Chevrolet Corvette im Handelsblatt-Test
Ein Hoch auf den gelben Wagen

Bärenstarker V8 mit Hammer-Sound, sexy Karosse, feine Fahrwerkstechnik, modernste Elektronik. Das alles bietet Chevrolets neue Corvette zum Schnäppchenpreis. Welche Wünsche könnten da noch offen bleiben?
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DüsseldorfEr verführt zum cruisen, dieser Motorsound. Das satte Brabbeln und Blubbern, die gewaltige Drehmomentwoge, das offene Targadach. Und diese Blicke der anderen. Zwischen Missgunst und Bewunderung fallen sie auf den flachen, breiten, knallgelben Sportwagen. Und wer ihn nicht schon von weitem sieht, der hört ihn, den neuen Stingray, wie die Chevrolet Corvette auch heißt.

Mit ihrem unverwechselbaren V8-Sound aus einer 6,2-Liter-Maschine und einem neuen, extrem knapp geschneiderten Carbon-Kunststoff-Kleid teilt sie die Betrachter in zwei Gruppen. Die C7 ist eines dieser seltenen Autos, das niemand gleichgültig lässt.

Die einen nennen sie benzinsaufende „Ludenschleuder“, Relikt einer sterbenden Epoche, die "dank" Energiewende und Ölknappheit bald vorbei ist. Andere bewundern sie dafür, dass es sie nach 60 Jahren überhaupt noch gibt. Der Stingray aus Kentucky ist eine amerikanische Ikone und jenseits des Atlantiks sicher so wichtig wie für uns Deutsche der Porsche 911.

Er ist auch einer der ganz wenigen amerikanischen Sportwagen, die sich überhaupt so nennen dürfen. Und ein fast unwiderstehliches Angebot an alle diejenigen, die ein besonders gutes Verhältnis von Hubraum und PS zu Euro suchen. Und die keine Angst haben, immer und überall mit so einem Ego-Booster aufzufallen.

Klar, 70.000 Euro für ein Auto, das klingt erstmal teuer. Aber erstmals seit 1997 wieder hat General Motors die Corvette auch wirklich komplett neu erfunden, - und so stark auf den europäischen Geschmack getrimmt, wie noch keine Version vor ihr.

Das Aluminium-Chassis der C7 wird von Carbon hauteng umschmeichelt, darunter der neue LT1-Motor, ein komplett neues Getriebe, ein "Z51"-Performancepaket mit speziellem "Aeropaket" zur Erhöhung der Hochgeschwindigkeitsstabilität, Bose-Anlage mit Subwoofer, elektronisch gesteuertes Sperrdifferenzial und Schlupfbegrenzung, Trockensumpfschmierung, Differenzial- und Getriebekühlung, variable Ventilsteuerung, sowie automatische Drehzahlanpassung („Rev Match“) beim Schalten sind nur einige der technischen Leckerbissen.

Vereinfacht gesagt: Der Stingray ist der moderne Rockstar unter den Rennwagen mit Straßenzulassung. Einer, der zentnerweise Selbstbewusstsein und Ausstrahlung mit sich rumschleppt.

Was dem Fahrer mindestens so viel Spaß bereitet, wie dieses zwangsläufig auf ihn abstrahlende Image, ist ein Relikt: Den V8 gibt es in Kombination mit einem Handschaltgetriebe. Und das ist ein sinnliches Vergnügen: Bis zu 460 PS und ein Drehmoment von bis zu 630 Newtonmetern mal wieder ansatzweise an der Kupplung zu spüren, und nicht per Schaltpaddle abgekoppelt zu sein, das hat so eine Retro-Faszination.

Allerdings ist Konzentration gefragt: Die Schaltung ist ein bisschen hakelig und beim Wechsel der Gänge 4 bis 7(!) sollte man es nicht zu eilig haben. Sonst klingt es schnell peinlich.

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