Test + Technik

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Gebrauchter Seat Ibiza: VW Polo auf Spanisch

Der Seat Ibiza ist zwar nach einer der Balearen benannt, aber keine Insellösung. Denn technisch basiert er schon lange auf einem Wolfsburger Erfolgsmodell. Bei Gebrauchten fährt der Kunde mit jüngeren Modellen besser.

Eine große Schwäche von Seats dritter Ibiza-Generation sind die vorderen Achsgelenke. Der seit 2008 produzierte Nachfolger gilt als deutlich zuverlässiger. Quelle: dpa
Eine große Schwäche von Seats dritter Ibiza-Generation sind die vorderen Achsgelenke. Der seit 2008 produzierte Nachfolger gilt als deutlich zuverlässiger. Quelle: dpa

BerlinDer seit den 80er Jahren gebaute Kleinwagen Seat Ibiza ist längst bei der spanischen Marke zum Traditionsmodell geworden. Wer einen Ibiza aus zweiter Hand kaufen will, schaut sich am besten nach einem jüngeren Exemplar um, lautet die Empfehlung im "TÜV Report 2013". Denn das Modell hat offenbar einen besonders effektiven Reifeprozess durchgemacht.

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Der seit 2008 gebaute aktuelle Ibiza fällt den TÜV-Angaben zufolge bis dato nur durch Kleinigkeiten wie vereinzelte Elektronikprobleme auf. Schwerer wiegt da schon die typische Macke seines Vorgängers vom Typ 6L: ausgeschlagene Gelenke an der Vorderachse. Zudem hat der ADAC eine hohe Ausfallquote bei den Batterien und Zündspulen festgestellt. Bis zum Baujahr 2006 sind in der Pannenstatistik des Clubs auch Probleme mit den Bremsen und bis 2008 Fehler im Motormanagement aufgeführt.

Gebrauchtwagen-Check

1984 rollte die erste, von Star-Designer Giorgio Giugiaro gezeichnete Ibiza-Generation vom Band. 1993 wurde die zweite Auflage vorgestellt - seitdem stammt die Technik komplett von Volkswagen. Anfang 2002 folgte der nächste Modellwechsel. Derzeit wird der Ibiza in vierter Auflage gebaut. Das aktuelle Modell ist als Fünf- und Dreitürer sowie als Kombi ST erhältlich. Zuletzt gab es im Frühjahr 2012 ein Facelift, bei dem das Design aufgefrischt und der Innenraum aufgewertet wurde.

Unter der Haube des kleinen Spaniers arbeiten Reihenmotoren mit drei und vier Zylindern. Seit der dritten Modellgeneration leisten die im Laufe der Zeit angebotenen Benziner zwischen 60 PS und 180 PS im sportlichen Cupra-Modell. Die Diesel geben wenigstens 64 PS her und höchstens 160 PS. Eine seit 2011 erhältliche Autogasversion (LPG) kommt auf 81 PS.

Wer sich für diese LPG-Motorisierung interessiert, sollte laut der Schwacke-Liste für einen Ibiza SC 1.6 LPG Reference von 2011 mit rund 20.000 Kilometern auf dem Tacho um die 9.250 Euro einplanen. Das Sportmodell Ibiza SC 1.4 TSI DSG Cupra mit 180 PS von 2009 kostet noch etwa 12.850 Euro (durchschnittliche Laufleistung: 44.000 Kilometern). Für einen Diesel der Vorgängergeneration wie den 80 PS starken Ibiza 1.4 TDI DPF Reference von 2007 fallen etwa 6.550 Euro an (115.600 Kilometer). Ein Benziner aus dem gleichen Jahr, etwa der 1.6 16V Sport Edition mit 105 PS, wird noch für rund 6.400 Euro gehandelt (68.000 Kilometer).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

 

Quelle: dpa
  • 23.12.2012, 17:11 UhrMaL-Gore

    iPress Dental Examn: EGG cannot understand what made a man

    sed /HATE/ATE/ ...

    another

    sed /MALE/MEAL/ ...

    ~~~

    http://central.banktunel.eu/armyheli.jpg

  • 23.12.2012, 16:08 UhrIgor

    Die schwerwiegenden Probleme an der Vorderachse haben mich 25 Euro Material gekostet. Sie haben Recht, einfach unmöglich sowas!!!!
    Der Autor hat eine werkstatt wohl noch nie von innen gesehen.

  • 23.12.2012, 13:17 UhroRal-office

    So sehen Legastheniker den FOLGS-Wagen!

    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ILA_Berlin_2012_PD_298.JPG

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