Ausfahrt im Cadillac XT5
Einer von wenigen

Es ist eine nicht ganz freiwillige Exklusivität, die Cadillac hierzulande umgibt. Man sieht die amerikanischen Modelle seltener als Lamborghini und Ferrari. Eine Testfahrt zeigt, der Crossover XT5 könnte das ändern.

BerlinSchauen wir uns erst mal um, in dem großen, aber nicht übergroßen SUV, mit dem die amerikanische Luxusmarke Cadillac nun auch am globalen Trend zu den Möchtegern- und City-Geländewagen stärker teilhaben will. Viel dickes, weiches Leder, und ganz wenig Kunststoff gibt es zu sehen, schöne Holzeinlagen, Alu-Rähmchen und ein riesiges Glas-Panoramadach verbreiten etwas Oberklasse-Stimmung. Und man spürt neben dem großzügigen Raumangebot sofort auch die gute Verarbeitung im XT5. Ich sitze auf wuchtigen Ledersesseln, die mich in Kurven aber nicht besonders gut festhalten. Eine gewaltige Mittelkonsole trennt mich vom Beifahrer.

In einem digitalen Cockpit und einem modernen 8-Zoll-Monitor finde ich neben den wichtigsten Informationen und Bedieneinheiten auch gut gemachte Konnektivitätslösungen. Sprich: Vom Fahrersitz aus mit der Außenwelt zu kommunizieren, fällt dank der Cadillac User Experience, kurz CUE, angenehm leicht.

Apps vom blitzschnell verbundenen eigenen Smartphone werden gespiegelt und per Fingerdruck bedient, das dürfte vor allem Menschen gefallen, die das Haus nicht mehr ohne Handy verlassen können. Mir ist im Moment allerdings das Navi wichtiger, denn ich bin als Ortsfremder mit dem neuesten Cadillac in Berlin unterwegs, und habe die Route der Zielführung verlassen.

Kein Problem für Bordrechner und GPS, ich muss nur in 300 Meter wenden. Gute Gelegenheit für einen Ampelstart: Ich schalte die Automatik auf Sport, variabler Allradantrieb ist sowieso immer an Bord. Wie erhofft hat auf den benachbarten Spuren niemand eine Chance mit dem gewaltigen Antritt des 3,6-Liter-Sechszylinder mitzuhalten, der frei atmen darf, ganz ohne Turbozwang. 314 PS reichen selbst bei zwei Tonnen Gewicht für einen Standardspurt von Null auf 100 km/h in 7,5 Sekunden.

Beim Tritt aufs Gaspedal hebt sich die Motorhaube leicht, das Heck knickt dezent ein, eine kurze Verbeugung der Karosse vor 368 Newtonmeter Drehmoment. Ohne Reibungsverluste auf dem Berliner Asphalt sehe ich die anderen Autos schon nach wenigen Metern nur im Rückspiegel. Und der verschafft mir neben dem Ampel-Sieg ein zweites echtes Wow-Erlebnis. Wie beim CT6, der neuen großen Cadillac-Limousine, zeigt er auf Wunsch ein Kamerabild, das dreimal so breit ist wie der Blick in den echten Spiegel.

Es kommt aus einer wirklich hoch auflösenden Kameraoptik, die im Heck sitzt, also Rückbank, Passagiere, Kopfstützen und Heckklappe gar nicht zeigen kann. Der Überblick ist überwältigend, und breiter als die vorhandenen vier Fahrspuren: Ich könnte dieses Auto sogar bis unters Dach vollladen, und würde immer noch mehr sehen, als wenn ich in einem baugleichen offenen Cabrio unterwegs wäre. Kein billiges Extra, dieser Kamera-Rückspiegel, aber eines, das aus meiner Sicht jeden Euro wert ist.

Wieder zurück auf der zielführenden Route habe ich Zeit und Ruhe, die anderen Extras und Assistenten zu genießen, die die Amerikaner dem Testwagen großzügig spendiert haben: Notbremsautomatik auch beim Rückwärtsfahren, Toter-Winkel-Assistent, Head-up-Display, Abstandsradar, 360-Grad-Kamera, induktives Smartphone-Laden, Zylinderabschaltung, aktiver Spurhalter und Fernlichtassistent sind an Bord. Dazu kommen (ab dem 48.800 Euro teuren Basismodell) LED-Scheinwerfer und Rückfahrkamera oder Einparkhilfe.

Sollen neben feinstem Leder noch besonders viele Bose-Lautsprecher erklingen und Applikationen in Aluminium oder Kohlefaser glänzen, so greift man besser gleich zur Platinum-Ausstattung, die bei 66.800 Euro beginnt.

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