Geldmangel stresst Fahrer und gefährdet Schüler
Schulbustest: Viele mangelhafte Noten

Überfüllte Busse, unfreundliche Fahrer, qualmende Motoren und Randale unter den Schülern - die Liste der Beschwerden über die Zustände in deutschen Schulbussen ist lang. Grund genug für den ADAC, Busfahrten sowie den technischen Zustand der Busse unter die Lupe zu nehmen.

MÜNCHEN Das Ergebnis des zweiten Schulbustest des Autoclubs bestätigt die Klagen der Eltern und Schüler: Ein knappes Drittel der insgesamt 72 getesteten Fahrten in 12 Bundesländern fiel mit der Note "mangelhaft" glatt durch. Ein weiteres Drittel erreichte nur ein dürftiges "ausreichend", lediglich ein Drittel landete mit der Note "gut" sowie einem einzigen "sehr gut" im grünen Bereich.

Die Bestnote erhielt die Linie 543 Wattenbek - Einfeld in Schleswig-Holstein. Nicht nur der Fahrer punktete voll, auch die Schüler verhielten sich vorbildlich. Der Bus war voll, aber nicht überfüllt und auch die Kleinen fanden genügend erreichbare Haltegriffe. Positiv bewertet wurde auch die sicher angelegte Schul-Haltestelle. Nur knapp am "sehr mangelhaft" vorbei schrammte die Verliererlinie 826 Naumburg - Droyßig in Sachsen-Anhalt. Der Busfahrer hielt sich weder an die Höchstgeschwindigkeit, noch passte er seinen Fahrstil den bergigen und engen Straßen an. Im Bus gab es kaum Haltegriffe, außerdem waren sie zu hoch angebracht.

Die Mängelliste des fällt lang aus: Bei rund 80 Prozent aller Fahrten wurde die Höchstgeschwindigkeit um bis zu 30 km/h überschritten. Jeder dritte Bus hatte Verspätung oder war überfüllt, weswegen Kinder bisweilen an den Haltestellen stehen gelassen werden mussten. Problematisch ist häufig auch das Verhalten der Schüler, die drängeln und toben und den Kleineren meist keine Chance lassen. Abhilfe können laut Club qualifizierte Busbegleiter schaffen und Schulungen für Kinder.

Zusätzlich führte der ADAC gemeinsam mit der Polizei einen Technik-Check bei 89 Schulbussen in neun Bundesländern durch. Die Bilanz: Jeder achte Bus hatte erhebliche Mängel, einer musste sogar aus dem Verkehr gezogen werden. Beanstandet wurden etwa die Lenkung, die Bremsen oder die Reifen.

Schuld an den Problemen ist meist fehlendes Geld, da die Zuschüsse von Bund, Ländern und Gemeinden nicht ausreichen. Busunternehmer sind dadurch gezwungen, zu knapp zu kalkulieren. Die Folge: rasende und gestresste Busfahrer sowie zusammengepferchte Schüler. Der Autoclub forderte mehr Geld für den Schülertransport, ein Viertel weniger zugelassene Stehplätze in den Bussen und mehr Polizeikontrollen.

Quelle: ADAC

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