Audi A6 Avant im Autotest

Viel Auto für viel Geld

Viel Platz für Mitfahrer und Gepäck, ein hochwertiger Innenraum und ein starker, aber sauberer Diesel: Der Audi A6 Avant 3.0 TDI Clean Diesel überzeugt im Test. Wenn da ein entscheidendes Detail nicht wäre – sein Preis.
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In unserem Testwagen ist fast alles verbaut, was die Optionsliste hergibt – und das treibt den Preis auf saftige 82.125,01 Euro. Quelle: Sebastian Schaal

In unserem Testwagen ist fast alles verbaut, was die Optionsliste hergibt – und das treibt den Preis auf saftige 82.125,01 Euro.

(Foto: Sebastian Schaal)

Der Audi A6 Avant ist ein herrlich vernünftiges Auto. Fünf Personen können in dem Kombi bequem mitfahren, der Kofferraum schluckt 565 Liter und der Wagen kostet gerade einmal 39.550 Euro – günstiger als so manch gut ausgestatteter Golf Variant. Doch auf diesen Grundpreis kommt der A6 nur mit dem 180 PS starken Basis-Benziner.

Vom Oberklasse-Anspruch eines A6 ist dann aber nur noch die Außenlänge von 4,93 Metern übrig. Wer Leder- statt Stoffsitze will oder Surround-Sound statt einfachen Lautsprechern kann das auch beim Basismodell dank der Optionsliste beheben – gegen Aufpreis versteht sich. Doch eines bekommt er von dem Zwei-Liter-Benziner nicht: souveräne Fahrleistungen.

Die bietet etwa der 245 PS starke V6-Turbodiesel, von uns in der „Clean Diesel“-Version gefahren. Dank 580 Newtonmetern Drehmoment schafft es das 1,9-Tonnen-Gefährt von 0 auf 100 km/h in 6,4 Sekunden, bei 243 Stundenkilometern ist Schluss. Im Grundpreis von dann bereits 55.350 Euro sind aber immerhin der Quattro-Allradantrieb und das Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe enthalten.

Es geht noch mehr

Einige Kreuzchen in der Optionsliste machen zwar aus dem größten Audi-Kombi dank Leder und zahlreichen Assistenten den Luxus-Laster, den man von den Ingolstädtern erwartet. Der Preis steigt allerdings auch in Luxus-Regionen: Würden wir unseren Testwagen bei einem Audi-Händler tatsächlich in dieser Ausstattung kaufen wollen, müssten wir 82.125 Euro und einen Cent berappen. Das sitzt.

Nun könnte man sich ausmalen, welchen automobilen Gegenwert es für 160.000 Mark vor 20 Jahren gegeben hätte. Doch ein Audi für 80.000 Euro des Modelljahres 2014 bietet sicher mehr Luxus als ein Bentley der 1990er Jahre. Nur an das Prestige einer britischen Nobel-Karosse kann der A6 bei weitem nicht heranreichen.

Dem Prestige nicht gerade förderlich dürfte auch der TDI-Schriftzug auf der Kofferraum-Klappe sein. Dabei verschweigen die drei Buchstaben die Besonderheit des Motors, der im Prospekt auf den Namen „3.0 TDI clean diesel“ hört. Hinter dem „Clean“ verbirgt sich nicht eine Marketing-Floskel, die auf den ach so niedrigen Verbrauch zielt. Der „saubere“ Diesel verfügt über eine aufwändige Abgas-Nachbehandlung mit Harnstoff-Einspritzung (AdBlue), welche die Stickoxide deutlich reduzieren soll.

Der Diesel hat schwiegermuttertaugliche Manieren
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6 Kommentare zu "Audi A6 Avant im Autotest: Viel Auto für viel Geld"

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  • Aber nur für einen offensichtlich schon stark "gealterten" Zeitgenossen (zumindest mental), der unbedingt seine Knöpfchen da haben muss, wo sie schon immer waren. Wir hören diesen Quatsch leider immer wieder.
    Aber es ist auch okay, wenn Menschen wie Sie dafür kräftig abgebürstet werden. Und immer daran denken: "Was sagt der Nachbar dazu???"
    ARMES DEUTSCHLAND.

  • Einen Mittelklassewagen, der vor ca. 14 Jahren 160.622,56 DM gekostet hätte, hätte niemand in Deutschland je gekauft! Daran sieht man, wie weit weg die deutsche Industrie von ihrem eigenen Markt mittlerweile ist! Absolut sinnloses Angebot!!!

    Seit ich mal 40.000 EM wegen Wertverlust bei einem Auto verloren habe, hat keines meiner Fahrzeuge mehr als 3000 Euro gekostet!

  • Ich bitte Sie. Die Bedienung ist unterirdisch, ebenso die Übersetzungen aus dem Englischen im Bordcomputer...

  • Ob Dienstwagen oder Privatwagen:
    Für rund 40.000,- € kann man einen Lancia Thema (Chrysler 300) neu und mit VOLLAUSSTATTUNG käuflich erwerben.
    Wer wie ich diesen Wagen 100.000 km gefahren hat, kann über diesen "Möchte-Gern-Premium-Blödsinn" von Audi & Co. nur noch den Kopf schütteln.
    Und bei Inspektionskosten von durchschnittlich 380,-€ weiß ich endgültig, wer hier mit wem welche Spielchen treibt.

  • Es stellt sich wirklich zunehmend die Frage, was uns individueller Verkehr wert ist. Diese Form der Ausstattungsvöllerei funktioniert vor allem in Deutschland wegen der vergleichsweise komfortablen Dienstwagensteuer.

    Privatkäufer ticken da bereits anders und üben sich im weglassen.

    Autos im Wert einer Eigentumswohnung sind reine Geldvernichtung.

  • Natürlich kann man mit der Aufpreisliste den endgültigen Preis nach ganz oben treiben. Wer sich das (so wie ich) nicht leisten kann, der muss überlegt bei der Bestellung ankreuzen. Z.B. (ich fahre BMW X1): automatisch macht man Kreuzchen bei Sachen, die man echt nicht braucht: Dachreling, Chrom Line, usw. Natürlich ist alles individuell und das ist gut so. Aber man muss sich auch überlegen, ob man manche Sachen nützt...

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