Test + Technik

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Gebraucht-Check Suzuki SX4: So unbekannt wie unauffällig

Der Suzuki SX4 ist ein eher unbekanntes Auto. Schade eigentlich. Denn als Gebrauchter macht der Kompakte mehr als eine gute Figur. TÜV und ADAC finden nur kleinere Mängel.

Keine Mängelschwerpunkte bekannt: Suzuki SX4. Quelle: Pressefoto
Keine Mängelschwerpunkte bekannt: Suzuki SX4. Quelle: Pressefoto

BerlinSX4 - nach der Marke dieses Kompaktwagens gefragt, wird hierzulande selbst manch Autointeressierter raten müssen. Der SX4 ist ein Suzuki. Und wie sein baugleicher Bruder, der Fiat Sedici, gehört er zu den eher raren und damit weniger bekannten Pkw auf den Straßen.

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Näher als den Hersteller legt sein Modellkürzel die Antriebstechnik: Der SX4 hat Allrad - wenn auch nur als Option. Unter anderem bei diesen 4x4-Versionen ist laut dem TÜV die Kupplung ein Schwachpunkt. Ansonsten sei der kleine Crossover ein Mängelzwerg.

Bei der Hauptuntersuchung fiel der Suzuki SX4 den Prüfern bisher weder durch Rost noch durch unzulässiges Lenkungsspiel sonderlich auf, heißt es im «TÜV Report 2012». Nur der Ölverlust an Getrieben und Motoren sei bei dem Japaner überdurchschnittlich hoch. Und bei den Dieseln verstopft manchmal recht schnell der Rußpartikelfilter.

Mängelschwerpunkte machte auch der ADAC beim SX4 bis jetzt nicht aus. Vereinzelt gebe es defekte Lichtmaschinen und blockierte Handbremsen.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Im Frühjahr 2006 stellte Suzuki den SX4 auf dem Genfer Autosalon vor, wenige Monate später kam er in den Handel. Zunächst gab es den Wagen, der die technische Plattform des Suzuki Swift nutzt, in zwei Designlinien, wovon eine mit breiteren Radläufen und Schutzbeplankung die Nähe zu Geländewagen suchte. Damit darf der SX4 als ein frühes Kompakt-SUV gelten - eine Gattung, die gerade schwer im Kommen ist.

Ende 2008 erschien der SX4 auch als Stufenheck, ausschließlich mit Frontantrieb. Facelifts gab es für das Schrägheck im Jahr 2009 und ein Jahr später für die Limousine. ESP ist erst seit 2008 serienmäßig in allen Versionen an Bord.

Das Leistungsspektrum der angebotenen Motoren fällt recht schmal aus: Die drei Benziner bringen es je nach Baujahr auf 73 kW/99 PS, 79 kW/107 PS und 88 kW/120 PS. Die beiden Dieselmotoren kommen auf 88 kW/120 PS und 99 kW/135 PS. Das Stufenheck gibt es nur mit den beiden stärkeren Benzinern. Generell arbeiten unter der Haube des Japaners Vierzylindermotoren.

Kleinwagen im Vergleich

Für einen gebrauchten Suzuki SX4 müssen Kaufinteressenten laut der Schwacke-Liste mindestens 5.300 Euro einplanen. Dafür sollte ein SX4 1.5 Streetline 4x2 Classic von 2006 mit dem Basisbenziner und einer durchschnittlichen Laufleistung von 85.200 Kilometern zu bekommen sein.

Ein jüngeres und stärkeres Exemplar wie der SX4 1.6 VVT 4x4 Club mit 88 kW/120 PS von 2009 listet Schwacke mit 10.150 Euro (Laufleistung: 49.200 Kilometer). Der vergleichbare Diesel 2.0 DDiS 4x4 Club aus demselben Baujahr mit 99 kW/135 PS wird für etwa 11.150 Euro gehandelt (64.000 Kilometer).

 

Quelle: dpa
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