Ford Focus ST-Fahrbericht Mehr Sport, aber mit Vernunft

Er gab sich schon immer gern als Wild-Boy. Ein Ruf, den der facegeliftetete Focus ST durch frechen Auftritt, scharfen Sound und viel Leistung verteidigt. Wer sparsam spurten will, kann ihn jetzt sogar Diesel fahren.
  • Wolfram Nickel
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Die facegelifteten Ford Focus ST tragen ein geschärftes Frontdesign, imposantere Schweller und mittig platzierte Doppelauspuffmündungen.  Quelle: Ford

Die facegelifteten Ford Focus ST tragen ein geschärftes Frontdesign, imposantere Schweller und mittig platzierte Doppelauspuffmündungen.

Optisch erkennt man die Überarbeitung erst auf den zweiten Blick. Dabei tragen die facegelifteten Ford Focus ST doch ein geschärftes Frontdesign, imposantere Schweller und wahlweise „Stealth“-grauen Lack, ähnlich den gleichnamigen Tarnkappenbombern sowie dazu passende, mittig platzierte Doppelauspuffmündungen gewaltigen Kalibers. Hinzu kommt im Interieur ein gründlich aufgeräumtes Cockpit.

Ganz neu und ungewohnt gestaltet sich der erste beherzte Gasstoß im aufgefrischten Focus. Vorausgesetzt, das nun im ST angebotene 136 kW/185 PS-Dieselaggregat wird dabei unter Last gesetzt. Dann nämlich singt der 2,0-Liter-TDCI einen satten Selbstzündersound, der via Generator ins Cockpit verstärkt wird, während bis zu 400 Nm Drehmoment an den Vorderrädern zerren.

Alternativ zu diesem laut Norm nur 4,2 Liter konsumierenden Ölknauserer gibt es weiterhin den 184 kW/250 PS starken und fast 250 km/h schnellen Ecoboost-Benziner. Das alles wie gehabt in zwei Karosserieformen als fünftürige Limousine oder als Kombiversion Turnier.

Der hat die Augen schön und hört aufs Wort
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Die Premiere war schon ungewöhnlich: Ford stellte seinen umfassend überarbeiteten Focus zunächst im Rahmen des World Mobile Congress in Barcelona vor, noch bevor der Genfer Autosalon startete. Mit einem emotionaleren und kraftvolleren Design, einem verbesserten und bedienungsfreundlicherem Interieur, neuen Fahrer- und Sicherheits-Assistenzsystemen sowie neuen Euro 6-Benziner- und -Dieselmotoren soll der Bestseller in die zweite Hälfte seines Modellzyklus starten.

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Wegen seiner neuen Möglichkeiten der mobilen Vernetzung von Fahrer und Fahrzeug feierte der renovierte Focus seine Premiere auf der Mobile World in Barcelona. Denn etliche Neuerungen stecken in der mobilen Kommunikation und in dem neu konfigurierten Navigationssystem mit Splitscreen-Display, 3D-Darstellungen und der Sprachausgabe von Straßennamen.

Auch die Navi-Zieleingabe per Sprachsteuerung ist jetzt möglich und zum Auffinden von markanten Punkten, touristischen Zielen oder Spezialitäten-Restaurants genügt es, mit dem Sprachsystem über die Eingabe ein paar Worte zu wechseln.

Auch die Klimaanlage, Telefonverbindungen und die Audio-Anlage hören auf die sprachlichen Kommandos. Die erste SYNC-Generation wurde in rund acht Millionen Ford installiert.

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Im neuen Focus, der vermutlich im vierten Quartal 2014 auf die Straße rollen wird, feiert auch das Multimedia-Konnektivitätssystem Ford Sync 2 sein Europadebüt. Das gleiche gilt für die Ecoboost-Benziner- und Duratorq TDCi-Turbodiesel-Motoren mit jeweils 1,5 Liter Hubraum. 

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Sportlichen Charakter spiegelt bereits der markant gestaltete, trapezförmige Kühlergrill wider. Die Focus-Front führt das Design fort, das bereits den Auftritt des aktuellen Fiesta und der kommenden Generation des Mondeo prägten.

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Die Frontpartie wird auch von den Linien auf der Motorhaube geprägt. Sie entstehen an vorderen Dachsäulen, ziehen sich entlang der schlanken Hauptscheinwerfer bis zur schmaleren Oberkante des vorderen Lufteinlasses. Hinzukommen rechtwinklig-gestreckte Nebelscheinwerfer. Im Heckbereich wurden bei Limousine und Kombi die Blenden und Rückleuchten schlanker modelliert. 

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Das Cockpit richtet sich konsequent auf den Fahrer aus, mit deutlich weniger Knöpfen und Schaltern. Mit der Reduzierung der Tasten und Schalter soll die Bedienung intuitiver werden, was es noch an Schaltern gibt, wurde logisch gruppiert.

Rein optisch soll feiner Chrom in Kombination mit schwarz-satinierte Ausstattung dem Interieur eine aufgeräumt-moderne Anmutung geben. Das mittlere Ablagefach zwischen den Vordersitzen kombiniert ein nochmals üppigeres Stauvolumen mit einer integrierten, verschiebbaren Armlehne. 

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Im Heckbereich wurden bei Limousine und Kombi die Blenden und Rückleuchten schlanker modelliert. 

Um immerhin 900 Euro gestiegen ist der Einstiegspreis für den ab Februar im deutschen Handel verfügbaren Focus ST. Mindestens 28.850 Euro berechnet Ford jetzt für die Ecoboost-Limousine, beim Diesel sind es 29.650 Euro. Der Turnier kostet jeweils 950 Euro mehr. Trotz der Teuerung bleiben der 250-PS-Turnier und die Limousine für Leistungsfetischisten echte Schnäppchen, bietet doch kein Konkurrent in diesen Karosserieformen mehr PS pro Euro.

Aber auch der Focus ST mit PS-schwächerem Diesel zählt zu den preisgünstigsten Kompaktklasse-Angeboten im rapide wachsenden Startfeld sportiver Biedermänner mit Selbstzünder-Biss.

Seit 1997 steht das ST-Signet für „Sports Technologies“, während das RS-Label („Rallye Sport“) den Leistungszenit symbolisiert und noch dieses Jahr erneut auf einem Focus (dann mit über 300 PS starkem Vierzylinder aus dem Mustang) prangt. Die Rolle des alltagstauglichen Kraftmeiers bleibt aber für den Focus ST reserviert, der gegen gut ein halbes Dutzend Konkurrenten antritt. Darunter die Golf-GTI-Verwandten Skoda Octavia RS und Seat Leon Cupra, aber auch die Coupés Opel Astra OPC und Renault Sport Mégane oder der etwas leistungsschwächere Peugeot 308 GT.

Mindestens 28.850 Euro berechnet Ford jetzt für die Ecoboost-Limousine. Der Turnier kostet jeweils 950 Euro mehr.  Quelle: Ford

Mindestens 28.850 Euro berechnet Ford jetzt für die Ecoboost-Limousine. Der Turnier kostet jeweils 950 Euro mehr.

Die vielen Wettbewerber sind für Ford Anlass, dem ST ein gründliches Update zu spendieren, dass über die bereits allen Focus zuteil gewordene Modellpflege hinausgeht. So sind etwa die Scheinwerfer nicht nur schlanker geschnitten, sondern optional erstmals mitlenkend. Wobei Lichtwinkel und auch Leuchtintensivität adaptiv gesteuert werden. Bei den Assistenzsystemen kommen nun auch optional Warner vor Querverkehr zum Einsatz, nützlich nicht nur beim Rückwärtsausparken. Der Notbremsautomat Active-City-Stopp-System arbeitet jetzt bis 50 km/h.

Ziehen und zerren an den Vorderrädern
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