Ford Mustang GT
Wildpferd mit Haifischmaul

Lange galt der Mustang hierzulande als eher scheues Wildpferd: Ford hat die ersten fünf Generationen nie offiziell nach Europa exportiert. Jetzt ist der Mustang in Deutschland zu haben - und verspricht einen heißen Ritt.
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Der Ford Mustang bringt es seit seinem Start 1964 immerhin auf sechs Generationen und mehr als 9,3 Millionen verkaufte Exemplare. Das überrascht, weil man das scheue Wildpferd auf europäischen Straßen nur sehr selten zu sehen bekommt. Was wiederum daran liegt, dass Ford die ersten fünf Generationen des Sportwagens nie offiziell nach Europa exportiert hat und Liebhaber des Mustang auf Importeure oder Eigeninitiative angewiesen waren.

Nun ist seit einigen Wochen der US-Ford ganz offiziell in Deutschland zu haben, importiert von Ford Europa und in Deutschland von derzeit knapp 50 Händlern betreut. Das bedeutet allerdings: Je nachdem wo man wohnt, kann der Ritt zum Autohaus weit sein.

Wir haben uns den Mustang gleich von Ford kommen lassen und zwar in der „richtigen“ Version. Ja, ja, natürlich ist auch der 2,3-Liter-Vierzylinder mit immerhin 233 kW/317 PS ein prima Aggregat, noch dazu wahrscheinlich im Alltag deutlich sparsamer als der V8, den wir uns für den Testwagen gönnten. Aber wenn schon US-Car, dann doch bitte richtig. Also ein Achtzylinder-Sauger mit 5,0 Litern Hubraum und 421 kleinen Mustangs unter der Haube.

Mit seinem enormen Haifischmaul, dem großen Grill und der langen Motorhaube macht das Coupé (es steht auch ein Cabriolet zur Wahl) richtig was her. Was sich im Alltag an den Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer ablesen lässt, die sich ziemlich exakt in zwei Gruppen aufteilen: begeisterte Zustimmung - inklusive herzlicher Gratulation zu diesem „tollen Auto“ an der Tankstelle - oder höhnische Blicke im Verein mit spöttisch heruntergezogenem Mundwinkel: Der hat´s wohl nötig.

Na ja, nötig hatten wir es vor allem an der Tanke. Nämlich etwas Kleingeld. Wenn man schon nach 300 Kilometern an die 50 Liter für 70 Euro nachgelegt hat, kann einem ein wenig schwindlig werden.

Der Mustang fällt unter die Rubrik amerikanischer Pony-Cars, das waren jene relativ kleine Coupés oder Cabriolets mit starken Motoren (V6 oder V8), die ab den 60er-Jahren in den USA die Straßen eroberten. Mit diesen Fahrzeugen hat der aktuelle Mustang natürlich nicht mehr viel gemein, vor allem nicht mit deren damals teils tückischen Manieren. Im Gegenteil, nie war ein Mustang leichter zu reiten als dieser.

Das liegt vor allem an der erstmals (!) verwendeten Hinterradaufhängung. Ja, man glaubt es kaum, das Zeitalter der Starrachse neigt sich auch in den Staaten dem Ende zu. Darüber wird sicher wieder jemand nostalgische Tränen vergießen, soll er. Wir genießen dafür die Tatsache, dass man mit diesem Mustang erstmals auch bei hohen Geschwindigkeiten ein gutes Gefühl hat.

Kommentare zu " Ford Mustang GT: Wildpferd mit Haifischmaul"

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  • Wenn man sich die FahrerInnen des Vorgängers anschaut, kann man getrost davon ausgehen, daß auch die Verkäufe des neuen Modells hierzulande marginal bleiben.
    Diese peer group schreckt schlichtweg ab.

  • und den GT nun noch als Station Wagon, dann ist der geradezu perfekt...zumindest fuer die USA ;-) !

    Dann brauchen die keinen TDI Avant etc.. mit gefakten Abgaswerten!

    Mustang-Sally laesst gruessen !

  • Endlich, endlich dieser wichtige Artikel. Was habe ich darauf gewartet.

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