Goodwood Revival
Das Autorennen aus der Vergangenheit

Immer im September müssen die Schafe des Earl of March Lamborghinis, Aston Martins und Maseratis weichen. Denn dann lädt der Graf zum historischem Autorennen in Südengland, dem Goodwood Revival. Das besondere an dem Festival ist, dass seltene Rennwagen, die mehrere Millionen kosten, im Rennen gefahren werden. Dabei ist die Strecke alles andere als risikofrei.

dpa GOODWOOD. Immer im September müssen die Schafe des Earl of March tausenden Lamborghinis, Aston Martins und Maseratis weichen. Denn dann lädt der Graf zum historischem Autorennen in Südengland - dem Goodwood Revival.

Auf dem riesigen Landsitz gibt es dann ein weltweit einzigartiges Spektakel zu bewundern: Hier werden Rennwagen bestaunt. Hier versammelt sich die britische Upper Class zum Champagner-Nippen. Und hier kommt jeder verkleidet im Stil der 50er und 60er Jahre oder in der Kriegsuniform. Das Festival ist nicht nur ein Paradies für Motorsport-Freunde, es ist auch ein Spiegel der britischen Exzentrik.

Vom Petticoat bis zum Mini, von der Pilotenuniform bis zur Knickerbocker: Wer hier ist, nimmt das Retro-Motto ernst. "Wenn ich so auf der Straße herumlaufe, tuscheln alle. Wenn ich hier bin, klatschen die Leute", sagt Shelly Lally, die mit knallrotem Lippenstift, Hütchen und hautengem Fifties-Kleid über das Gelände stöckelt. Nicht nur die Männer, nein, auch sie hält die vom Benzin geschwängerte Luft und das Gedröhne der klassischen Rennwagen für "unglaublich sexy".

Das besondere an dem Festival ist, dass seltene Rennwagen wie ein Ferrari 250 GTO oder Aston Martin DB R1, die mehrere Millionen kosten, auch wirklich im Rennen gefahren werden. Dabei ist die Strecke alles andere als risikofrei. Hier hatte der britische Rennfahrer Stirling Moss den Unfall, der seine Karriere beendete. Und Mclaren-Gründer Bruce Mclaren fand in Goodwood den Tod. Von 1948 bis 1966 fanden hier regelmäßig Rennen statt, weshalb die Besucher alle in Kleidung dieser Jahre kommen.

Das Festival ist eine Zeitreise in die Vergangenheit, es gleicht einem Jahrmarkt und einem Oldtimer-Treffen. Im Fahrerlager schrauben Mechaniker - freilich im zeitgetreuen Overall - an den raren Sammlerstücken. Daneben reihen sich Schuhputzer auf, Laurel und Hardy blödeln für die Besucher und Auto-Liebhaber Rowan Atkinson, alias Mr. Bean, dröhnt in einem Mini auf der Rennstrecke entlang.

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