Cadillac CTS im Handelsblatt-Autotest
Inflation auf Rädern

Wer ein Auto als Geldanlage sucht, sollte um den Cadillac CTS einen großen Bogen machen – der Wertverlust ist enorm. Aber wird das kantige Ami-Coupé damit zu einem Preistipp für Gebrauchtwagen?
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DüsseldorfEines vorweg: Wer schüchtern ist, sollte keinen CTS fahren. Zwar ist die zweite Generation des Ami-Schlittens schon seit 2007 auf dem Markt, durchgesetzt hat sie sich hierzulande aber nicht. Selbst mit den 48 neu zugelassenen Exemplaren dürften auf deutschen Straßen nicht mehr als 200 CTS unterwegs sein.

Man könnte meinen, dass ein so seltenes Auto kaum einem Passanten auffällt. Das ist aber eher das Schicksal eines Lancia Flavia oder eines Renault Latitude, die mit ihrem langweiligen Design in der Masse untergehen. Nicht so der CTS: Mit einem Mut zur klaren Kante sticht er hervor, fast wie ein Lamborghini. Aber seine nicht gerade zierliche Statur zeigt gleichzeitig, in welchem Land er gebaut wird.

Egal ob an der Tankstelle oder dem Supermarkt-Parkplatz, immer wieder sprechen mit Wildfremde auf den CTS an. Dabei sind die Reaktionen höchst unterschiedlich. Ein leicht abfälliges „Was ist das denn?“ gehört da noch zu den harmloseren Kommentaren. Der Ami polarisiert beim Design.

Seit fast einem Jahr veröffentlichen wir bei Handelsblatt Online jeden Donnerstag einen Autotest. In dieser Zeit standen die unterschiedlichsten Fahrzeuge bei uns in der Tiefgarage. Darunter waren auch einige sehr seltene Exemplare, wie zum Beispiel der Nissan GT-R (161 Neuzulassungen im Jahr 2012), der Infiniti M (160) oder der Subaru BRZ (81). Auch der Lancia Thema mit 184 Zulassungen oder der Maserati Gran Turismo mit deren 206 stehen nicht viel besser da.

Doch einer toppt sie alle: der Cadillac CTS. Für ihn konnten sich im vergangenen Jahr zwischen Flensburg und Füssen gerade einmal 48 Menschen erwärmen.

Steht der Cadillac zurecht in der Statistik so weit unten? Oder ist er ein Geheimtipp?

Kommentare zu "Inflation auf Rädern"

Alle Kommentare
  • Ich fuhr bis 2011 einen 2005er Cadillac CTS und muss sagen, ein besseres Auto hatte ich noch nie. Momentan fahre ich einen 2003 Mercedes E320 CDI als T-Modell. Auch ein gutes Auto aber der CTS war um Klassen besser. Und was hier geschrieben wird ist mehr als eigene Meinung nach dem Motto "schon wieder so ein Ami? Die mag ich sowieso nicht also mach ich den mal schlecht." Kopffreiheit hinten stimmt, etwas bedürftig. Auch in meinem CTS so gewesen aber Platz vorne mehr als ausreichend. Ich pass mit meiner Größe von 1,96 wunderbar in das neue Coupe hinein. Und der Wagen ist mit Sicherheit alltagstauglicher als mancher Mercedes. Mein CTS hatte auch weniger Reperatur gebraucht als jetzt der Benz. Was mir vom Design her nicht gefällt ist, dass Cadillac die Europamodelle mit diesen ekelhaften weißen Rücklichtern ausstattet. Da lob ich das US Modell bei dem dann wieder das gute Rot in Einsatz kommt. Was aber als Fahrer dieser Autokultur das schlimmste ist sind die Fragen, was er denn nun schluckt. Oder auch - kenne ich von einem Kumpel der ein 2003 Lincoln Town Car hierzulande fährt - dieser unglaubliche Neid, den sehr viele Deutsche haben. Die selbst trauen sich nicht ein solches Auto zu fahren und lassen sich dann lieber mit ihrem 35.000 Euro Golf auf gut deutsch gesagt verarschen. Mein Kumpel wurde mal gefragt, was der denn schlucke. Darauf dann noch ein "vernünftig ist der aber nicht oder?" Später sah man dann dieses arme Schwein in seinem Passat Kombi neidisch hinterherschauen.

  • Na ja - über Geschmack kann man sich streiten.
    Ich liebe das Despign des CTS (oder auch des neuen ATS) - sehr futuristisch (gerade für einen Ami), aber deswegen auch etwas anderes auf den amerikanischen Straßen.
    In den USA fahren die CTS rum wie hier Mercedes/Audi/BMW und ich freue mich trotzdem jedesmal wenn ich einen sehe.
    Hier in Deutschland ist er leider aufgrund der Motorisierung und des zu hohen Preises (ca. 40% teuerer als in den USA) fehl am Platz. Bleibt als Alternative höchstens noch ein mittlerer Lexus ;-(

  • Wen wundert es! Es kommt zu all seinen Nachteilen bezüglich Verbrauch, Verarbeitung und Sportlichkeit noch dazu dass das Auto einfach begnadet hässlich ist. Die Summe von Designexperimenten und pathetischen versuchen der Marktmanipulation. Ohne jeden guten Geschmack und Formgefühl. An der Kundschaft vorbei Designt oder besser für Menschen, die nicht davon träumen ein Auto ihr eigen zu nennen und es denn, sollte sich der Traum erfüllen, zu genießen, sondern es dazu missbrauchen (und missverstehen) zu protzen, den Anderen ihre nicht vorhandene Persönlichkeit und Individualismus auf zu zeigen und ihren Minderwertigkeitskomplexen zu frönen. Autos (ver)zeichnen können viele, schöne Formen kreieren nur wenige.

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