Gebrauchtwagen-Check: Ford Ka
Fiat 500-Bruder mit Schwächen im Detail

Nicht so originell, aber dafür solider: Der aktuelle Ford Ka macht einiges besser als sein Urahn. Doch ganz problemfrei fahren auch die neueren Modelle nicht durch die HU.
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Der alte Ka war bisweilen eine Katastrophe bei der Hauptuntersuchung. Zwölf Jahre wurde die erste Generation des Kleinstwagens gebaut, ein Bestseller, der aber durch viele TÜV-relevante Mängel auffiel. Der neue Ka hat sich ab 2009 nicht nur vom kugeligen Design verabschiedet, sondern will auch qualitätstechnisch vieles besser machen. Das gelingt dem Kölner aus polnischer Produktion aber nicht immer.

Karosserie und Innenraum: Auch wenn es optisch keine Ähnlichkeiten gibt, teilt sich der Ka mit dem Fiat 500 einen Großteil der Technik, sie rollen gemeinsam im polnischen Fiat-Werk Tychy vom Band. Der neue Ka, der als Drei- und Fünftürer erhältlich ist, kommt äußerlich nicht mehr so eigenwillig wie sein Vorgänger daher, eher wirkt er wie eine kleine Version des Fiesta.

Dafür hat die zweite Generation nun etwas mehr Platz für die Passagiere auf der Rückbank. Viel Platz im Gepäckabteil sind 224 Liter Fassungsvermögen nicht, dafür ist der Kofferraum aber sehr gut nutzbar. Im Innenraum ist eine breite Mittelkonsole aus farblich abgesetztem Kunststoff mit Ka-Emblem und großzügig verteilten Bedienelementen Blickfang - nicht unbedingt nobel, aber originell. Die Sitze sind weich und bieten eher wenig Seitenhalt, was aber für den Einsatz im Stadtverkehr in Ordnung geht.

Motoren und Fahrwerk: Viel Dynamik darf man von dem angebotenen 1,2-Liter-Benziner nicht erwarten. Das 51 kW/69 PS starke Aggregat agiert eher zäh. Bis Ende 2010 musste der Benziner ohne Start-Stopp-Automatik auskommen und gab sich recht durstig. Zum Marktstart wurde noch ein 1,3-Liter-Diesel mit 55 kW/75 PS angeboten (ebenfalls ab Ende 2010 mit Start-Stopp), er ist aktuell nicht mehr im Programm.

Bei ihrer Parade-Disziplin Fahrwerks-Abstimmung gaben die Ford Ingenieure dem Ka einen zusätzlichen Stabilisator an der Vorderachse und damit mehr Fahrspaß mit als sein Plattform-Bruder Fiat 500 verspricht.

Ausstattung und Sicherheit: In der Basis fährt der Ka spartanisch vor, Klimaanlage und CD-Radio gibt es nur optional oder ab der Linie „Cool & Sound“, der Schleuderschutz ESP ist nur gegen Aufpreis erhältlich (360 Euro) – ein Ausstattungsmerkmal auf das es sich beim Gebrauchtwagenkauf zu achten lohnt. Beim EuroNCAP-Crashtest konnte der Ka 2008 vier von fünf Sternen erreichen.

Qualität: Obwohl der Ka als Kleinstwagen im Schnitt weniger Kilometer auf der Uhr hat als ein durchschnittlicher Neuwagen, der nach drei Jahren beim TÜV vorfährt, schneidet er etwas überdurchschnittlich oft mangelhaft ab. Da wären zum Beispiel die vom Vorgänger geerbten Schwächen bei der Achsaufhängung, übermäßiger Verschleiß an den Bremsscheiben, oft durchgerostete Auspuffanlagen – wohlgemerkt bei der ersten HU. Hinzu kommt das Motorenproblem, das ebenfalls schon die erste Generation auszeichnete: Der Ka fällt den TÜV-Prüfern oft mit heftigem Ölverlust negativ auf.

Fazit: Der zweite Ka ist ein zuverlässiger Knabe (im Gegensatz zu seinem Vorgänger), sagt die Pannenstatistik. Die beim TÜV aufgefallenen Mängel belegen allerdings, dass er durchaus ein paar typische Verschleißstellen hat – er macht also nicht alles besser als sein Urahn. Wer Zweifel hat, hält sich an ein Exemplar mit wenigen Kilometern. Bereits ab gut 4.000 Euro sind vier Jahre alte Kas zu bekommen. Gut ausgestattet und mit wenigen Kilometern muss man mindestens tausend Euro mehr auf den Tisch legen.

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