BMW 740Li im Handelsblatt-Test Freude am gefahren werden

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Autonomes Ausparken noch nicht gelernt

Einer der zahlreich chauffierten Testpassagiere, der hinten zusteigt, fühlt sich zwar vom Luxus im hellen Leder übermannt, tatscht aber die Monitore hinten an den Rücksitzlehnen an, für die BMW extra eine Fernbedienung mitgegeben hat, damit man sie eben nicht nicht mit Fingerabdrücken vollschmiert.

Aber wofür, wundert sich der Passagier, ist dann das wunderschöne kleine Tablet, das ebenfalls noch in der hinteren Mittelkonsole steckt? Und warum reagieren gehen die dimmbaren Leuchten in der B-Säule immer erst auf den zig-sten Tastendruck? Als die Internet-Verbindung hergestellt ist, stellt er die nächsten unangenehmen Fragen: Muss ich hier wirklich über ein Drehrad jeden Buchstaben einzeln eingeben? Und wo ist hinten die Taste für die gelobten Sprachbefehle?

Wenn hinten rechts jemand Platz nimmt und die Füße ausstrecken möchte, rückt der Beifahrersitz extrem weit nach vorn. Im Testwagen hatte er auch keine Massagefunktion. Quelle: PR
Der schlechteste Platz in diesem Auto

Wenn hinten rechts jemand Platz nimmt und die Füße ausstrecken möchte, rückt der Beifahrersitz extrem weit nach vorn. Im Testwagen hatte er auch keine Massagefunktion.

(Foto: PR)

Keine Frage, man muss viel ausprobieren, technisch aufgeschlossen sein, im neuen 7er. Da gibt es für den vermeintlich allwissenden Fahrzeuglenker vorne viel zu erklären, denn intuitiv geht hier nur wenig. So verbringt man entweder zwangsläufig viel Zeit mit der gut gemachten Bedienungsanleitung, oder lebt mit dem unschönen Gefühl, vieles zu versäumen, was der Wagen bietet. Passt das alles zur vermuteten Konservativität der 7er-Langversion-Zielgruppe? Ich habe da so meine Zweifel.

Was mehrere Tester die Stirn in Fragefalten ziehen lässt: Das schiere Überangebot an Bedienmöglichkeiten. Beispiel Lautstärke und Senderwechsel: Das geht hinten per Fernbedienung, vorne per Gestensteuerung, aber gleichzeitig auch per Drucktasten im Lenkrad und am Radio-Drehknopf. Und per Sprachbefehl, wobei nur die letztgenannte Option wirklich komfortabel und sicher ist.

Gerne hätten wir die Funktion des Einparkens per Schlüssel selber ausprobiert. Leider hatte unserem Fahrzeug die entsprechende Funktion - eine Vorstufe des automatisierten Fahrens - noch nicht gelernt. Was schon eine ziemliche Enttäuschung war. Das entsprechende Softwareupdate für den 740er kommt erst noch, heißt es bei BMW. Quelle: PR
Schmale Garage? Angeblich kein Problem.

Gerne hätten wir die Funktion des Einparkens per Schlüssel selber ausprobiert. Leider hatte unserem Fahrzeug die entsprechende Funktion - eine Vorstufe des automatisierten Fahrens - noch nicht gelernt. Was schon eine ziemliche Enttäuschung war. Das entsprechende Softwareupdate für den 740er kommt erst noch, heißt es bei BMW.

(Foto: PR)

In Medien, die es mit den technischen Details nicht so genau nehmen, war wiederholt zu lesen, der neue 7er ließe sich per Gesten steuern. Eine, freundlich gesagt, grobe Vereinfachung. Richtig ist: Die Gestensteuerung im Innenraum erlaubt es, einige wenige Funktionen des Multimedia-Infotainments inklusive Navigation anzusteuern.

Funktionen, die sich schon längst sowieso von Hand manipulieren und per Stimme ansprechen lassen. BMW hat sie prominent beworben, die Funktionen automatisches Einparken per Autoschlüssel und Gestensteuer, und damit Hoffnungen geweckt. Doch die Zielgruppe könnte für den Fortschritt noch nicht bereit sein.

In unserem Fall war sogar das Fahrzeug noch nicht bereit dafür: Der überdimensional große Displays-Key kennt eine Funktion, die das Fahrzeug aber noch nicht gelernt hat. Ein Anruf bei BMW ergibt: Der 730d kann es schon, der 740Li lernt per Softwareupdate erst demnächst, dass er selbstständig, aber nur geradeaus in und aus Parklücken und Garagen rollen darf, während der Fahrer von außen den Befehl dazu gibt.

Ausprobiert: Gestensteuerung im 7er-BMW

Ausprobiert: Gestensteuerung im 7er-BMW

Die Gestensteuerung haben wir mit mehreren Testern intensiv ausprobiert: Nach anfänglichem Scheitern beherrschten wir drei von fünf Funktionen, haben aber letztlich alles komplett ausgeschaltet. Ganz einfach, weil wir oft mit den Händen reden. Und wenn dann jedesmal die Naviroute oder der Radiosender wechselt, nur weil man die Hände nicht stillhalten kann, dann ist das wenig alltagstauglich. In manchen Ländern wahrscheinlich sogar unverkäuflich. Und umgekehrt fühlt es sich auch merkwürdig an: Diese Blicke der anderen Autofahrer, wenn Sie in ihrem 7er herumfuchteln, die halten Sie ja für verhaltensauffällig.

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Einparkassistent hindert Boss am Ausstieg
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