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Gebrauchter Toyota Yaris: Autozwerg mit langem Atem

Der Toyota Yaris gilt als zuverlässiges Fahrzeug, das dem Besitzer nur selten Ärger macht. Auch in der Pannenstatistik des ADAC wird der Yaris nur mit relativ wenigen Mängeln auffällig.

Prüfer haben am Toyota Yaris wenig auszusetzen. Quelle: PR
Prüfer haben am Toyota Yaris wenig auszusetzen. Quelle: PR

BerlinWer sich nach einem gebrauchten Toyota Yaris umsieht, sollte wissen: Die fortschrittlichste Motorvariante wird ihm dabei kaum begegnen - der Hybrid. Denn mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb gibt es den Kleinwagen erst seit gut einem halben Jahr zu kaufen. Wem aber schlicht das Modell der Japaner gefällt, für den ist auch der konventionelle Yaris keine schlechte Wahl: Auch er knausert mit Sprit und schneidet bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) gut ab: Im "TÜV Report 2013" wird er sogar als "Mini für die Ewigkeit" bezeichnet.

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Lediglich ein typisches HU-Manko hat der Japaner: starken Verschleiß der Bremsscheiben. Schon ab einem Fahrzeugalter von fünf Jahren schneidet der Yaris in dieser Hinsicht ziemlich schlecht ab, berichtet der TÜV. Beim Thema Ölverlust und Auspuffanlage glänzen dagegen sogar elfjährige Exemplare.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Mit Blick auf die Pannenstatistik des ADAC schneidet der Yaris nicht ganz so gut ab. Dort belegt der kleine Japaner nur einen mittleren Platz - allerdings auch wegen starker Konkurrenz. Bei 2006 und 2007 gebauten Exemplaren versagten öfters die Zündschlösser, hinzu kamen defekte Scheinwerfer (bis 2007). Bei Benzinern von 2007 quittierten vereinzelt die Kupplungen ihren Dienst, und unabhängig von der Antriebsart fielen oft automatische Schaltgetriebe aus (2006). Auch der Yaris blieb von Rückrufen bei Toyota nicht verschont: Diese betrafen unter anderem das elektronische Gaspedal (2009).

1999 löste der Yaris seinen Vorgänger Starlet ab, den Toyota seit 1973 gebaut hatte. Zunächst war er nur als konventioneller Drei- und Fünftürer zu haben. Ende 1999 kam die Van-Ausführung Yaris Verso hinzu, die bis 2006 gefertigt wurde. 2003 gab es ein Facelift, 2006 die zweite Modellgeneration. Sie wurde 2009 aufgefrischt.

Wissenswertes über Motoröl

  • Wozu benötigt ein Verbrennungsmotor Öl?

    Öl ist der Schmierstoff des Motors. Es sorgt für einen leichten Lauf und ein reibungsarmes Zusammenspiel der beweglichen Teile im Motor. Das Motoröl dient auch zur Feinabdichtung zwischen Kolben, Kolbenringen und Zylinderlaufflächen. Und es hat einen kühlenden Effekt: Es senkt die Temperatur von Teilen, an die das Kühlmittel nicht herankommt - zum Beispiel die Kolben. Öl sorgt außerdem dafür, dass Motorteile von Verbrennungsrückständen gereinigt werden.

  • Wie viel Öl verbraucht ein Auto?

    Laut den Erfahrungswerten der Sachverständigenorganisation KÜS beträgt der Ölverlust zwischen 0,5 und 1 Liter auf 1.000 Kilometer. Wie hoch er genau ist, hängt unter anderem von der Dichtigkeit der Kolbenringe, der Zylinderzahl und dem Hubraum ab. Ein Bugatti Veyron mit 16 Brennkammern wird mehr Öl benötigen als ein Dreizylinder im Peugeot 208.

  • Wie wird der Ölstand überprüft?

    Bei modernen Autos wird der Ölstand automatisch überwacht. Dennoch sollte der Stand nach einer Faustformel des AvD bei jeder zweiten Betankung manuell überprüft werden. Dabei wird der Wagen auf einer geraden Fläche abgestellt. Dann den Messstab herausziehen, abwischen, wieder vollständig einschieben und erneut herausziehen. Anhand der Markierungen am Messstab kann der Ölstand abgelesen werden.

  • Wann ist ein Ölwechsel an der Reihe - und warum?

    Die Intervalle für den Ölwechsel gibt der Hersteller vor. Aufgrund voranschreitender Technik bei Motoren und Ölen werden sie immer größer. Dennoch unterliegt Motoröl grundsätzlich dem Verschleiß: Verbrennungsrückstände wie Ruß oder Schwefeloxide und der Motorabrieb können es zum Beispiel verunreinigen. Auch kann es zu einer Verdünnung kommen - zum Beispiel durch unverbranntes Benzin bei häufigen Kaltstarts von Ottomotoren. Im schlimmsten Fall entstehen dadurch Antriebsschäden.

  • Sollte der Ölfilter beim Ölwechsel gleich mit erneuert werden?

    Nahezu synchron zum Öl verschmutzt auch der Ölfilter, da er Verschmutzungen des Schmierstoffs auffängt. Experten empfehlen deshalb, den Filter zeitgleich mit dem Öl auszutauschen.

  • Welches Öl sollte verwendet werden?

    Unterschiedliche Motorkonzepte stellen grundsätzlich individuelle Anforderungen an das Motoröl, so der ADAC. Informationen zur vorgeschriebenen Ölsorte finden sich in der Betriebsanleitung des Fahrzeuges. Alternativ geben Fachwerkstätten Auskunft. Bei der Auswahl des Motoröls sollte man sich auch zur Sicherung der Garantieansprüche immer an die Herstellervorgaben halten und dann erst am Preis orientieren.

  • Worin liegt der Unterschied zwischen Ein- und Mehrbereichsöl?

    Öl ist bei Kälte dick und bei Hitze dünn. Auch bei den veralteten Einbereichsölen für Fahrzeugmotoren ist das so, sie sind also nur für bestimmte Umgebungstemperaturen geeignet. Deshalb stand früher im Herbst und Frühjahr der obligatorische Ölwechsel an. Sogenannte Mehrbereichsöle behalten ihre Schmiereigenschaft in der Regel unabhängig von der Außentemperatur.

  • Was sind Leichtlauföle und warum lässt sich durch sie Sprit sparen?

    Leichtlauföle verringern im Vergleich zu herkömmlichen Mehrbereichsölen durch verbesserte Fließeigenschaften nochmals die Reibung im Motor. Laut ADAC sinkt der Spritverbrauch durch die Verwendung von Leichtlaufölen im Kurzstreckenverkehr um vier bis sechs, bei Überlandfahrten bis zu vier, auf der Autobahn um bis zu zwei Prozent.

  • Was ist von Ölzusätzen aus dem Zubehörhandel zu halten?

    Modernen Motorölen werden schon bei der Herstellung spezielle Additive zugefügt - etwa, um die Viskosität möglichst unabhängig von der Umgebungstemperatur zu machen. Universelle Zusätze, wie es sie im Zubehörhandel gibt, können dieses Gleichgewicht stören und im Extremfall zu Motorschäden führen. Autohersteller lehnen solche Ölzusätze deshalb strikt ab. Kann bei einem Schaden der Zusammenhang mit Zusätzen bewiesen werden, übernehmen Autobauer keine Haftung. Garantien und Gewährleistungen gelten dann nicht mehr.

Im Herbst 2011 startete der Verkauf der dritten und derzeit aktuellen Auflage, der Hybrid folgte im Juni 2012. Dieser sparsamste Yaris mit einer Systemleistung von 74 kW/100 PS benötigt nach EU-Norm im Schnitt nur 3,5 Liter Benzin auf 100 Kilometern (CO2-Ausstoß: 79 g/km). Für den überarbeiteten Einstiegsbenziner mit drei Zylindern von 2009 gab Toyota immerhin nur 4,9 Liter an (CO2: 115 g/km).

Seit 2003 leisten die Benziner je nach Baujahr und Generation zwischen 48 kW/65 PS und 98 kW/133 PS. Die Diesel kommen auf 55 kW/75 bis 66 kW/90 PS. Für den Yaris Hybrid findet sich in der Schwacke-Liste nur der Neupreis: mindestens 16.950 Euro. Weit weniger als die Hälfte kostet demnach das Vorgängermodell von 2009 mit 51 kW/69 PS starkem Dreizylinder-Benziner - für 6.250 Euro sollte so ein Yaris 1.0 VVT-i zu bekommen sein (durchschnittliche Laufleistung: 45.000 Kilometer).

Für den Diesel Yaris 1.4 D-4D Sol mit 66 kW/90 PS von 2007 nennt Schwacke einen Richtpreis von 6.450 Euro (99.300 Kilometer). Die Van-Variante als Benziner von 2006 kostet ab rund 6.000 Euro, so der 62 kW/84 PS starke Yaris Verso 1.3 C (88.200 Kilometer).

Quelle: dpa
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