Gebrauchtwagen-Check Renault Twingo
Frühe Twingos fallen oft negativ auf

Als "der kleine Freund" wurde einst der Renault R5 gerne beworben. Als 1993 der Twingo folgte, griffen die Franzosen zum Kindchenschema. Auch technisch blieb der Kleinwagen aber zunächst in den Windeln stecken.
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BerlinDer lange Modellzyklus von 15 Jahren spricht Bände: Mit dem Twingo präsentierte Renault 1992 auf dem Pariser Autosalon ein zukunftsweisend gestaltetes Auto, das lange Zeit ohne optische Retuschen auskam. Technisch machte es aber erst keine gute Figur.

Der Twingo mit den knuffigen Schweinwerfern, Renault sprach dabei von einer "Interpretation des Kindchenschemas", wurde erst mit der Zeit erwachsen, sprich zuverlässiger und legte typische Kinderkrankheiten ab. Der letzte Jahrgang der ersten Generation landete 2008 in der Kleinwagenklasse im vorderen Drittel der ADAC-Pannenstatistik. Bis zum Baujahr 2002 machte der Twingo laut dem ADAC eher eine schlechte Figur: Zylinderkopfdichtungen brannten durch, bis 2001 waren die Kraftstoffpumpen sehr anfällig. Die Radlager verschlissen bei Fahrzeugen bis Baujahr 1998 sehr schnell. Zwischen 2003 und 2004 rissen vergleichsweise oft die Zahnriemen.

Und beim TÜV fiel der Kleinwagen bis Baujahr 2000 durch "überdurchschnittlich viele Mängel" auf - Rost und schlechte Bremsen wurden immer wieder beanstandet.

1993 kam der Twingo auf den Markt. Es sollte ein Auto "für die Spaßgesellschaft" der 90er Jahre sein - eines für Individualisten, hieß es bei Renault. Clou im Innenraum war eine um 17 Zentimeter verschiebbare Rückbank sowie die zentrale Digitalanzeige. Zu Beginn waren als Extras nur eine Klimaanlage und ein Faltdach zu bekommen.

Mit der Mode sollte der Twingo gehen, indem alle zwei Jahre neue Lackfarben angeboten wurden. Mehrfach wurde er überarbeitet, optisch blieb der Twingo I aber bis auf die ab dem Jahr 2000 lackierten Stoßfänger fast unverändert.

2007 stellte Renault die zweite Generation vor. Die wichtigste Modellpflege im Jahr 2000 brachte unter anderem einen 1,2 Liter großen 16V-Motor mit 75 PS und eine optionale, fünfstufige Automatik. Zuvor hatten Kunden bei den Motoren keine Wahl: Es gab ausschließlich einen 1,2 Liter großen Vierzylinder mit 55 PS, der 1996 überarbeitet und auf 60 PS gebracht wurde. Einen Diesel gab es für die erste Twingo-Generation nie.

Der Twingo startete 1993 zu Preisen ab 16.000 D-Mark. Heute kostet ein Exemplar von 2007 mit dem 16-V-Motor in der höchsten Ausstattungsvariante Elysee laut Schwacke-Liste rund 6.150 Euro. Ein Twingo 1.2 16V Initiale von 2003 steht mit 4.350 Euro in der Liste, ein Twingo 1.2 Elysee mit 58 PS von 2007 mit 5.500 Euro.

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