Geodatenspezialist Navteq
3D-Navigation erleichtert die Orientierung

Der Geodatenspezialist Navteq liefert die Basis für neue Generation elektronischer Straßenkarten. Statt mühsam im Stadtplan zu blättern, könnten die Daten auf dem Handy den Weg zum nächsten Badesee oder zum Arzt weisen.

MÜNCHEN. Dem geübten Blick von Frank Fleischmann entgeht nichts. Wenn der Geograph über Deutschlands Straßen fährt, dann notiert er sich jedes Detail: Hier eine Pizzeria, dort ein neu gebauter Kreisverkehr, dahinter eine lang gezogene Kurve mit einer Tankstelle von Shell. Fleischmann arbeitet für Navteq, einen der größten Anbieter von Geodaten weltweit. In Millionen von Navigationsgeräten werden die Angaben jeden Tag genutzt, um Routen auszurechnen. Längst bietet das elektronische Kartenmaterial viel Möglichkeiten, als nur den schnellsten Weg von A nach B zu finden.

Rolf Düngen gerät schnell ins Schwärmen, wenn er von den vielen neuen Einsatzmöglichkeiten spricht, die die Daten eröffnen. So sei es künftig zum Beispiel möglich, sich vom Navigationsgerät nicht mehr nur die schnellste oder bequemste Route berechnen zu lassen, sagt der Director Business Development von Navteq. Es werde auch kein Problem sein, den touristisch schönsten Weg auszusuchen. Oder eine Route zu wählen, die Unfallschwerpunkte meidet.

Und das ist nach Ansicht von Düngen noch nicht alles: Die Daten könnten auch eingesetzt werden, um Fußgängern das Leben leichter zu machen. Düngen: „Das werden Anwendungen für alle Lebenslagen.“ Statt mühsam im Stadtplan zu blättern, könnten die Daten auf dem Handy den Weg zum nächsten Badesee oder zum Arzt weisen.

Satelliten-gestützte Navigationsgeräte – bislang hauptsächlich in Autos eingesetzt – werden immer beliebter. Im ersten Quartal wurden nach den Berechnungen der Marktforscher von der GfK in Deutschland mehr als drei Mal so viele Geräte verkauft wie vergangenes Jahr. Getrieben wird der Boom von Preisen, die fast täglich fallen. So sank der Durchschnittspreis je Gerät im Vergleich zu 2005 von 713 auf 464 Euro. In den Werbebeilagen großer Elektronikanbieter wie Media Markt haben tragbare Geräte einen festen Platz neben Computern und Fernsehern.

Allerdings können die Navigationsgeräte immer nur so gut sein, wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden. Diesen Markt teilen sich im wesentlichen zwei Anbieter: Navteq und Tele Atlas. Dass nicht mehr Firmen einsteigen, hat einen einfachen Grund: Die Datenerfassung ist extrem aufwendig. Navteq beschäftigt alleine in Deutschland 75 Spezialisten, die Tag für Tag die Straßen abfahren. Weltweit sind 600 Mitarbeiter unterwegs, um alle Details zu erfassen und zu aktualisieren.

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