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Friedbert Pautzke: „Viele junge Menschen können auf das eigene Auto verzichten“

Deutschlands erster Professor für Elektromobilität spricht über das Design von E-Fahrzeugen und die neuen Nutzungsgewohnheiten der jungen Generation.

Prof. Dr.-Ing. Friedbert Pautzke, Professor für Elektromobilität an der Hochschule Bochum. Quelle: Pressefoto
Prof. Dr.-Ing. Friedbert Pautzke, Professor für Elektromobilität an der Hochschule Bochum. Quelle: Pressefoto

DüsseldorfHandelsblatt: Ihre Studenten wollen mit einem selbstgebauten Solarfahrzeug im nächsten Jahr die Welt umrunden. Wird sich die Photovoltaikanlage auf dem Autodach durchsetzen?

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Friedbert Pautzke: Nein, das sicher nicht. Unser Solarauto ist ein Ausbildungsprojekt, mit dem wir zeigen wollen, dass es möglich ist, sich mit einem extremen Leichtbau direkt über Sonnenenergie fortzubewegen. Um das Konzept im Alltag anzuwenden, bräuchte man entweder eine viel zu große Batterie oder müsste akzeptieren, dass das Fahrzeug sich erst ein paar Stunden in der Sonne aufladen muss, bevor man es benutzen kann. Das ist natürlich nicht realistisch.

Handelsblatt: Was ist dann der praktischen Nutzen des Projektes?

Pautzke: Bisher werden Elektroautos meistens so verstanden, dass einfach ein Elektromotor in bestehende Fahrzeugmodelle eingebaut wird. Das kann man vergleichen mit einer Pferdekutsche, die plötzlich von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden soll. Das ist nicht besonders sinnvoll und effizient. Elektroautos müssen von Grund auf neu designt werden, wie wir es auch bei unserem Solarauto gemacht haben. Das ermöglicht etwa, kleinere Fahrzeuge zu entwickeln, die trotzdem den gleichen Stauraum bieten.

Schwerpunkt Elektro-Auto

Handelsblatt: Legt die Generation Ihrer Studenten überhaupt noch Wert auf ein eigenes Auto?

Pautzke: Meine Studenten sind als angehende Ingenieure natürlich sehr autoaffin. Aber es stimmt: Im Gegensatz zu meiner Altersgruppe können viele junge Menschen gut auf das eigene Auto verzichten. Stattdessen wollen sie sich Mobilitätsdienstleistungen je nach Situation flexibel kaufen können.

Carsharing

Handelsblatt: Welche Rolle spielt dabei die Elektromobilität?

Pautzke: Im Prinzip brauchen wir natürlich ganz unabhängig von E-Mobility ein umfassendes Verkehrskonzept, das sich auf die neuen Anforderungen einstellt. Es besteht aber die Chance, dass der Paradigmenwechsel, der jetzt stattfindet, dazu führt, dass Mobilitätskonzepte neu gedacht werden. In dem Mix an verschiedenen Verkehrsträgern werden Elektroautos beispielsweise bei Car-Sharing-Anbietern sicherlich eine wichtige Rolle spielen.

Gegenargumente im Überblick Die großen Probleme der neuen Stromer

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  • 07.04.2012, 14:27 UhrTortyCash

    Man kann am einfachsten auf das verzichten, was man noch nie hatte. Ein junger Mensch, der bisher mit Bus und Bahn zurechtkam, rechnet die Unterhaltskosten des Autos zusammen und entscheidet.
    Leider sieht man nirgendwo Statistiken, aber die Jüngeren verdienen deutlich weniger als die älteren Generationen, als diese mal jung waren. Das betrifft natürlich auch Akademiker.
    Klar, die autoaffinen werden sich irgendwann ein Auto zulegen.
    Aber dann z.B. lieber ein V6 oder V8 als ein überteuertes Elektrofahrzeug.

    Viele Grüße,

    Torty Cash

  • 07.04.2012, 13:28 UhrSilvercoin82

    Also ich kenne kaum Leute aus meiner Generation, die gerne auf ein Auto verzichten. Es können sich nur immer weniger meiner Kaste ein Auto überhaupt halten!!

  • 25.07.2011, 16:14 UhrAnonymer Benutzer: MikeM

    Herr Friedbert Pautzke, man kann nicht einfach auf das Auto verzichten. Wohl aber auf eine Professorenstelle in Elektromobilität! Dümmer gehts nimmer!

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