Genfer Automesse
Öko? O.k. – aber bitte mit Power.

Beim Thema Auto wird fast nur noch über CO2-Grenzen und die Klimakatastrophe diskutiert. Auf der Genfer Automesse versuchen die Hersteller den Spagat zwischen Klimadebatte und Fahrspaß. Doch die schwierige Übung gelingt nur selten.

GENF. So könnte es aussehen, das Paradies für Umweltschützer: Draußen thront das schneebedeckte Montblanc-Massiv, davor ruht im leichten Dunst der Lac Leman. Und auch drinnen in den Genfer Messehallen scheint alles „öko“ zu sein. Wasserfälle fließen von der Decke, blühende Landschaften flimmern von Riesenleinwänden, Windräder sind zu sehen.

Wären da nicht die vielen Autos, dicke, starke, aufgemotzte Karossen mit breiten Reifen, großen Chromfelgen und noch mehr Spritdurst – man könnte meinen, hier fände eine Ökomesse statt. Aber in Genf ist Automesse – und die großen Hersteller geben sich alle Mühe, sie zur grünsten Messe zu machen, die die Autowelt je gesehen hat. Nur erfordert das Pirouetten von Managern und Messemachern, die nicht immer gelingen. Denn es ist längst nicht alles grün, was da so glänzt in Genf.

Es ist ein unangenehmer Spagat zwischen CO2-Emissions-Gramm und PS, der den Konzernen aufgenötigt wird. BMW hat ihn gleich in einen Slogan gegossen: „Energie macht zu viel Spaß, um sie zu verschwenden“, prangt von allen Wänden des Standes. Von „effizienter Dynamik“ ist die Rede. Öko? O. k., aber bitte mit Power, heißt die Übersetzung.

Zu Recht verweisen die Bayern auf ihre Erfolge beim Spritsparen durch effizientere Motoren und Materialoptimierung. Wie alle Hersteller ärgern sie sich darüber, dass das nicht in der Öffentlichkeit gewürdigt werde. Immer gehe es um die schweren Limousinen. „Sollen wir denn alle Trabi fahren?“ fragt da ein genervter VW-Chef Martin Winterkorn in einem „Spiegel“-Interview.

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Die Autokonzerne sind derzeit die bösen Jungs – in Europa und speziell in Deutschland. Beim Thema Auto wird fast nur noch über CO2-Grenzen und die Klimakatastrophe diskutiert. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas stellt die Branche seit Wochen an den Pranger und erhebt Forderungen, die nach Meinung der Autohersteller „Berufsverboten gleichkommen“, wie ein Automanager formuliert.

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