Große Jeep-Rückrufaktion
Chrysler beugt sich US-Aufsichtsbehörde

Bislang wehrte sich der Chrysler gegen Forderungen der obersten US-Verkehrsbehörde NHTSA. Jetzt lenkt der US-Autohersteller ein. Folge: 2,7 Millionen alte Jeeps müssen in die Werkstätten.
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Auburn HillsAuf Druck der US-Verkehrssicherheitsbehörde startet Chrysler einen der größten Rückrufe der Vereinigten Staaten. Die Regierungsbehörde NHTSA hatte von dem Hersteller verlangt, ältere Jeep Grand Cherokee und Jeep Liberty unter die Lupe zu nehmen. Die Beamten fürchten, dass der Tank bersten und ein Feuer entstehen könnte, wenn die Geländewagen von hinten gerammt werden. Die NTHSA zählte bis zurück ins Jahr 1996 Dutzende derartige Unfälle auf mit 51 Todesopfern. Bei den Modellen Jeep Grand Cherokee (Baujahr 1993 - 2004) und dem kleineren Jeep Liberty (Baujahr 2002 - 2007) geht um insgesamt 2,7 Millionen Fahrzeuge.

Bei diesen Fahrzeugen sitzt der Tank hinter statt vor der Hinterachse. Durch diese Konstruktion sei der Tank verwundbarer für rückwärtige Crashs, schrieben die Experten der Behörde Anfang Juni in einem Brief an Chrysler.

Der NHTSA zufolge sei bei den Fahrzeugen aufgrund der ungünstigen Lage der Kraftstofftanks eine erhöhte Brandgefahr bei einem Heckaufprall gegeben. Chrysler sichert zu, die Besitzer der entsprechenden Fahrzeuge in die Werkstatt zu bitten und nach eingehender Sichtprüfung einen entsprechenden Umbau der Heckstruktur vor Ort vorzunehmen.

Konzernchef Sergio Marchionne hatte noch vor zwei Wochen einen Rückruf vehement abgelehnt. Die Fiat-Tochterfirma teilte nun mit, die betroffenen Wagen einer „visuellen Inspektion“ zu unterziehen und gegebenenfalls die hintere Struktur zu verstärken, um die bei einem Auffahrunfall auftretenden Kräfte besser in den Griff zu bekommen.

Der Hersteller besteht aber bislang weiter darauf, dass „diese Fahrzeuge nicht defekt sind und zu den sichersten ihrer Klasse gehören“. Der Fall habe jedoch Bedenken bei den Kunden geweckt, hieß es zur Begründung des Einlenkens. 

Das Nein Chryslers zum Rückruf hatte Schlagzeilen gemacht, denn es kommt nicht oft vor, dass sich ein Hersteller gegen die NHTSA stellt. Die Autokonzerne fürchten spätestens seit dem millionenfachen Rückruf von Toyota wegen klemmender Gaspedale einen Imageschaden. Zu den erwarteten Kosten schwieg sich Chrysler in seiner Mitteilung aus. Der Hersteller aus Auburn Hills nahe Detroit ist nach seiner Rettung vor der Pleite im Jahr 2009 wieder profitabel. Der US-Automarkt boomt im Gegensatz zu dem in Europa.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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