Chevrolet Camaro Cabrio im Test
Der neue Big Mac ist zum Glück ganz der alte

Downsizing und Hybrid zum Trotz: Ein US-V8, massig Hubraum und Power, das ist für viele Auto-Fans immer noch ein Traum. Ford baut so einen mit dem Mustang. Hat Chevrolet mit dem neuen Camaro die bessere Alternative?
  • 3

DüsseldorfDie stärksten Argumente für den Kauf eines Chevrolet Camaro sind seit zig Jahren bekannt, und haben Fans ur-amerikanischen V8-Vergnügens stets viel Freude bereitet: Bärenstarker, frei atmender Motor mit mehr als genug Hubraum, grollender Gewitter-Sound, polarisierendes Macho-Design, und vor allem ein unschlagbar gutes Verhältnis von Pferdestärken und Hubraum zum Preis. Mehr Power und Kubikzentimeter pro Euro bekommt man sonst nirgends. Nur der ewige Konkurrent Ford Mustang kann da noch annähernd mithalten.

Im Jubiläumsjahr 2016 - der erste Camaro kam am 29. September 1966 in den US-Handel - schlägt General Motors (GM) mit dem komplett überarbeiteten Camaro ein ganz neues Kapitel auf. Wieder gibt es die äußerlich nun noch schärfer gezeichnete V8-Ikone als Coupé und als Cabrio, nun allerdings mit gleich drei verschiedenen Motorisierungen und jeweils mit Achtgang-Automatik oder als Sechsgang-Handschalter.

Die populärste Variante ist zugleich die größte, und die haben wir getestet: Der 6,2 Liter-V8 kommt aus der Corvette, im Camaro leistet er maximal 453 PS und wuchtet atemberaubende 617 Newtonmeter Drehmoment an die Kurbelwelle.

Wem das zu viel erscheint, der greift zum 3,9-Liter-V6 mit 335 PS, der schon viel Lob in ersten Tests bekam. Neu ist die dritte Motorisierung, die Traditionalisten aufstöhnen lässt: Ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 275 PS. 39.900 Euro kostet diese Basisvariante. Natürlich bleibt es immer bei zwei Türen, vier Sitzplätzen und Heckantrieb.

Von außen hat sich nicht viel getan im neuen Modelljahr, der neue Camaro wirkt so martialisch und düster wie alte. Allerdings guckt er Passanten nun aus besonders finster dreinblickenden Scheinwerferaugen an, die unter einer ewig langen und weit heruntergezogenen Motorhaube hervorblitzen. Außerdem macht ein Spoiler sein kastiges Hinterteil noch etwas unübersichtlicher.

Seit 2012 steht er auf der Plattform des Cadillac ATS, die bei GM Alpha heißt. Eine Daumenlänge kürzer ist der Neue mit nun 4,78 Meter, auch beim Radstand, aber er hat deutlich an Steifigkeit gewonnen und 90 Kilo abgespeckt.

Stark modernisiert und aufgewertet hat Chevrolet den Innenraum, der nicht länger Kunststoff-Einöde mit Playmobil-Charme bietet, sondern dem 2014 überarbeiteten Ford Mustang auch in puncto Verarbeitung, Ausstattung und Assistenzsystemen das Leben etwas schwerer machen will.

Leider zeigen Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türen immer noch viel schlichtes Plastik, aber der Lederanteil ist gestiegen, und vor allem mit dem neuen Multimedia-Infotainment, einem 8-Zoll-Touchscreen, der selbst bei offenem Dach blendfrei bleibt, einer wahren LED-Lightshow als Innenbeleuchtung sowie gut gemachten Metalleinlagen kommt schon gutes Sportwagen-Feeling auf.

Es wird gesteigert durch sportliche Ledersitze, die auch in schnellen Kurven ausgezeichneten Seitenhalt bieten, und den Fahrer tief hinters Lederlenkrad nah am Asphalt platzieren.

Loben muss man Chevrolet für den sensationell weiten Verstellbereich dieser Sitze, die das Popometer auch mehrstufig per Luftstrom kühlen, und die individuelle Positionierung des mit Knöpfen gespickten Lenkrads, das dem Offenfahrer auf Wunsch die klammen Finger wärmt.

Das riesige Stoffdach lässt sich angenehmerweise auch bei langsamer Fahrt öffnen und schließen. Es verschwindet bei Sonnenschein unter einer festen Klappe, und füllt dann den Großteil eines Kofferraums, der nicht der Rede wert ist.

Kommentare zu " Chevrolet Camaro Cabrio im Test: Der neue Big Mac ist zum Glück ganz der alte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%