Genaue Prüfung des Restwerts obligatorisch
Die Abwrackprämie gilt auch für Reisemobile

Besitzer eines alten Reisemobils mussten zuletzt einige Nachteile in Kauf nehmen. Für viele Fahrzeuge waren nach Änderungen im Steuerrecht deutlich höhere Abgaben fällig. Und die Einführung der Umweltzonen erklärte manche Innenstadt für betagte Campingbusse plötzlich dauerhaft zum Sperrgebiet, weil diese sich nicht mit Filtern nachrüsten lassen. Einen Ausweg bietet hier vielleicht die Abwrackprämie ...

dpa/tmn FRANKFURT/MAIN. Auch ein Halter eines mindestens neun Jahre alten Reisemobils kann vom Staat 2 500 Euro kassieren, wenn er die alte Kiste in die Schrottpresse gibt und sich dafür ein neues Modell anschafft. Allerdings bleiben Experten skeptisch, ob deshalb alte Campingbusse in nennenswerter Zahl von den Straßen verschwinden.

Die von der Bundesregierung beschlossene Abwrackprämie für Autos gilt auch für Reisemobile, bestätigt Volker Anders vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn. Maßgeblich sei, dass diese zur Fahrzeugklasse "M1" zählen oder in den Fahrzeugpapieren als "Sonder Kfz Wohnmobil" klassifiziert sind.

Fahrzeuge der Klasse "M1" seien "Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz", erklärt Anders. Laut ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München sind damit alle herkömmlichen PKW sowie Wohnmobile gemeint, die nicht als LKW zugelassen sind und ein Gesamtgewicht von bis zu 5,0 Tonnen haben.

Das Verfahren zur Beantragung der Prämie bei der Bafa unterscheidet sich Volker Anders zufolge nicht von dem für alte PKW. Das Reisemobil muss also mindestens neun Jahre alt sein, mindestens ein Jahr auf den derzeitigen Halter zugelassen gewesen sein, und das neue Fahrzeug muss bis zum 31. Dezember 2009 erworben werden. Um die Prämie zu erhalten, muss der Halter bei der Bafa per Post neben den Antragsunterlagen auch Kopien der Fahrzeugpapiere und des Kaufvertrags sowie den Verwertungsnachweis eines Demontagebetriebs einreichen.

"Wir wissen, dass es Anfragen zu dem Bereich gibt", sagt der Bafa-Sprecher. "Aber wir können das nicht quantifizieren." Nach Zahlen des Caravaning Industrie Verbandes (Civd) in Frankfurt kämen rund 70 000 Wohnmobile in Betracht, die mindestens neun Jahre auf dem Buckel haben - bei einem Gesamtbestand von rund 445 000 Reisemobilen. Das heißt aber nicht automatisch, dass so viele Halter die Prämie tatsächlich beantragen sollten, sagt Civd-Sprecher Ralph Binder. "Bei 70 000 Fahrzeugen würde es sich lohnen, das Verfahren zu prüfen."

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