurde an der Form gearbeitet. Sah der zweite Focus verdächtig nach ein bisschen frischer Schminke aus, ist die dritte Auflage ein knackiger Kraftprotz mit Ecken und Kanten geworden. Die Front ist fordernd, die Flanken zeigen deutliche Muskeln und das Heck könnte auch manch ein Coupé schmücken.

Noch deutlicher wird der Stilwechsel im Innenraum. Wo sonst in dieser Klasse kann man auf Knopfdruck zwischen einem halben Dutzend Farben für die Beleuchtung wählen? Dazu gibt es viel Chrom und Klavierlack sowie eine aufwendig gestaltete Mittelkonsole, die manchen Jetpiloten neidisch machen könnte. Allerdings sind die Designer dabei ein wenig übers Ziel hinaus geschossen: Zwar kann man den gesamten Bordcomputer, Radio, Navigation und Telefon vom Lenkrad aus bedienen und alles auf dem Display im Kombiinstrument verfolgen, doch verliert man bei den vielen Tasten schnell den Überblick. Außerdem ist die Mittelkonsole so hoch und wuchtig geworden, dass es für die Knie knapp wird. Hinten dagegen können selbst Erwachsene überraschend bequem sitzen, und der Kofferraum hat mit 363 Litern ein Durchschnittsmaß.

Überdurchschnittlich ist dagegen die Liste der Ausstattungsoptionen. Zwar muss man anders als etwa beim VW Golf schon für die Klimaanlage zusätzlich bezahlen. Doch wer genügend Kreuze auf dem Bestellschein macht, bekommt viele Extras für Komfort und Sicherheit, die andere Hersteller nicht einmal in der Mittelklasse zu bieten haben. So liest der Focus mit einer Videokamera die Verkehrszeichen, hilft mit einem dezenten Lenkeingriff bei der Spurführung, überwacht den Toten Winkel, hält automatisch den Abstand zum Vordermann und kann vor drohenden Auffahrunfällen im Stadtverkehr von alleine bremsen.

Kurvenkünstler der Kompaktklasse

In Fahrt bringen den Focus zunächst vier Benziner und vier Diesel, die ein Leistungsspektrum von 95 bis 182 PS abdecken. Vor allem mit den stärkeren Motoren gibt der Hoffnungsträger aus Köln den Dynamiker in der Kompaktklasse. Die neue elektrische Servolenkung ist sportlich direkt, das Fahrwerk angenehm stramm. Und dank des Torque Vectoring System ist der Focus ein agiler Kurvenräuber. Auf der Autobahn dagegen schwimmt er ruhig und gelassen auf der linken Spur mit. In der Stadt ist er handlich genug fürs Gerangel um einen freien Parkplatz. Allerdings dürfte die Karosserie zum Rangieren etwas übersichtlicher sein.

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