BMW 5er Touring im Handelsblatt Autotest
Ein Freund, ein guter Freund

Das ist Understatement: Den neuen BMW 5er-Touring leistet man sich für 75.000 Euro, und der Nachbar bekommt davon gar nichts mit. Das wahre Prestige des Premium-Kombi zeigt sich innen und auf der Autobahn.
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DüsseldorfDas Bessere ist der Feind es Guten, das weiß auch der deutsche Kombifahrer, der den nützlich-sportlichen Lastesel als Fahrzeugform so begehrenswert findet, wie sonst keine andere Autonation im bislang bekannten Universum. Und bevor die Konkurrenten, allen voran Audi A6 Avant, Mercedes mit der brandneuen E-Klasse als T-Modell, aber auch Jaguar XF Sportbrake, etwas besser machen, nehmen die Bayern das Heft selbst in die Hand. Der rundum optimierte und verschönerte BMW ist seit dem 18. September auf dem Markt, wir sind ihn als 2-Liter-Turbodiesel gefahren, der am Heck die schlichte Bezeichnung 520d führt.

Die Bedeutung des Modells für BMW ist enorm: Erst seit 1991 baut BMW überhaupt eine Kombi-Version der 5er-Baureihe. Inzwischen denkt jeder zweite deutsche Käufer an den Touring, wenn es um Kauf eines 5ers geht. Und von den Verkauften ist rund jeder zweite mit dem Zwei-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel motorisiert, der 184 PS leistet.

Diener fährt mit

Dass der Premium-Bayer aber nun ein Facelift erhalten hat, wird wohl nur eingeschworenen Fans der Marke auffallen, die das Modell sehr gut kennen. Die Änderungen innen und außen, mit denen BMW den sportlichen Charakter der Modellfamilie betonen möchte, sind zu dezent um sie alle aufzuzählen.

Was bei der ersten Begegnung auffällt: Kaum zu glauben, dass dieser mächtig große und prächtig ausgestattete Kombi noch der Mittelklasse zugerechnet wird. Zählen doch zu seinen Extras etwa ein automatischer Notruf , ein Concierge-Service, der Hotelzimmer bucht oder einen Tisch im Restaurant reserviert, Sprachsteuerung, und Streaming-Zugriff auf einen BMW-eigenen Musikserver per Connected Drive, und vieles, vieles mehr.

Wichtig ist es dem Hersteller offensichtlich in jeder Beziehung eine große Auswahl zu bieten. So stehen für den Touring mit der neuen Einstiegsmotorisierung 518d nun Triebwerke von 143 bis 450 PS zur Verfügung, der Allradantrieb xDrive, und sogar in der mehr als 20 Seiten langen Liste mit Extras und Optionen wurden noch einige vermeintliche Lücken geschlossen.

So ist ab diesem Monat (November 2013) ein Stau-Assistent erhältlich, der das Auto in der Spur hält, den Abstand zum Vordermann reguliert und bremst. Dazu kommt ein vollautomatischer Parkassistent, der allein in ausreichend große Lücken stößt. Aus der individuellen Konfiguration eines solchen Fahrzeugs kann man ein solides Tagwerk machen – und den Basispreis der Modellreihe von rund 43.00 Euro fast verdoppeln.

Image-Beförderung

Und dieser rundum unaufdringlich hochwertige, souveräne Eindruck, der den 5er-Touring zu einem echten Chef-Fahrzeug macht, bestätigt sich auf den ersten Kilometern Testfahrt. Man freundet sich trotz gewaltiger Außenabmessungen schnell an, sehr gute Materialien innen und hervorragende Verarbeitungsqualität unterstützen den Wohlfühlcharakter des Wagens, in dem man sich stets sicher aufgehoben und ein bisschen wie gerade beruflich befördert fühlt.

Ein sattes Drehmoment von 380 Newtonmeter steht schon bei 1.750 Touren der Kurbelwelle zur Verfügung und presst den Fahrer sanft aber nachdrücklich ins angenehm sitzende Lederpolster, falls per Kickdown gewünscht. Von 0 auf 100 geht's in etwas mehr als acht Sekunden, das ist nicht atemberaubend, aber immer noch respektabel flott.

Der 184 PS starke 1.995 cm-Diesel muss eben auch mindestens 1.800 Kilo beschleunigen, das kann nicht immer souverän gelingen. So sind es vor allem Autobahnpassagen bei Richtgeschwindigkeit, auf denen der Touring seine Souveränität am besten ausspielen kann. Sanftes Beschleunigen und Mitschwimmen im Berufsverkehr belohnt er mit Testverbräuchen, die nah an meist unerreichbare offizielle Normverbräuche herankommen.

Kommentare zu " BMW 5er Touring im Handelsblatt Autotest: Ein Freund, ein guter Freund"

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  • Nun wie er auf 75000 € kommt ist mir ein Rätsel. Bei 47000 Grundpreis kann ich hier trotz Vollausstattung nie und nimmer ein Preis von 75000 € erreicht werden. Im 530d oder 535 selbstverständlich. Bereits gut ausgestattet bekommt man den 520d unter 60.000 €. Seit 09/10 fahre ich den 520d und bin mittlerweile 75000 km gefahren mit 3 Kindern wohlgemerkt. Keinerlei außerordentliche Reparaturen, kein Stillstand, keinerlei Probleme und absolut zuverlässig. Der Spirtverbrauch kann mit 7,5-8,0 Liter im Normverbrauch als ok bezeichnet werden und die Fahrleistungen sind gut aber im Autobahnmodus fehlt so macher PS.

  • Ich bin privat von Audi auf BMW 5er (vorheriges Modell) umgestiegen. Entscheidende Gründe waren aber nur ein anderes Fahrverhalten und ein paar Kleinigkeiten, die mich schon immer genervt haben. Ansonsten gibt es bei diesen Autos nicht viel zu bemängeln oder zu meckern. Wer jetzt behauptet, dass dieses qualitativ hochwertige Fahrzeug, ob BMW, Mercedes oder Audi, zum Kleinwagenpreis verkauft werden muss, der ist einfach nur naiv oder realitätsfremd ... oder neidisch. Qualität hat eben ihren Preis!!! Es verbietet euch doch niemand einen koreanischen Kleinwagen zu kaufen! Ich bleibe bei deutschen Erzeugnissen.

  • Hanseat 52:

    Die Fahrzeuge von BMW, Audi und Mercedes sind vollkommen überteuert. Das erkennt mann wenn ein 80Tsd € Fahrzeug nach einem Jahr für deutlich unter 50Tsd in den Gebrauchtwagen Hallen steht. Das Leasing mit extremen Rabatten macht es möglich. Die Fahrzeuge der sogenannte Premiummarken werden auch nicht günstiger nur weil man einen Dreier bestellt. Sie sind dans halt nur kleiner!!Ich
    ich fahre seit 18 jahren Jaguar in der Zeit wo aber immer noch teuer.

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