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Origami bringt den Airbag in Form

Origami ist für viele ein nettes Hobby. Ingenieuren eröffnet die fernöstliche Faltkunst jedoch neue Möglichkeiten. Der Vorteil ist, dass sich komplexe Bauteile aus einem einzigen Stück fertigen lassen – ohne Kleben, Nieten und Schweißen. Das ist praktisch. Zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Airbags.

clo DÜSSELDORF. Die Variante für den Fahrer lasse sich „relativ einfach zusammenlegen“, erläutert Rainer Hoffmann, Geschäftsführer beim Ingenieur-Dienstleister Carhs. Auf der Beifahrerseite sei das schwieriger. „Da nutzen wir einen Origami-Faltalgorithmus.“ Faltlinien würden so berechnet, „dass wir einen geometrisch richtigen Übergang der 3-D-Form in eine 2-D-Form ermöglichen“.

Vorteil der Faltkunst ist laut Hoffmann, dass sich komplexe Bauteile aus einem einzigen Stück fertigen lassen – ohne Kleben, Nieten und Schweißen. Nicht nur die Autobranche profitiert: An der Hochschule für Industrielle Physik und Chemie in Paris haben Forscher eine Kunststofffolie entwickelt, die bei Kontakt mit Wasser dreidimensionale Figuren wie Würfel oder Pyramiden entstehen lässt. Was nach Spielerei klingt, könnte die Produktion von mikroelektronischen Bauteilen voran bringen – etwa bei Sensoren in der Medizintechnik. In dieser Branche hat Origami längst Einzug gehalten: Stents werden sorgsam zusammengelegt in den Organismus eingebracht – sie entfalten sich am Ziel und weiten verengte Gefäße.

Selbst der Hauptspiegel des nächsten Weltraumteleskops wird wohl fein säuberlich gefaltet ins All geschossen: Der Eyeglass getaufte Prototyp misst 100 Meter im Durchmesser. Optiker vom kalifornischen Lawrence Livermore National Lab haben ihn auf fünf Meter reduziert. Er entfaltet sich wie ein Regenschirm. Wie die Kanten verlaufen, wurde nach Origami-Regeln berechnet.

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