Gebrauchtfahrzeuge
Den Makeln auf die Spur kommen

Anfangs überwiegt die Freude: der eigene Wagen, gerade gekauft, zwar nicht ganz neu, dafür aber erschwinglich. Nicht selten folgt die Ernüchterung aber schneller als erwartet.

dpa/tmn BONN/MÜNCHEN. Anfangs überwiegt die Freude: der eigene Wagen, gerade gekauft, zwar nicht ganz neu, dafür aber erschwinglich. Nicht selten folgt die Ernüchterung aber schneller als erwartet. Nämlich dann, wenn der Motor ungesunde Geräusche macht, die Karosserie klappert oder sich die Türen nicht mehr einwandfrei schließen lassen. Dann wird klar, dass der vermeintlich makellose Gebrauchte tatsächlich eine Möhre ist. Das muss nicht sein, wenn beim Aussuchen des Autos genauer hingeschaut wird. Denn oft sind es Kleinigkeiten, die für Klarheit über den tatsächlichen Zustand sorgen.

Nicht zu unterschätzen ist beim Gebrauchtwagenkauf der erste Eindruck. Wenn der Wagen auf den ersten Blick schon gefällt, und im Geiste der Kaufvertrag bereits unterschrieben wird, kann das ein gutes Zeichen sein. Anders sieht es aus, wenn der Käufer sich einredet, dieser Wagen muss es sein - in einem Teil seines Gehirns aber der Gedanke keimt, dass mit dem Ding irgendetwas nicht stimmt. So ein Eindruck kann unbewusst entstehen, weil der Wagen tatsächlich Mängel wie ungleichmäßige Spaltmaße oder leichte Farbunterschiede im Lack aufweist - was kein gutes Zeichen ist, auch wenn der Gesamtzustand eigentlich gut zu sein scheint.

Unregelmäßige Spaltmaße können ein Hinweis auf die Vergangenheit des Wagens sein. Sie sind laut Arnulf Volkmar Thiemel vom Technikzentrum des ADAC im bayerischen Landsberg nicht selten Folge eines Unfallschadens. Nicht jede Werkstatt passt die ausgetauschten Blechteile einwandfrei ein. Rainer Hillgärtner vom Autoclub ACE empfiehlt in diesem Zusammenhang, auch auf Spritznebel zu achten: Das ist ein Hinweis auf eine Nachlackierung, deren Grund ebenfalls in einem Unfallschaden liegen kann.

Beim ersten Eindruck geht es aber noch um weitaus oberflächlichere Dinge - zum Beispiel die Frage, warum der Käufer den Wagen vor der Besichtigung nicht gewaschen hat. Der Grund kann reine Nachlässigkeit sein. Die Sache kann aber auch einen ganz anderen Hintergrund haben. "Das erschwert die Kontrolle der Karosserie-Oberfläche", so Arnulf Volkmar Thiemel. Durch die Schmutzschicht lassen sich leichte Hagelschäden oder andere Macken wesentlich schwerer ausmachen.

An anderer Stelle sollte ein Interessent kritisch sein, wenn alles sauberer ist, als es normalerweise wäre. Das gilt in erster Linie für den Motorraum: "Was einerseits einen sehr positiven Eindruck hinterlässt, kann auf der anderen Seite Leckstellen verheimlichen", so Thiemel. Im Klartext: Der Verkäufer kann den Motorraum gereinigt haben, um über Ölverlust hinwegzutäuschen.

Seite 1:

Den Makeln auf die Spur kommen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%