BMW 428i im Autotest

Der Schöne und das Biest

BMW hat der Coupé-Variante des 3ers bei der Neuauflage nicht nur eine 4 verpasst. Der wahrscheinlich schönste BMW seit langem vereint Eleganz und Sportlichkeit - und überrascht im Detail.
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Ein typisches BMW-Gesicht mit Doppelniere und Doppelscheinwerfern - aber modern interpretiert: mit bulligen Lufteinlässen und scharfen Blechfalten. Quelle: Sebastian Schaal

Ein typisches BMW-Gesicht mit Doppelniere und Doppelscheinwerfern - aber modern interpretiert: mit bulligen Lufteinlässen und scharfen Blechfalten.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfAus dem Radio schallt der Song „Bohemian like you“ von der US-Rockband „The Dandy Warhols“, den die meisten aus dem Vodafone-Werbeclip kennen:  Kraftvolles Schlagzeug, treibende Gitarrenriffs, aber zugleich ein locker-leichtes Lebensgefühl bestimmen das Lied. Und die erste Zeile lautet: „You got a great car…“.

Der perfekte Soundtrack für die erste Ausfahrt mit einem Auto, das sich nicht entscheiden kann, was es sein will: Dandy oder Sportler? Und das Coupé 428i von BMW liefert für beides gute Argumente.

Womit der blaue Dandy punktet
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Ein Schönling in estoril-blau: Dezente Details des M-Sportpakets wie die vergrößerten Lufteinlässe unterstreichen den sportlichen Auftritt. Bis auf die Motorhaube hat das Coupé kaum ein Blechteil mit dem 3er gemeinsam.

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Der turboaufgeladene Vierzylinder-Motor mit knapp zwei Litern Hubraum und 245 PS sorgt für eine gute Beschleunigung und viel Fahrspaß. Selbst beim Motorsound haben die BMW-Techniker so viel verbessert, dass man den Sechszylinder kaum mehr vermisst.

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Rahmenlose Fenster sind eine schöne Sache, doch der gute Eindruck wird durch die B-Säule wieder getrübt. Konkurrent Mercedes hat im E-Klasse Coupé gezeigt, wie man das eleganter löst.

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In den Kofferraum mit 455 Litern Volumen passt mehr als eine kleine Sporttasche, im Konkurrenzvergleich kann der 4er da durchaus punkten

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Die Fahrwerksabstimmung des M-Sportpakets für den 4er ist gut gelungen, sportlich aber nicht zu hart. Der lange Radstand und größere Spurbreite im Vergleich zum 3er sorgen für eine gute Straßenlage.

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"Air Breather" nennt BMW den ins Blech geschnittenen Haken hinter den Radläufen. Ob er wirklich den Luftwiderstand reduziert? Zumindest sieht er - gerade in Kombination mit dem M-Logo - unverschämt sportlich aus.

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Das Cockpit ist übersichtlich und klar gegliedert - eben BMW-typisch. Die Zierleiste in estoril-blau setzt einen gelungenen Akzent.

Wer behauptet, die 4er-Serie sei nur die zweitürige Variante des 3ers, der hat natürlich recht – könnte aber zugleich nicht mehr unrecht haben. Da ist zum einen der Preis: Das Coupé ist im Grundpreis um fast 7.000 Euro teurer. Doch dafür gibt es auch angenehme Unterschiede: Das elegante Fließheck bringt eine unverwechselbare Linienführung auf die Straße und hat kaum ein Blechteil mit dem 3er gemein. Der lange Radstand von 2,81 Meter gibt dem Auto zusammen mit den kurzen Überhängen eine gestreckte und sportliche Optik.

Scharf geschnittene Blechfalten, die lange Motorhaube und die bulligen Lufteinlässe machen es in der Tat zu einem Schönling, aber einem mit athletischer Figur. Das hinten flach abfallende Dach tut sein übriges – nur leidet darunter die Kopffreiheit auf den Rücksitzen. Der i-Punkt ist das unverschämt schöne Estoril-Blau, das es aber nur in Verbindung mit dem M-Sportpaket gibt.

Wie es sich für einen echten Dandy gehört wird natürlich auch gerne ein bisschen geschwindelt und hochgestapelt. Das fängt schon bei der Bezeichnung 428 an, hinter der sich ja nur ein Zwei-Liter-Vierzylinder-Motor versteckt. Auch die rahmenlosen Fenster sind nur Teil der Wirklichkeit, denn dahinter verbirgt sich eine kräftige B-Säule, die den Coupé-Eindruck bei geöffneten Fenstern deutlich trübt.

Beim Blick auf die Innenausstattung fällt dann rasch auf, dass der Wagen sich viele Gleichteile mit seinem bodenständigeren Bruder teilt. Hübsches Detail: Wie ein eleganter Schal zieht sich ein Band im metallic-blau der Außenfarbe einmal quer durchs Cockpit.

Von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde
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