Gebrauchte Mercedes C-Klasse Der Benz als feste Burg

Nachdem die Vorgängerbaureihe besonders bis zum Facelift 2004 von diversen Mängeln betroffen war, liegt der W204 wieder „voll auf Kurs” und zeigt kaum Schwächen. Die Qualität hat aber ihren Preis.
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Vor allem der Baureihe W204 der Mercedes C-Klasse stellen die Prüfexperten und Pannenhelfer sehr gute Noten aus. Quelle: Hersteller
Auch gebraucht gut zu gebrauchen:

Vor allem der Baureihe W204 der Mercedes C-Klasse stellen die Prüfexperten und Pannenhelfer sehr gute Noten aus.

(Foto: Hersteller)

Wenn Autohersteller den Wechsel von der alten auf die neuen Generation vollzogen haben, sollten Autokäufer aufhorchen. Denn in aller Regel purzeln dann die Preise bei den Gebrauchten, vor allen bei den jüngeren. Im Fall der C-Klasse kommt hinzu: Gegen einen Gebrauchten spricht nicht viel, denn schon der Vorgänger des aktuellen W205 gilt als ausgesprochen zuverlässiges Auto.

„Dieser Benz ist eine feste Burg”, schreibt der „TÜV Report 2017” über das Kapitel zu dem Mittelklassemodell. Der W204 beweise „Steherqualitäten”. Zum Beispiel beim Fahrwerk: Hier lägen die Mängelquoten bei der Kfz-Hauptuntersuchung im „statistischen Niemandsland”. Rost und Ölverlust kämen so gut wie nicht vor.

Einziges größeres Manko des W204 sind demnach die Bremsleitungen, die bei sieben- und neunjährigen Exemplaren vergleichsweise oft beanstandet werden. In der Qualität fällt der Vorgänger W203 ab, der es nach elf Jahren massiv mit verschlissenen Achsgelenken und gebrochenen Fahrwerksfedern zu tun bekommt. Auch Rost und einseitig ziehende Feststellbremsen spielen bei ihm eine größere Rolle.

Vor diesen Gebrauchtwagen wird gewarnt
Platz 132 bei den Zwei- und Dreijährigen: Chevrolet Captiva
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Als Neuwagen ist der Captiva nach dem Chevrolet-Rückzug nicht mehr erhältlich. Die letzten verkauften Exemplare mussten in diesem Jahr zur ersten Hauptuntersuchung. Im Schnitt kam dabei kein überzeugendes Ergebnis heraus: 11,0 Prozent der geprüften Captivas wiesen laut dem TÜV-Report bereits erhebliche Mängel auf.

Platz 133 bei den Zwei- und Dreijährigen: Kia Sorento
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Kein gutes Ergebnis für Kia: Das große SUV Sorento kommt bei der ersten Hauptuntersuchung bereits auf eine Mängelquote von 11,2 Prozent. Interessant wird aber die Auswertung des TÜV im kommenden Jahr: Denn im jüngst veröffentlichten 2017er Report sind bei den Zwei- und Dreijährigen zwei Generationen des Sorento erfasst.

Ob das neue Modell, das Anfang 2015 auf den Markt kam, wirklich zuverlässiger ist, wird sich also erst im Report 2018 zeigen.

Platz 134 bei den Zwei- und Dreijährigen: Kia Sportage
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Das schlechte Kia-Ergebnis komplettiert der Sportage auf Platz 134. Viele Kunden werden wohl auch durch die umfangreiche Sieben-Jahre-Garantie der Koreaner gelockt. Die werden auch einige der Sportage-Fahrer in Anspruch nehmen müssen: 11,5 Prozent erhebliche Mängel bei der ersten Hauptuntersuchung sind ein desaströses Ergebnis für ein so junges Auto.

Zum Vergleich: Auf eine solche Quote kommt auch ein Audi TT, nur ist dieser dann schon über sieben Jahre alt. Der Durchschnitt in der Altersklasse des Sportage liegt übrigens bei 5,7 Prozent. Interessant wird dann die TÜV-Auswertung, die im Herbst 2018 veröffentlicht wird: Dann wird sich zeigen, ob der Anfang diesen Jahres vorgestellte Nachfolger bei der Hauptuntersuchung genauso auffällig ist.

Platz 122 bei den Vier- und Fünfjährigen: Fiat Panda
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Fiat hat in Deutschland nicht gerade den Ruf, besonders zuverlässige und langlebige Autos zu bauen. Tatsächlich ist der Panda unter den Vier- und Fünfjährigen das einzige Auto der Italiener, das über alle Altersklassen hinweg auf einen der letzten drei Plätze kommt. Dabei weist er eine Mängelquote von 18,4 Prozent bei der zweiten Hauptuntersuchung auf.

Im Umkehrschluss muss man aber auch sagen: Unter die besten Zehn schafft es kein einziges Auto aus dem Fiat-Chrysler-Konzern – egal wie alt.

Platz 123 bei den Vier- und Fünfjährigen: Renault Kangoo
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Der Titel mit den unzuverlässigen Autos sollte eigentlich Renault anhaften: Der Kangoo auf Platz 123 der Vier- und Fünfjährigen wird nicht das letzte Modell von Renault oder Dacia sein, das wir in dieser Liste der TÜV-Report-Verlierer finden werden. Mit 18,5 Prozent erheblicher Mängel muss sich der Kastenwagen aber nur knapp dem Fiat Panda geschlagen geben.

Platz 124 bei den Vier- und Fünfjährigen: Dacia Logan
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Nächster Vertreter von Renault-Dacia: Fast jeder vierte Dacia Logan (22,4 Prozent) fällt bereits bei der zweiten Hauptuntersuchung durch. Damit ist er doppelt so schlecht wie der Durchschnitt in dieser Altersklasse. Kurz gesagt: Billiges Auto, viele Mängel.

Zu seiner Entlastung muss man aber auch erwähnen, dass der Logan in dieser Zeit deutlich mehr gefahren wurde: Er kommt in der Statistik auf 72.000 Kilometer, ein nur unwesentlich besser platzierter Fiat Panda hingegen nur 50.000 Kilometer. Dennoch: Obacht beim Kauf eines gebrauchten Dacia, der jeweilige Zustand des Fahrzeugs ist entscheidend.

Platz 115 bei den Sechs- und Siebenjährigen: Renault Kangoo
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Je älter ein Kangoo wird, desto anfälliger wird er auch. Nur zwei Jahre später ist die Mängelquote von 18,5 Prozent auf 27,3 Prozent gestiegen.

Zwar war der Kastenwagen dann schon im Schnitt 94.000 Kilometer unterwegs – ein Toyota Avensis, wahrlich auch kein Premium-Auto, kommt bei ähnlicher Laufleistung jedoch nur auf 8,1 Prozent erhebliche Mängel.

Ähnlich sieht der ADAC die beiden Serien. Nachdem die Vorgängerbaureihe besonders bis zum Facelift 2004 von diversen Mängeln betroffen war, liege der W204 wieder „voll auf Kurs” und zeige kaum noch Schwächen. Lediglich Fehler im Motormanagement bei Autos von 2007 bis 2009 und Defekte der Einspritzventile bei den Modellen 220 CDI und 250 CDI (Juli bis Dezember 2009) seien den Pannenhelfern öfter aufgefallen.

Als anfälliger zeigt sich der Vorgänger, der ab dem Baujahr 2004 aber ebenfalls starke Verbesserungstendenzen zeige. Bei Dieselfahrzeugen brechen dem ADAC zufolge bis zum Baujahr 2003 öfters die Injektoren. Auch Haarrisse im Anlassermagnetschalter treten auf. Defekte Spannungsregler gibt es bei Diesel und Benzinern bis zum Baujahr 2003 ebenfalls öfter.

Die Baureihe W203 kam im Jahr 2000 auf den Markt, klassisch zunächst als Limousine (W203), dann als Kombi (S 203) und später auch als Coupé (CL 203) - nur nicht als Cabrio. Dafür wurden leistungsstarke AMG-Versionen aufgelegt. 

Während das Sicherheitsniveau mit sechs Airbags und ESP von Anfang an gut war, brachte die Modellpflege 2004 viele Änderungen im Detail, darunter Bi-Xenon-Licht als Option. 2007 kam der Nachfolger, der bis 2015 vom Band lief. Ein Cabrio schaffte es allerdings erst mit der aktuellen Auflage wieder ins Programm.

Neben den Achtzylindern waren stets auch Reihenvierzylinder im Angebot. Je nach Baujahr, Generation und Ausführung reicht die Leistungsspanne bei den Benzinern von 95 kW/129 PS bis 373 kW/507 PS in der stärksten AMG-Version. Die Diesel bringen es auf 75 kW/102 PS bis 195 kW/265 PS. Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Varianten gibt es jedoch nur von der aktuellen Baureihe W205.

Alt, aber gut
Gute Gebrauchte bis 5.000 Euro, gibts das überhaupt?
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Beim Gebrauchtwagenkauf kann man viel falsch machen. Da gibt es drei Jahre alte Fahrzeuge, von dem schon bei der ersten Hauptuntersuchung ein Viertel aller Exemplare mit erheblichen Mängeln durchfällt. Oder Autos, von denen zehn Jahre nach ihrer Erstzulassung nur jeder Fünfte einen zweiten Anlauf braucht.

Im TÜV-Report informieren die Sachverständigen jedes Jahr darüber, welche der überprüften Modelle am besten abschneiden. Wie zeigen in der folgenden Auswahl fünf Empfehlungen aus fünf Fahrzeugklassen ...

Erreichbares Sparmobil:
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Die Optik des Toyota Prius muss nicht gefallen, die Verbrauchswerte und Mängelquote tun es aber auf jeden Fall. Der Hybrid schluckt 4,3 Liter Super auf 100 Kilometern (Normverbrauch) und auch nach acht bis neun Jahren und mehr als 100.000 Kilometern Laufleistung fallen nur 13 Prozent wegen erheblicher Mängel durch den TÜV. Die Preise für den japanischen Hybrid beginnen bei unter 5.000 Euro.

Keine Schönheit: Toyota Prius, Bj. 2004
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Im „Auto Bild“-Dauertest über 100.000 Kilometer beeindruckte der Prius II (2003 bis 2009) mit hervorragender Zuverlässigkeit und schloss mit der Traumnote 1 ab. Der 2009 vorgestellte Nachfolger erreichte dieses Top-Ergebnis nicht ganz: Bei ihm brannten auf 100.000 Kilometer zwei Scheinwerferglühlampen durch – eine mehr als beim Prius II. Trotzdem: Note 1.

Bezahlbare Einstiegsmobilität:
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Besonders für sparsame Stadt-Bewohner ist der Mazda2 eine interessante Option - entweder in der Mini-Van-Version, die bis 2007 gebaut wurden oder dem etwas schickeren Kleinwagen-Nachfolger. Beide Modelle zeichnen sich durch ihre Langzeithaltbarkeit aus, rollen überdurchschnittlich oft ohne Beanstandungen vom Hof der Prüfer. Preislich geht es auf den gängigen Internetbörsen bei rund 2.000 Euro los.

Preiswerter Hochsitz:
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Der Honda CR-V schneidet beim TÜV selbst im hohen Alter besser ab als der Durchschnitt der geprüften Autos. Sogar das bei SUV häufig verschleißanfällige Fahrwerk ist solide. Die eigenwillige Robust-Optik hat der Hochbeiner mit dem Generationswechsel ab 2006 abgelegt ...

Honda CR-V
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1996 kam der erste Honda CR-V auf den Markt - noch als recht kantiges Gefährt. Bereits die 2001 eingeführte zweite Auflage hatte deutlich mehr Rundungen im Blech. 2006 folgte die dritte, endgültig zum modernen SUV gereifte Generation.

2010 gab es für sie ein letztes Facelift, bevor im November 2012 die vierte Auflage erschien - mit größerem Kofferraum und mehr Platz für die Passagiere sowie sparsameren Motoren. Neu war auch eine Variante mit Frontantrieb, bis dahin gab es das SUV nur mit Allradantrieb.

Bei alten Modellen (die Preise für einigermaßen gepflegte Exemplare starten bei gut 3.000 Euro) sollte man auf Ausstattung mit ESP achten, bei neuen ist es serienmäßig.

Laut "TÜV Report" schneidet der Honda CR-V bei der HU überdurchschnittlich gut ab
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Auch der ADAC hat an dem SUV-Modell wenig auszusetzen und moniert hauptsächlich Störungen der Wegfahrsperre bei bis 2003 gefertigten Fahrzeugen. Bis zum Baujahr 2001 verzeichnet der Autoclub häufigen Marderbiss an den Zündkabeln. Wie viele Japaner sei auch der CR-V insgesamt ein sehr zuverlässiges Auto.

Unter der Haube des Japaners kommen Otto- oder Dieselmotoren zum Einsatz, allesamt Reihenvierzylinder. Extrem leistungsstarke Motoren fehlen in der Palette, ebenso Downsizing-Aggregate, die aus kleinen Hubräumen vergleichsweise viel Kraft schöpfen. Seit 2001 verrichten je nach Baujahr und Ausführung 2,0 und 2,4 Liter große Benziner die Arbeit, sie leisten zwischen 108 kW/147 PS und 122 kW/166 PS. Die 2,2 Liter großen Selbstzünder kommen auf 103 kW/140 PS beziehungsweise 110 kW/150 PS. Seit 2007 baut Honda Rußpartikelfilter ein.

Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen C 280 Elegance mit einem 170 kW/231 PS starken V6 von 2009 sucht, muss laut Schwacke-Liste mit einem Richtpreis von 14.700 Euro kalkulieren. Die Liste geht dabei von 97.200 Kilometer Laufleistung aus.

Noch 21.100 Euro sind für einen C 63 AMG T 7G-Tronic mit 336 kW/457 PS starkem V8 von 2007 notiert (130.800 Kilometer). Aber ein T-Modell gibt es auch günstiger und genügsamer: Für gut 5000 Euro wird der C 200 T CDI Classic mit 90 kW/122 PS von 2005 gehandelt. Solche Autos sind in der Regel jedoch meist mehr als 200.000 Kilometer gelaufen.

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