Forschung und Entwicklung
Neue Motoren senken den Verbrauch drastisch

Autobauer und Zulieferer investieren in der Krise in die Forschung. Im Fokus stehen dabei verbrauchsarme Antriebstechniken. Bosch will langfristig den Elektroantrieb großserienreif machen. Doch auch bei den klassischen Verbrennungsmotoren haben die Experten noch großes Einsparpotenzial ausgemacht.
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BERLIN. Die weltweite Automobilproduktion krankt, Besserung ist nicht in Sicht. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, arbeiten die F&E-Abteilungen der Autobauer und deren Zulieferer mit voller Kraft an sparsamen Antrieben - in der Hoffnung doch noch einen Kunden zum Kauf zu bewegen.

Alles andere wäre für Bosch-Geschäftsführer Bernd Bohr, zugleich Chef der Kraftfahrzeugtechnik, fatal: "Wir sparen auf allen Ebenen und in allen Bereichen - allerdings nicht bei unseren wichtigsten Zukunftsaufgaben", so Bohr. Daher werde der Etat für Forschung und Entwicklung in der Kraftfahrzeugtechnik mit rund drei Milliarden Euro nahezu stabil bleiben. Von den weltweit 168 000 Beschäftigten bei Bosch sind 25 000 Entwickler. Bohr: "Mit ihnen bereiten wir uns auf die Zeit nach der Krise vor, eine Zeit mit knapperen Ölreserven bei zunehmender Mobilität."

Zwar arbeitet der Systemlieferant daran, den Elektroantrieb großserienreif zu machen, doch das dauere noch, bis etwa ab dem Jahr 2020 nennenswerte Stückzahlen erreicht würden. Bis dahin sei das Sparpotenzial von Verbrennungsmotoren lange noch nicht ausgeschöpft. "Unsere Entwickler werden sowohl für den Benziner als auch für den Diesel 25 bis 30 Prozent Verbrauchsvorteile erschließen - und so bei Dieselfahrzeugen 99 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer unterschreiten können", verspricht Bohr.

Ermöglichen würden dies unter anderem neue Brennverfahren, hochpräzise Einspritztechnik, Turboaufladung, Downsizing und optimierte Nebenaggregate wie die elektrische Servolenkung. Bohr hält es gar für realistisch, dass ein Mittelklassewagen bald nur noch drei Liter Diesel verbraucht.

Bei Otto-Motoren wird ebenfalls weiter an der Sparschraube gedreht - vor allem durch Direkteinspritzung, die derzeit unter anderem Audi, BMW, Ford, Suzuki und VW einsetzt, was den Spritverbrauch um bis zu 15 Prozent senkt. Ergänzt wird die Technik durch eine effiziente Steuerung der Einlass- und Auslassventile des Motors. Der Vorteil: Die Zylinder werden bei niedrigen Drehzahlen besser mit Frischluft gefüllt, was vor allem bei kleineren Motoren für ein kräftigeres Drehmoment sorgt.

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